Herbert Dimmig: "Wir helfen immer"
18.02.2010 | 17:44 Uhr 2010-02-18T17:44:00+0100
Dortmund. „Wir helfen immer!” Nach diesem Leitmotiv hat er seinen Dienst in fast 40 Jahren bei der Dortmunder Berufsfeuerwehr versehen. Gestern nun ging der Chef der Feuerwehr-Leistelle, Brandamtsrat Herbert Dimmig, in den Ruhestand.
Es seien sehr spannende Jahre bei der Feuerwehr gewesen, Jahre mit vielen, vielen Erinnerungen. „Wie das so ist mit heiteren, aber auch mit traurigen”, sinnierte gestern Herbert Dimmig auf der alten Feuerwache 4 in Hörde, wo der gelernte Kfz–Mechaniker seinen Dienst als ehemaliger Zivilangestellter der Rheinarmee im Jahre 1972 antrat. „Zusammen mit einigen anderen Kollegen”, blickte er gestern im Kreise vieler Weggefährten zurück. „Dass ich immer gerne geholfen habe, war wohl auch der Grund, warum ich zur Feuerwehr gegangen bin”, berichtet der Familienvater.
1300 haupt- und ehrenamtliche Feuerwehrleute sorgen rund um die Uhr für die Sicherheit der Dortmunder.
Jährlich leisten die Männer und Frauen über 30 000 Einsätze, das bedeutet statistisch gesehen alle 17 Minuten einen Alarm.
Die Feuerwehr verfügt über 140 Einsatzfahrzeuge.
Koordiniert werden die Einsätze aus der Leitstelle der Feuerwache 1 an der Steinstraße. Sie ist in Notfällen über den Notruf 112 zu erreichen.
Die Leitstelle ist rund um die Uhr besetzt, an 365 Tagen im Jahr. Jährlich entsendet die Leitstelle zu mehr als 100 000 Einsätzen die Fahrzeuge des Rettungsdienstes und des Brandschutzes.
Schon während der Ausbildung hatte es ihm die Leistelle angetan, jene Stelle, in der er dem Bürger über den Notruf 112 am nächsten ist. Und so wechselte er dann nach Ausbildung und verschiedenen Fortbildungen 1981 in die Leitstelle. Dabei sei für viele Bürger die Feuerwehr nicht nur in Notfällen, bei Krankheit oder Unglücken die erste Adresse. „Auch, wenn der Bürger nicht mehr weiter weiß, ruft er die Feuerwehr an”, erinnert er sich an einen Einsatz. „Eigentlich waren wir nicht zuständig, als eine Frau bei uns anrief, mir mitteilte, dass ihr Rollstuhl einen Platten hätte und sie nicht zur Toilette gehen könnte.” Als kein anderer helfen konnte, schickte Dimmig seine Kollegen. Die haben der älteren Dame geholfen, den Rollstuhl gereinigt und repariert.
In acht Minuten am Einsatzort
Kaum zu glaube, denkt er an seine Anfänge zurück, „dass wir damals mit Block und Bleistift die Einsätze aufgenommen haben”. Heute gehe alles mit modernster Computertechnik. Auf Knopfdruck werden die verschiedensten Einheiten in ganz Dortmund alarmiert „und sind in maximal acht Minuten am Ort des Geschehens.”
„Aber der Einsatz fängt in der Leitstelle an, dort müssen die Kollegen quasi mit der Reanimation beginnen”, sagt Herbert Dimmig. Denn die ersten Tipps und ´Ratschläge der Disponenten, das beruhigende Einwirken auf den Anrufer, das sei alles mitentscheidend „und kann den Einsatz der Kollegen vor Ort positiv beeinflussen”.
Natürlich habe er auch tragische Einsätze noch parat, etwa den eines Patienten, der einen Asthma-Anfall hatte. „Ich habe noch mit ihm am Telefon gesprochen, als der Rettungsdienst wenige Minuten später vor Ort war, war der Patient schon tot”. Und diese Dinge nehme man mit, vor allem die mit Kindern seien furchtbar.
Zwar geht Herbert Dimmig in den Ruhestand, da er jedoch an dem Projekt „Neue Leitstelle” mit Herzblut hängt, das er seit 2001 betreut, wird er sich auch als Ruheständler darum kümmern.
0mitdiskutieren