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Herber Rückschlag für den Flughafen Dortmund

19.07.2011 | 19:06 Uhr
Herber Rückschlag für den Flughafen Dortmund
Der Flughafen will länger fliegen lassen. Der RVR ist dagegen.

Dortmund.Herber Rückschlag für die Ausbaupläne des Flughafens: Überraschend erteilte der Regionalverband Ruhr (RVR) gestern dem Antrag des Airports auf Betriebszeitenverlängerung eine Absage. Eingeweihte halten das für eine Vorentscheidung im Genehmigungsverfahren.

In seiner Stellungnahme teilte der RVR mit, dass die Verlängerung der Betriebszeiten dem geltenden Regionalplan widerspricht. Das in der Regionalplanung formulierte Ziel, den Flughafen in seinem derzeitigen Bestand zu sichern, werde „mit der Verlängerung der Betriebszeiten und den daraus resultierenden Veränderungen bei den Lärmschutzgebieten überschritten“, heißt es in dem Papier. Gegen die beantragte Betriebszeitenverlängerung bestünden „erhebliche Bedenken“. Flughafenleitung und Stadt Dortmund sind vom RVR über das Ergebnis bereits in Kenntnis gesetzt worden, der Brief an die Bezirksregierung Münster als Genehmigungsbehörde ist unterwegs.

Das Urteil des Regionalverbandes ist für die Entscheidung über die Betriebszeiten in Wickede von großer Bedeutung. Der RVR ist seit 2009 Träger der Regionalplanung und muss als solcher von der Genehmigungsbehörde in Münster gehört werden.

Seitens der Bezirksregierung besteht eine so genannte Beachtungspflicht. Insider gehen davon aus, dass Münster den Spruch der Planungsbehörde nur schwerlich ignorieren kann. Sein Urteil hat sich der RVR ausgerechnet auf Grundlage derjenigen Gutachten gebildet, die der Flughafen selbst für die Genehmigung ins Feld geführt hatte.

Fluglärm in Dortmund und Unna

Dabei geht es im wesentlichen um Beeinträchtigungen nicht in Dortmund, sondern in Unna. Denn durch die Erweiterung der Flugzeiten in die Nacht hinein dehne sich der Lärmschutz-Korridor um 3,6 Kilometer auf das Stadtgebiet der Nachbarstadt aus, sagte ein RVR-Sprecher der WAZ. Dies ziehe aber einen erheblichen Eingriff in die kommunale Planungshoheit Unnas nach sich und sei mit der bestehenden Regionalplanung nicht vereinbar. Gestoppt werden könne diese Entwicklung nur durch eine Änderung des Landesentwicklungsplans. Dies jedoch müsste die Landesregierung mit Landtagsmehrheit beschließen.

Wie berichtet, liegen in Münster bereits rund 14 500 Einsprüche von Bürgern gegen die Flugzeitenverlängerung vor. Gestern endete die Einspruchsfrist. Nun ist die Bezirksregierung am Zug.

Michael Kohlstadt

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Kommentare
21.07.2011
09:02
Herber Rückschlag für den Flughafen Dortmund
von rkw1970 | #29

@michel57
Ihnen ist schon bekannt, dass es juristisch um Nachflug geht oder? Sie können auch davon ausgehen, dass um 6.00 Uhr morgens ein Großteil der Bevölkerung im Bett liegt, obwohl das juristisch kein Nachtflug ist.
Und Sie können weiterhin davon ausgehen, dass ich bestens informiert bin, wieviele Unterschriften vorliegen und wieviele ausführlich -teilweise mehrere Seiten lange - Einwendungen in Münster eingegangen sind. Ich kann Ihnen gerne auch seitenweise die Liste der Fehler in den Gutachten aufzählen.
Sie können ebenfalls davon ausgehen, dass sich die SGF auch juristisch beraten läßt. Offensichtlich besser als der FH - siehe Beitrag 27.

21.07.2011
05:35
Herber Rückschlag für den Flughafen Dortmund
von findling | #28

@ #8 Klaus-Dieter_Araf ,

„...Der Flughafen muß das wieder werden, was er mal war: ein Segelflughafen....“

Nein, wir müssen an die Zukunft denken und dürfen das Terrain nicht den engstirnigen Mineralöldenkern und Krachmachern von Gestern überlassen, die mit echten Zukunftsideen überfordert sind.
Der Standort auf diesem Höhenrücken muss für einen größeren Windpark und die Gelegenheit bei der wegen Lärmterror darbenden Bevölkerung genutzt werden.
Denn natürlich würde auch ein Windpark von Zeit zu Zeit ein wenig Schlagschatten mit sich bringen, aber was wäre dies im Vergleich zu brüllenden Motoren und Düsen und so hätten wir die Chance der Stunde,
denn es gibt ja auch seltsame Landschaftsästheten, die Autobahnen nicht beklagen, aber gegen eine „Verspargelung“ sind..
Überdies ließe sich damit in den Nacht- oder in Überschussstunden der Lanstroper-Wasserturm als Pumpspeicher nutzen. Der hat zwar geringe Kapazität, aber immerhin....
Es gilt also, jetzt diesen Gedanken polulär zu machen, wer weiß, vielleicht stellt sich dann auch schnell jeder Oberbürgermeisterkandidat hinter diese Idee.
Denn wir wissen ja alle, wie oft geschaut wird, wo die Herde lang läuft, um sich an ihre Spitze zu stellen - das ökologische Technikzentrum Dortmund, mit einem OB, der auf dem Fahrrad zur Einweihung des Windparks fährt
(falls er den Weg findet, denn die B1 lässt für Fahrradfahrer kaum noch Ost-WestFahrten zu).

Solch eine Wandlung im Denken kennen wir ja von Zeit zu Zeit auch von unserer Kanzlerin .

21.07.2011
00:27
Herber Rückschlag für den Flughafen Dortmund
von kittekat | #27

Mit Polemik kommen wir nicht weiter. Der RVR ist kein Gefälligkeitsverein, er ist auch keine politische oder wirtschaftliche Institution - sondern ein Instrument der Landesplanung und -aufsicht. Wer die Verantwortung für diesen gravierenden Fehler im Genehmigungsverfahren gemacht hat, wird wahrscheinlich nie öffentlich. Vielleicht wird es aber auch ein Bauernopfer geben. Es ist ganz simpel:
Der Flughafen hat in den Gutachten die Grenze der KÜNFTIGEN UND DURCH SIE AKZEPTIERTEN NACHTFLUG-BELASTUNG in UNNA selbst definiert. Der RVR hat bei der Prüfung erkannt, dass diese Grenze die in der Regionalplanung festgelegten überschreiten. Folge: Ablehnung
Das hätte man vermeiden können - wenn man denn gewollt hätte. Die Gründe sind nur zu vermuten:
vielleicht mit der Hoffnung, dass es niemand merkt. Vielleicht auch in der Hoffnung, es is ja imma schon gutgejangen.
Der Fh-Chef gab sich heute in der lokalzeit gelassen, als sei das alles unproblematisch und der Genehmigung durch die Münsteraner Behörde sicher. Ich verspürte Mitleid - ist er doch gezwungen, die Illusionen der Dortmunder Traumtänzer umzu-setzen. Nicht zum Nulltarif - aber es muss dennoch frustrierend sein, ist er doch kein Eigengewächs der Dortmunder Parteienlandschaft. Vielleicht kennt er auch das Märchen Vom Fischer und siner Fru...
Die Frau wollte auch immer mehr... Das Ende ist bekannt. Sie landeten ... im Piss-Pott. Nachzulesen bei den Gebrüder Grimm.

20.07.2011
22:30
Blockierter Kommentar.
von michel57 | #26

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

20.07.2011
19:06
Herber Rückschlag für den Flughafen Dortmund
von unox911 | #25

Und dann bitte den Sack ein- und für
allemal zumachen.

20.07.2011
17:10
Herber Rückschlag für den Flughafen Dortmund
von rkw1970 | #24

Es ist allerdings schwer vorstellbar, dass sich die Bez.Reg über die RVR-Stellungnahme, 14.000 Einwände sowie die sehr fundierte und umfassende Kritik an den fehlerhaften Gutachten hinweg setzen wird.

20.07.2011
15:41
Herber Rückschlag für den Flughafen Dortmund
von Knickmann | #23

Die Argumente des RVR und der Einwänder sind zu prüfen und zu bewerten. Und dann wird von der BezReg-Münster entschieden werden. Wo ist das Problem?

Eine praejudicative Auswirkung der RVR-Meinung ist nicht erkennbar. Die Betriebszeiten des Flughafens haben keine Auswirkungen auf das grundsätzlich bestehende Planungsrecht.

20.07.2011
14:25
Herber Rückschlag für den Flughafen Dortmund
von rkw1970 | #22

@21
Genau Ihre Argumente werden auch durch Unternehmensbefragungen der IHK Dortmund bestätigt. Dass die IHK diese Erkenntnisse im Zusammenhang mit dem Airport lieber nicht nach aussen trägt, versteht sich von selbst. Aber wer - wie die IHK - glaubt, dass nach 22 Uhr zusätzliche Investoren in Dortmund landen um hier zu investieren, der lebt nun mal außerhalb der Realität.

20.07.2011
14:13
Herber Rückschlag für den Flughafen Dortmund
von kumado | #21

Also nochmals für alle diejenigen, die den Flughafen als wichtigenWirtschaftsfaktor für einen Standortes betrachten, hier die Fakten von jemand, der sich beruflich mit Ansiedlung von Unternehmen beschäftigt hat:
Ein Flughafen am Standort spielt als Wirtschaftsfaktor eine eher untergeordnete Rolle: An 1. Stelle: politische Sicherheit ( Deswegen gehen wenige nach Russland, Afrika, Venezuela)
2. Steuerliche Attraktivität und freier Geldtransfer
3. Infrastruktur (Strom, Wasser, Strassen). Kein Strom - kein Standort
4. Gut ausgebildetes und ausreichendes Personal
5. Nähe zu den Ziel-Märkten, wo die hergestellten Produkte abgesetzt werden sollen

und erst viel später kommt der Flughafen. Der erlaubt einzelnen wenigen Besuchern eine schnelle Anfahrt. Eine Entfernung von 1 h wie von Düsseldorf ist jedoch für die Besucher absolut akzeptabel. Setzt man die Besucher in Relation zu den Mitarbeitern des Unternehmens in Relation, so reden wir von 1-5%. Setzt man die gesamte Reisezeit mit der 1h stündigen Anfahrt vom Flughafen zum Unternehmen in Relation, so wird diese von allen Besuchern als normal akzeptiert. Wichtig ist, daß es einen Flughafen in einer Nähe von 1-2 h gibt. Das ist mit Düsseldorf, Köln, Münster mehr als übererfüllt.
Wer nun behauptet, daß ein Dortmunder Flughafen für die Stadt Dortmund ein eminent wichtiger Wirtschaftsfaktor ist, polemisiert und hat vom eigentlichen Wirtschaftsgeschäft leider keine Ahnung.
Ich erzähl öfters Vorständen /Geschäftsführern von dieser verqueren Logik (Dortmund Provinzairport als Wirtschaftsfaktor). Die schütteln nur den Kopf und amüsieren sich jedesmal köstlich darüber.
Es ist ja ok, für eine Verlängerung der Betriebszeit zu kämpfen - zum Glück erlaubt unser System verschiedene Meinungen (im Gegensatz zu dem zitierten China) - aber dann bitte mit echten Argumenten, die auch überzeugen. Das mit der Wirtschaftskraft tuts leider nicht.

20.07.2011
14:02
Herber Rückschlag für den Flughafen Dortmund
von Dunkler.Lord | #20

Danke lieber Regionalverband. Es scheint doch Leute zu geben die auch an andere Belange denken als die Gier nach Geld !!!!!!

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