Hier erklärt eine Expertin die Babyzeichensprache

Warum weint mein Baby? Hat es Hunger oder Durst? Möchte es schlafen? Quälen es Bauchschmerzen? Viele Rätsel gibt der Nachwuchs seinen Eltern in den ersten Lebensmonaten auf. Um sich mit ihrem Kind zu verständigen, lernen sie die Babysprache. Eine Expertin erklärt uns die Zeichen. Dieses Video müssen Sie gesehen haben!

Dortmund.. Die Zwergensprache, auch Babyzeichensprache genannt, zu lernen, ist nicht schwer. Weder für die Kleinen noch für die Großen. Denn die rund 400 Handzeichen sind kein Geheimcode, sondern basieren auf der natürlichen Gestik und der deutschen Gebärdensprache. Der Klassiker ist das "Winke winke" zum Abschied.

"Die Kinder lernen die Handzeichen, die im Alltag wichtig sind, im Grunde ganz von selbst, indem sie ein Verbindung zwischen dem Zeichen und seiner Bedeutung herstellen. Vieles wird übers Singen vermittelt, denn Kinder lieben Musik. Außerdem helfen Bilderbücher und Requisiten", erklärt Diplom-Musikpädagogin Christina Naumann, nach eigener Aussage bislang Dortmunds einzige Zwergensprachen-Lehrerin.

2011, als Christina Naumann mit ihrem dritten Kind, Töchterchen Liz (heute vier) in Elternzeit war, hat die 39-Jährige aus Hombruch eine entsprechende Fortbildung gemacht. Seitdem gibt sie mit wachsender Begeisterung die Babyzeichensprache an Eltern und ihren Nachwuchs weiter. Tochter Liz, erinnert sie sich, beherrschte am Ende rund 100 der 400 Zeichen.

Wenn Eltern am Zeigefinger lutschen

"Das ist aber eher die Ausnahme. Sie war ja auch bei allen Kursen dabei." Lutschender Zeigefinger heißt zum Beispiel "Schnuller", Kopf auf zusammengefaltete Hände legen bedeutet "schlafen", eine pumpende Hand "Milch".

"Zwischen sechs und neun Monaten sind die Babys im Ein-Wort-Satz-Modus. Die Mundmotorik ist noch nicht ausgereift, die Handmotorik hingegen schon. Deshalb ist dieses Alter ideal für die Zwergensprache", so Christina Naumann. Wie viele Zeichen die Babys nach einem zehnwöchigen Kursus beherrschen, ist sehr unterschiedlich. "Die einen imitieren schnell die Gestik, andere machen vier Wochen nichts und dann können sie mit einem Mal zehn Zeichen", weiß Christiana Naumann.

Expertin sieht viele Vorteile

Die Vorteile, schon vor dem kindlichen Spracherwerb mit dem Nachwuchs kommunizieren zu können, liegen für die 39-Jährige klar auf der Hand. "Beide Seiten sind deutlich weniger frustriert." Als Mutter eines schwer körperbehinderten Kindes wisse sie um die Frustration, sich nicht mitteilen zu können. "Die Zwergensprache ermöglicht es Eltern und Babys, um die eine oder andere Situation voller Missverständnisse herumzukommen."