Heißer Ritt auf höchstem Niveau
29.11.2009 | 17:07 Uhr 2009-11-29T17:07:00+0100
Akrobatik, Tanz und Effekte machen „Appassionata” zum Show-Spektakel, bei dem die Hauptdarsteller Namen, wie Araber, Andalusier oder Friesen tragen. Heimliche Stars des Abends: Zwei freche Esel.
Animation und Dekoration, entführen die Zuschauer in ein abgeschiedenes Tal, in dem Sam und Claire ihre Liebesgeschichte durchleben. Und obwohl sich die Schauspieler und Tänzer Mühe geben und Blitze oder Rosenblätter über die Leinwand flimmern - so viel dramaturgische Verbrämung hätte es gar nicht gebraucht. Das außergewöhnliche Können der Vierbeiner reicht als Hingucker völlig aus. Begeisterung und Beifall erzeugen all die edlen Rösser nebst ihren waghalsigen Reitern. Denn ungewöhnlich sind alle Nummern. Über brennende Cavaletti jagen die Feuerreiter. Ohne Zügel, aber mit Fackeln in den Händen, drehen sie sogar Galopp-Pirouetten. Auch mit einer „Ungarischen Post” geht's über die flammenden Hindernisse, bei der ein Reiter, auf zwei Pferden stehend, zwei weitere als Gespann vor sich hertraben lässt. Dazu wird ein Unwetter ins Hallenrund projiziert, untermalt von dramatischer Musik. Das passt, die zwei vorderen Füchse verweigern, der Reiter kann nur knapp das Gleichgewicht wieder erlangen. Bei der anschließenden Runde läuft aber alles reibungslos.
„Oh, wie niedlich - Shetties!”, entfährt es einer Besucherin, beim Anblick der quirligen, schwarzen Shetlandponys, die munter den Sand des Karrees aufwühlen. Als Kontrast gesellen sich zwei gewaltige Shire Horses dazu, die als größte Pferderasse der Welt gelten. Dressur-Elemente, wie die Gangart „Spanischer Schritt”, sieht man bei diesen schweren Kaltblütern äußerst selten. Und bei Eseln erst recht. „Coco” und „Basile” beherrschen diese Kunststücke und ihren Trainer Laurent Jahan. Die grauen Zotteltiere knutschen ihn ganz nonchalant oder werfen ihn ab, nur um dann triumphierend einen Huf auf seinen Rücken zu stellen. Großer Beifall für die Publikumslieblinge.
Auch die Ukrainian Cossacks mit ihren halsbrecherischen Stunts werden bejubelt: Auf- und wieder abspringen, sich kopfüber vom Sattel herunterhängen lassen oder sich einmal um den Bauch des Pferdes hangeln - alles in vollem Galopp. Bei all der antrainierten Perfektion, haben Pferde ihren eigenen Kopf, wie ein Schimmel demonstriert, der keine Lust auf Kunststückchen hat, und seinen Passagier kurzerhand in den Sand befördert. Dem verdutzten Reiter bleibt nur noch übrig, einen Salto zu drehen und sich selbst aus dem Staub zu machen. Bei der abschließenden Parade, lassen sich die Pferde für ihre Mühen entlohnen und die Zuschauer antreten - zum ausgiebigen Gruppenkraulen.
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