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Rechtsrock

Harsche Kritik an den Westfalenhallen wegen Frei.Wild-Konzert

30.10.2012 | 18:37 Uhr
Harsche Kritik an den Westfalenhallen wegen Frei.Wild-Konzert
Die umstrittene Band Frei.Wild aus Südtirol kommt in die Westfalenhalle nach Dortmund.Foto: Jan Dinter

Dortmund.  Die Verantwortlichen der Westfalenhallen Dortmund stehen in der Kritik. Stein des Anstoßes ist die Südtiroler Band Frei.Wild, die am 1. November in der Halle auftritt. Der Sänger der Gruppe war Mitglied einer rechtsradikalen Band. Auch Frei.Wild soll rechtes Gedankengut transportieren.

Harsche Kritik hagelt es in Richtung Westfalenhallen, nachdem die umstrittene Band „Frei.Wild“ aus Südtirol in der großen Halle am Donnerstag, 1. November, auftritt.

„Keine städtischen Hallen für rechte Bands“, fordert die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen. Sie wollen das Konzert der Band Frei.Wild in der nächsten Sitzung des Aufsichtsrats der Westfalenhallen thematisieren. „Viele Menschen in Dortmund wehren sich zunehmend mit Erfolg gegen die hiesige Nazi-Szene“, so Ingrid Reuter, Fraktionssprecherin der Grünen. „Die Stadt ist an vielen Stellen eindeutig und unmissverständlich gegen Rassismus und Nationalismus aktiv.“

Umso unverständlicher sei es, dass eine städtische Halle an eine Gruppe vermietet wird, die dafür kritisiert wird, dass sie in ihren Texten völkisch-nationalistische Botschaften verstecke. Es sei unerträglich, so Ratsmitglied Ulrike Märkel, „wenn in der Stadt, in der Mehmet Kubasik , der Punker Thomas Schulz und Polizisten von Nazis ermordet wurden, ungehindert Songs der CD ,Feinde deiner Feinde’ laut gegrölt werden.“

Konzert
Frei.Wild mit Rechtsrock in der Westfalenhalle

Die Böhsen Onkelz waren gestern, heute erobern „Frei.Wild“ aus Südtirol mit ihrem Nationalismus die Bühnen, so auch im November die Westfalenhalle....

Fader Beigeschmack

„Gerade in Dortmund muss man mit dem Thema Rechts besonders behutsam umgehen“, so Dr. Thomas Reinbold, 1. Vorsitzender Bürgerliste. Dieses Gespür lassen jedoch die Verantwortlichen der Westfalenhallen vermissen. Auch wenn der Band „Frei.Wild“ formal juristisch keine „rechten Tendenzen“ nachzuweisen seien, bleibe hier ein fader Beigeschmack.

„Während sich die Stadt angesichts zahlloser Neonazi-Attacken gegen Migranten und Andersdenkende um ein tolerantes Stadtbild bemüht, stellt die Stadttochter Westfalenhalle ihre größte Bühne für eine unverhohlen völkisch-nationalistische Band zur Verfügung“, so Matthias Meyn, Kreissprecher Die Linke. „Diesen Widerspruch empfinden wir als unerträglich.“ Die Linke appelliert an die Stadt, künftig ihren Einfluss gegenüber der Westfalenhallen GmbH wahrzunehmen und ähnliche Konzerte zu unterbinden. „Rechte Propaganda hat in Dortmund nichts verloren, weder auf der Straße, noch in den Parlamenten, noch in den Konzertsälen.“

JuSos gegen Frei.Wild

Für die Jugendorganisation der SPD sind die Songtexte der Band nicht zu vereinbaren mit einer aufgeklärten, demokratischen und toleranten Stadt Dortmund. „Auch wenn der Band juristisch nichts vorzuwerfen ist, sollte bei den Liedtexten der Band schon eine Alarmglocke klingeln. Spätestens wenn man weiß, dass auch die rechte Szene die Erfolge der Band feiert“, erklärt Anna Spaenhoff, stellvertretende Vorsitzende der Jusos. Bei der Verwendung von den Begriffen „Volk“ und „Erbe“ oder dabei, dass die Traditionen der Heimat bewahrt werden sollen, sollte man genauer hinsehen.

Andreas Winkelsträter

Kommentare
30.10.2012
21:30
Harsche Kritik an den Westfalenhallen wegen Frei.Wild-Konzert
von sannimaus79 | #1

Vielleicht hätte sich der Autor auch mal mit der Geschichte Südtirols beschäftigen sollen, die meisten Texte der Band Freiwild befassen sich mit...
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Harsche Kritik an den Westfalenhallen wegen Frei.Wild-Konzert
Harsche Kritik an den Westfalenhallen wegen Frei.Wild-Konzert
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http://www.derwesten.de/staedte/dortmund/harsche-kritik-an-den-westfalenhallen-wegen-frei-wild-konzert-id7246226.html
2012-10-30 18:37
Frei.Wild, Rechtsrock, Westfalenhalle, Musik, Konzert
Dortmund