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Amtsgericht

Handy-Verkauf bringt Zocker vor Gericht

14.01.2013 | 16:04 Uhr
Handy-Verkauf bringt Zocker vor Gericht

Dortmund.   Ein Handy-Kauf und späterer Verlauf in einer Spielhalle brachte einen Zocker in die Bredouille: Doch das Gericht konnte ihm nicht nachweisen, gewusst zu haben, dass das gute Stück aus einem Einbruch stammte und so wurd er er nur wegen „Schwarzfahrens“ verurteilt.

Seinen Anwalt benötige er nicht, so lässt der 30-Jährige auf der Anklagebank Amtsrichter Dröge wissen. Zu dem habe er sowieso keinen Kontakt mehr. Und ja, natürlich, könne man die zweite Anklage, die ihm bisher noch nicht zugesandt wurde, gerne gleich mitverhandeln. „Kein Problem, Herr Richter.“ Dabei lehnt er sich ziemlich entspannt zurück.

Und das konnte der gerichtserfahrene Mann rückblickend auch sein: Vom zweiten, schwerwiegenderen Vorwurf der Hehlerei wurde er freigesprochen, muss jetzt lediglich 1400 Euro Geldstrafe wegen einer einzigen Schwarzfahrt zahlen: Am 23. November 2011 wurde er in der U-Bahn U 47 ohne Ticket am Haltepunkt Hafen erwischt. „Stimmt, ich hatte keinen Fahrschein, was soll ich dazu noch groß sagen?“

„Ich habe es, wie vereinbart, ins Pfandhaus gebracht

Weitaus mehr zu sagen hatte er zu dem Anklagepunkt der Staatsanwaltschaft, ein Handy weiterverkauft zu haben, obwohl er gewusst haben soll, dass es gestohlen war. „Nein, das war mir nicht bekannt“, wehrte sich der 30-Jährige. Und erzählt, was an jenem Abend des 11. Januar 2012 seiner Meinung nach geschah: „Ich war, wie so oft, in der Spielhalle an der Brückstraße.“

Dort habe ihm ein anderer Zocker in Ermangelung an Bargeld dessen neues Handy angedient. „50 Euro habe ich dafür gezahlt.“ Der andere Zocker, dessen Identität er nicht kenne, habe daraufhin die Spielhalle verlassen. Nicht ohne ihm angeblich zugerufen zu haben: „Wenn ich in einer Stunde nicht zurück bin, dann kann Du es zum Pfandhaus bringen.“

„Jetzt bin ich auf einem guten Weg“

Und nichts anderes habe er getan, so behauptet der Mann. Gerade einmal 80 Euro habe er dort für das gute Stück bekommen. „Ziemlich wenig, so mit 100 Euro hatte ich schon gerechnet.“ Und dann kam das dicke Ende: Das Handy, so stellte sich heraus, stammte aus einem Wohnungseinbruch, der Mann geriet in den Fokus der Ermittlungen. Der Schrecken darüber hatte letztlich auch sein Gutes: „Ich habe aufgehört zu spielen und bin auf einem guten Weg.“

Kathrin Melliwa



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