Heroin geschmuggelt: "Opa" muss viereinhalb Jahre in Haft

"Opa" muss ins Gefängnis. Der 61-jährige Heroin-Schmuggler, der von seinen Auftraggebern stets mit diesem Spitznamen gerufen wurde, ist am Donnerstag vom Dortmunder Landgericht zu vier Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt worden.

Dortmund.. Der Rentner war im Oktober auf der Autobahn 2 bei Bielefeld festgenommen worden. Vorangegangen waren umfangreiche Überwachungsmaßnahmen der Polizei. Die Fahnder hatten unter anderem die Telefone der Bande angezapft. Drei Kilo Heroin fanden sich damals im Auto des Angeklagten.

Sieben Kilo bewegt

Insgesamt hat er mindestens sieben Kilo bewegt. Von den Niederlanden über Essen nach Dortmund. Und von hier aus weiter nach Berlin. Dass er wieder einmal ins Gefängnis muss, war "Opa" schon seit seiner Festnahme klar. Um die Zeit hinter Gittern möglichst kurz zu halten, hatte sich der Angeklagte aber schon früh dazu durchgerungen, umfassend mit der Polizei zu kooperieren.

Die Kronzeugenregelung verkürzte seine Strafe nun enorm. Ohne hätte die Haftstrafe auch zweistellig ausfallen können, sagten die Richter am Donnerstag. Dass die Chefs des libanesischen Clans mit der Aussagebereitschaft von "Opa" ihre Probleme haben werden, dürfte allen klar sein.

Viel Polizei vor Ort

Der Prozess wurde daher von deutlich mehr Polizisten als üblich begleitet. Und auch bei seinen künftigen Auftritten vor Gericht wird sich der 61-Jährige ständiger Überwachung erfreuen dürfen. Wenn die Prozesse gegen die mutmaßlichen Hintermänner starten, soll der Dortmunder regelmäßig als Zeuge vernommen werden.