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Gegen Fremdenhass

Handwerk plakatiert Toleranz

23.08.2011 | 22:00 Uhr
Handwerk plakatiert Toleranz

Dortmund.Mittwoch und Donnerstat flattert den 4026 Handwerksbetrieben, die zum Bezirk der Handwerkskammer Dortmund gehören, Post ins Haus, kündigt Anke Degeler an. Darin werden sie aufgefordert, sich bei einer stadtweiten Aktion für Vielfalt und Toleranz stark zu machen.

Dass manche Menschen ein Brett vorm Kopf haben? Daran können auch die Dortmunder Tischler nichts ändern. Sie allerdings zeigen zusammen mit ihren Handwerks-Kollegen am 3. September Flagge mit einer stadtweiten Plakataktion: „Bei uns zählt nicht, wo man herkommt. Sondern wo man hin will!“

Viele Handwerker mit ausländischem Pass

Auch den Handwerkern nämlich verhagelt der Aufmarsch der Neonazis am 3. September in Dortmund das Wochenende. Hier hatten sie beim ersten bundesweiten „Tag des Handwerks“ zeigen wollen, was sie können unter dem Motto: „Deutschland ist handgemacht“. Während Düsseldorf bei einer Body-Painting-Aktion das größte lebende Plakat schafft, Duisburg einen Markt zum Mitmachen organisiert, steckt Dortmund zurück. „Wir wollten einen Ausschnitt des Handwerks zeigen“, sagt Pressesprecherin Degeler. Allerdings sei ihnen von einer Aktion in der Innenstadt abgeraten worden. Das hat nichts mit Einschüchterung tun. „An so einem Tag werden ja die meisten, gerade auch Familien, einen Bogen um die Stadt machen“, vermutet Degeler.

Aber: Sie heben trotzdem ihre Hände, die Dortmunder Handwerksbetriebe. Für Vielfalt, gegen Einfalt. Das Plakat aus der Imagekampagne passt da perfekt. Aber auch solche Zahlen untermauern, dass dem Handwerk Vorurteile und Fremdenhass eben fremd sind: „In Dortmund werden überdurchschnittlich viele Unternehmen von Handwerkern mit ausländischem Pass geführt: Der Anteil ausländischer Betriebsinhaber liegt kammerbezirksweit bei 13 Prozent, in Dortmund bei 20 Prozent.

Integrationsleistung

Dazu kommen natürlich noch zahlreiche Unternehmer mit Migrationshintergrund, aber deutschem Pass“, sagt Degeler. Und: „33 Prozent aller Azubis mit ausländischem Pass werden in Deutschland in Handwerksbetrieben ausgebildet. Sie stehen stellvertretend für die Integrationsleistung der „Wirtschaftsmacht von nebenan“. Im Bezirk der Handwerkskammer Dortmund steigt der Anteil an ausländischen Auszubildenden seit vier Jahren übrigens kontinuierlich an: Von den aktuell 12 880 Lehrlingen haben fast acht Prozent einen ausländischen Pass. Der Anteil der Auszubildenden mit Migrationshintergrund dürfte noch mal mindestens ebenso hoch sein.

Anja Schröder

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Kommentare
31.08.2011
11:45
Handwerk plakatiert Toleranz
von jerczi | #4

Da sind sie wieder, unsere lieben, braunen Saubermänner ....Nazis raus !

24.08.2011
23:26
Handwerk plakatiert Toleranz
von habenicht | #3

Auch den Handwerkern nämlich verhagelt der Aufmarsch der Neonazis am 3. September in Dortmund das Wochenende - was zu bezweifeln ist, da die nationale Demonstration in der Nordstadt und nicht etwa in der Innenstadt stattfinden wird.

Da sind eher die Blockade und Gewaltaufrufe gegen die nationale Veranstaltung ein Grund für eine massive Polizeipräsenz mit Kontrollen auf den Zufahrtswegen und ausbleibende Innenstadt-Besucher, die sich vor Ausschreitungen fürchten und sich sicher noch gut an den 5.9.2009 mit reichlich linker Randale erinnern können. Laut Polizeibericht verlief der Aufmarsch rechts 2009 ohne Vorkommnisse

Das Handwerk könnte am 3.9.2011 also durchaus seine Vielfalt und Toleranz in der Innenstadt zeigen. Gut - man sollte zuvor bei den Anti-Rechts-Kräften nachfragen, was die so tolerieren - aber immerhin hat das Handwerk doch schon ein politisch korrektes Poster vorgestellt. Na bitte - geht doch.

24.08.2011
20:44
Blockierter Kommentar.
von habenicht | #2

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

24.08.2011
04:15
Handwerk plakatiert Toleranz
von xxyz | #1

Wir leben in einer globalisierten Welt. Da ist es vollkommen normal, dass Menschen mit einem ausländischen Pass in einer Branche arbeiten.Experten sind überall gefragt, und die Branchen werden um den besten Nachwuchs kämpfen müssen.

Ich habe zurzeit den Eindruck, dass jeder meint, irgendeine sog. Integrationsleistung oder Förderung von sog. Migranten in die Öffentlichkeit zu stellen. Es gibt ja auch immer tolle Presseberichte, und es erfordert keine besondere Kreativität. Hilft das dieser Gruppe wirklich, und wer ist überhaupt ein Migrant?

Die deutschen Hochschulen haben bspw. ebenfalls einen hohen Anteil an Studenten mit ausländischem Pass. Ebenso studieren viele Deutsche im Ausland. Dieser Austausch ist wichtig und für die Länder, in denen die Menschen studieren, eine gute Gelegenheit, helle Köpfe dauerhaft der Wirtschaft zur Verfügung zu stellen. So haben sich bspw. viele Deutsche in Österreich nach dem STudium niedergelassen, weil sie merkten, dass man in der Alpenrepublik auch hervorragend leben kann.

Es ist Schade, dass der Tag des Handwerks nicht die handwerkliche Vielfalt zeigen kann. Es muss ja nicht jeder immer nur Automechaniker/Friseuse werden.

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