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Gynäkologe soll 113 Frauen mit "Uhren-Kamera" gefilmt haben

20.02.2013 | 11:10 Uhr
Gynäkologe soll 113 Frauen mit "Uhren-Kamera" gefilmt haben
Im Sommer 2012 wurde bekannt, dass ein Frauenarzt in seiner Praxis in der Innenstadt heimlich Aufnahmen von den Genitalien seiner Patientinnen gemacht haben soll. Foto: ddp

Dortmund.   Ein Dortmunder Frauenarzt soll mindestens 113 Frauen heimlich im Intimbereich gefilmt haben — mit einer versteckten Kamera in Armbanduhr und Kugelschreiber. Dutzende Patientinnen haben inzwischen Strafanzeige gegen den Gynäkologen erstattet. Seine Praxis in der Dortmunder Innenstadt hat er abgegeben.

Die Zahl der Frauen, die von einem Gynäkologen heimlich während der Untersuchungen gefilmt und fotografiert wurden, steigt. Bisher sind es 113 geschädigte Frauen. 91 von ihnen stellten Strafantrag. Die Ermittlungen gegen den Arzt seien aber bei weitem nicht abgeschlossen, so die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Dr. Barbara Vogelsang, auf Anfrage.

Anfang Juli 2012 wurde bekannt, dass ein Frauenarzt in seiner Praxis in der Innenstadt heimlich Aufnahmen von den Genitalien seiner Patientinnen gemacht haben soll. Kugelschreiber und Armbanduhr waren bei einer Durchsuchung der Praxis Mitte Juni sichergestellt worden — ebenso wie CDs, DVDs und Computer. Viele Bilder sind offenbar an zwei Tagen im Oktober 2010 sowie an einem Tag im April 2012 entstanden. Komplett ausgewertet ist das sichergestellte Material aber noch immer nicht. Allerdings gilt eine dreijährige Verjährungsfrist – das frühere Anfertigen der Bilder kann strafrechtlich nicht verfolgt werden.

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Bei der Durchsuchung einer Frauenarzt-Praxis in der Dortmunder Innenstadt hat die Polizei einen Kugelschreiber und eine Uhr mit Kamera gefunden.

Die Aufnahmen des verheirateten Mediziners, der nicht mehr praktiziert, stammen aus mehreren Jahren, mindestens aus dem Zeitraum Herbst 2010 bis Frühjahr 2011. Offenbar hatte er mit einer versteckten Kamera gearbeitet.

Vertrauen in die Praxis zutiefst erschüttert

Das Vertrauen in die Praxis war nach diesen mutmaßlich strafbaren Handlungen zutiefst erschüttert. Dies bekam auch die Gynäkologin zu spüren, die als Nachfolgerin die Praxis übernahm. Sie renovierte nicht nur die Räume, sondern leistet in langen Gesprächen Überzeugungsarbeit bei ihren Patientinnen. Mit ihrem Vorgänger hat sie rein gar nichts gemein.

Im Fall einer Verurteilung erwartet den Arzt eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr oder eine Geldstrafe. Wann es zum Prozess kommt, ist derzeit noch völlig unklar.

Ulrike Böhm-Heffels

Kommentare
15.03.2013
11:53
Männlicher Frauenarzt und Sexualität
von PFloyd | #17

Liebe mellow, das ist wie in der Schule, Text lesen und verstehen, Text nicht verstanden= nochmals lesen. Männliche Gynäkologen äußern sich sich nicht...
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2013-02-20 11:10
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