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Herz-Spezialisten bei „Live-Medizin“ der WR Dortmund

25.08.2011 | 01:00 Uhr
Herz-Spezialisten bei „Live-Medizin“ der WR Dortmund
Bei "Live-Medizin" der WR Dortmund informieren Spezialisten über neue OPs am Herzen. Foto: Franz Luthe

Dortmund.Das Klinikum Dortmund bringt einen neuartigen Eingriff bei Herzrhythmusstörungen und Vorhofflimmern am Herzen zum Einsatz. Dabei wird der störende Impulsgeber in der Lungenvene durch einen Katheter verödet. Die Spezialisten berichten über das neue Verfahren bei der nächsten Ausgabe von „Live Medizin“ der WR im Reinoldinum. Kostenlose Anmeldung hierzu unter 01802/404076.

Der Patient erinnert sich, wie das Vorhofflimmern vor zehn Jahren seine Lebensqualität deutlich minderte. Schweißausbrüche schon bei geringen Anstrengungen, Doppelschläge des Herzens, die das Einschlafen verhinderten. Unruhe und Angst durch das Stolpern des Organs sind die unvermeidliche Folge. „Beim Squash gewann ich plötzlich kein Spiel mehr“, erinnert sich der Patient. Er bekam Medikamente verschrieben, die die Herzfrequenz regulieren sollten. „Das hat aber absolut nichts gebracht.“

Dann erfuhr der Hausarzt vom Kardiologen-Team um Prof. Thomas Heitzer, der am Klinikum Dortmund für „frischen Wind“ sorgen sollte. Dr. Hanno Klemm und Dr. Ute Ruprecht, Oberärzte der Elektrophysiologie am Herzzentrum des Klinikums, sind überzeugt von der neuen minimal-invasiven Behandlungsform, „von der bislang kaum ein Hausarzt etwas weiß“. Das soll sich jetzt ändern.

Mehrere hundert Eingriffe hat das Team inzwischen durchgeführt. Ute Ruprecht erklärt, wie es funktioniert: „Das Herz schlägt rund 70 Mal in der Minute.“ Die Störimpulse kommen aus der Lungenvene. „350 bis 600 Reize in der Minute“ sendet der Fehlimpuls aus. „So schnell kann kein Herz schlagen“, erläutert die Kardiologin. „Also kommt es zum Muskelflimmern.“ Das führt zu Unruhe und Angst beim Patienten. Außerdem zu einer deutlichen Leistungseinbuße. Betablocker können das Vorhofflimmern verlangsamen, aber nicht heilen.

Ein Teil der Patienten merkt das Vorhofflimmern aber nicht einmal, was laut Prof. Heitzer noch gefährlicher ist und zum Schlaganfall führen kann.

Hoffnung gibt die sogenannte Lungenvenen-Isolation. Sie könnte einen ähnlich durchschlagenden Erfolg in der Kardiologie haben wie die Einführung von Stents. Dabei ist der Eingriff für den Patienten nicht sonderlich groß. Letztlich werden drei Katheter, biegsame Drähte, durch die Leiste bis zum Herzen geschoben. An der Stelle, wo die Lungenvene den Herzmuskel erreicht, wird die Blutbahn ringförmig verödet.

„Wir geben über eine Katheterspitze Strom und erwärmen das Herzmuskelgewebe auf 50 bis 60 Grad“, erläutert Hanno Klemm. „Dadurch verlieren die Zellen die Fähigkeit, elek-trische Reize leiten zu können.Während des mehrstündigen Eingriffs werden die Patienten in einen Tiefschlaf versetzt. Eine Vollnarkose ist allerdings nicht erforderlich.

Einziger Schönheitsfehler: In etwa 20 Prozent der Fälle erholen sich die Leitungen an den verödeten Stellen, so dass der Störimpuls wieder das Herz erreichen kann. Das macht einen Folgeeingriff erforderlich.

Nach dem zweiten Eingriff strahlt der Patient: „Jetzt kann ich sogar wieder meinen Squashpartner schlagen.“

Die Spezialisten des Klinikums bringen am 7. September ein supermodernes Ultraschallgerät mit. 40 Besucher von Live-Medizin werden die Chance haben, das Herz auf Auffälligkeiten beschallen zu lassen.

Anmeldung für die Veranstaltung "Live Medizin" der Westfälischen Rundschau im Reinoldinum am Schwanenwall Dortmund am 7.9., 17.30 Uhr (Einlass: 17 Uhr) unter 01802/404076. (6 Cent aus dem Festnetz, max. 42 Cent aus dem Mobilfunknetz.

Gerald Nill

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