Hannibal-Betrüger legen erste Geständnisse ab

Die schier unendliche Geschichte des Hannibal-Wohnkomplexes in Dorstfeld beschäftigt seit Mittwoch einmal mehr die Justiz. Sechs Architekten und Manager einer Dorstener Immobilien-Gesellschaft müssen sich wegen millionenschwerer Kreditbetrügereien vor dem Essener Landgericht verantworten - und es gab erste Geständnisse.

Dortmund.. "Ja, ich war an den Deals beteiligt", sagte ein 56-jähriger Wuppertaler.Laut Anklageschrift hatte sich die Dorstener Gesellschaft auf den Ankauf sogenannter Schrott-Immobilien spezialisiert. Die völlig heruntergekommenen Objekte wurden im ganzen Bundesgebiet aufgespürt.

Mit Gefälligkeits-Gutachten befreundeter Architekten und gefälschten Ankaufsrechnungen sollen die Immobilien anschließend auf dem Papier zu höchst werthaltigen Objekten gemacht worden sein. Diese Unterlagen dienten am Ende offenbar dazu, Banken zur Gewährung von Millionen-Darlehen zu bewegen. Vor allem die Delta Lloyd Bank in Köln und die NRW-Bank sollen dabei gewaltige Verluste eingefahren haben. Allein beim Komplex Hannibal spricht die Staatsanwaltschaft von einem Betrugsschaden von rund fünf Millionen Euro.

Langer und zäher Prozess erwartet

Die Millionen-Darlehen sollen nämlich nicht - wie zugesagt - in die weitere Sanierung der Immobilien gesteckt worden sein. Vielmehr sollen die Angeklagten das Geld für eigene Zwecke verbraucht haben. "Dabei mussten die Männer die ganze Zeit über wissen, dass ihr Geschäftsmodell auf Entdeckung ausgerichtet war", heißt es in der Anklageschrift. Den Managern war nach Ansicht der Staatsanwaltschaft bewusst, dass sie die Darlehens-Raten irgendwann nicht mehr würden bedienen können.

Ungeachtet der ersten Geständnisse hat sich die 12. Wirtschaftsstrafkammer des Essener Landgerichts auf einen langen und zähen Prozess eingerichtet.