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Interview

Gute Zukunftsaussichten für die Stadt

01.01.2010 | 17:44 Uhr
Gute Zukunftsaussichten für die Stadt

Udo Mager, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Dortmund, blickt im Gespräch auf das Jahr 2009 zurück, spricht über anstehende Projekte und verrät seine Highlights für das Kulturhauptstadtjahr 2010.

Herr Mager, sagen Sie zum Jahresende 2009: Gut, dass wir dieses Krisenjahr endlich hinter uns gebracht haben?

Udo Mager: 2009 war sicherlich kein einfaches Jahr, nicht nur für Dortmund, sondern für Städte und Kommunen weltweit. Ob die Talsohle schon durchschritten ist, lässt sich sicher noch nicht sagen. Uns stehen noch große Herausforderungen bevor – auch der Wirtschaftsförderung. 2010 tragen wir mit Einsparungen von rund 2,4 Millionen Euro zur Konsolidierung des städtischen Haushalts bei. Doch gab es 2009 auch positive Nachrichten.

Können Sie konkrete Beispiele nennen?

Zahlreiche Unternehmen haben sich entschieden, auch in Zukunft auf den Standort Dortmund zu setzen. Nicht wenige planen sogar, vor Ort kräftig zu expandieren. Dazu zählt zum Beispiel die Deutsche Telekom, die ihr Servicecenter ausbaut und damit 300 zusätzliche Arbeitsplätze schafft. Oder nehmen Sie Albonair: Der Automobilzulieferer errichtet auf Phoenix West eine neue Firmenzentrale. Dazu kommen Unternehmen wie TEDI, die mit ihrer Europazentrale in Dortmund gehalten werden konnten, die Direktkrankenkasse BiG, die AOK, der Pressegroßhandel Schmitz und die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe, um nur einige zu nennen.

»Die Stadt hat gute Zukunftsaussichten«

Welche Schwerpunkte gibt es für Sie 2010?

Unser vorrangiges Ziel ist es, die wirtschaftliche Entwicklung voranzutreiben und dadurch Arbeit und Beschäftigung zu sichern. Wir setzen daher neben den klassischen Industriebranchen konsequent auf die so genannten „Zukunftsbranchen“ wie die Informationstechnologien, Logistik, Mikro- und Nanotechnologie oder auch Biotechnologie. Mit dem dortmund-project haben wir diese Branchen kontinuierlich gefördert und weiterentwickelt – und das seit nunmehr zehn Jahren. Die Zahlen sprechen für sich. Ende 2009 hat das Beratungsunternehmen prognos seinen „Zukunftsatlas Branchen“ veröffentlicht. Dortmund liegt dabei auf Platz 23 von insgesamt 413 untersuchten Städten und Gemeinden. Anders ausgedrückt heißt das: Die Stadt hat gute Zukunftsaussichten.

Büßt sie durch die Anhebung der Gewerbesteuer nicht Wettbewerbsfähigkeit ein?

Natürlich spielt die Höhe der Gewerbesteuer bei der Ansiedlung von Unternehmen und als „Signal“ an Bestandsunternehmen eine wichtige Rolle. Ich habe deshalb von einer Erhöhung abgeraten. Nun ist der Ratsbeschluss, der immerhin statt 475 „nur“ 468 Punkte vorsieht, zu respektieren. Dortmund hat ja in der Vergangenheit immer auch mit anderen Leistungen gepunktet. Dazu zählt eine effiziente Planungsverwaltung ebenso wie eine hervorragende Infrastruktur. Außerdem wird die Attraktivität eines Standortes auch von Kriterien wie wissenschaftliche Kompetenzen, Verfügbarkeit qualifizierter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Flächenangebote und Netzwerkstrukturen bestimmt.

Spielt in Sachen Attraktivität auch das Thema Klimaschutz eine Rolle?

Dieses Thema ist in den vergangenen Monaten immer mehr in den Mittelpunkt gerückt. Dortmund ist hier sehr gut aufgestellt und verfolgt schon länger ehrgeizige Ziele. Dies gilt zum Beispiel im Bereich energieeffiziente Immobilien, in dem die Stadtverwaltung selbst mit gutem Beispiel vorangeht. Ältere Gebäude werden energetisch saniert und bei Neubauten wird Wert darauf gelegt, ökologisch und energieeffizient zu bauen sowie verstärkt regenerative Energien zu nutzen.

Highlight des kommenden Jahres ist sicherlich RUHR.2010. Welchen Stellenwert hat das Kulturhauptstadtjahr?

Im Kulturhauptstadtjahr steht die Kreativwirtschaft im Mittelpunkt. Im U entsteht derzeit aber nicht nur ein Zentrum für Kunst und Kreativität, sondern eines der fünf RUHR.Visitor Center in der Metropole Ruhr. Als Besucherzentrum bieten wir unseren Gästen dort eine feste Anlaufstelle. Wir wollen die Chance nutzen, uns der Welt 2010 von unserer besten Seite zu zeigen.

Im Bild:Die neue Technologie Park Fläche auf dem Phoenix West Gelände. Gewerbe Gebiet rund um den alten Hochofen. WR-Foto: Ralf Rottmann

WR

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Kommentare
13.02.2010
21:51
Gute Zukunftsaussichten für die Stadt
von HansDampf | #17

2010 tragen wir mit Einsparungen von rund 2,4 Millionen Euro zur Konsolidierung des städtischen Haushalts bei.


>Das ist ja dann wohl der große Wurf.


Natürlich spielt die Höhe der Gewerbesteuer bei der Ansiedlung von Unternehmen und als „Signal“ an Bestandsunternehmen eine wichtige Rolle. Ich habe deshalb von einer Erhöhung abgeraten. Nun ist der Ratsbeschluss, der immerhin statt 475 „nur“ 468 Punkte vorsieht, zu respektieren.

> Das sagt eigentlich schon alles. Welche Bestandsunternehmen ? KHS als letzter größter industrieller Arbeitgeber ? Terex Mining ? Die Radeberger Gruppe ? Dachser und Rhenus auf dem Logistiksektor und dann noch ein paar Versicherungen. Oder zählt Herr Mager hierzu auch die Städtischen Eigenbetriebe ? Dann kann sich Dortmund ja gleich sein eigenes Geld Drucken mit dem Konterfei von Herrn Langemeyer oder sonst wem.

Wir setzen daher neben den klassischen Industriebranchen konsequent auf die so genannten „Zukunftsbranchen“ wie die Informationstechnologien, Logistik, Mikro- und Nanotechnologie oder auch Biotechnologie.

> Jep, in Dortmund wohnen seit jeher nur hochqualifizierte Bildungseliten vorwiegend aus dem naturwissenschaftlichen Sektor. Wir sind gewissermassen das silicon valley des Ruhrgebiets. Herr Mager, ich bitte Sie. Das Engagement ist gut und richtig aber nur ein Tropfen auf dem heissen Stein.

Dies gilt zum Beispiel im Bereich energieeffiziente Immobilien, in dem die Stadtverwaltung selbst mit gutem Beispiel vorangeht. Ältere Gebäude werden energetisch saniert

> Das gute Besipiel hat lange genug auf sich warten lassen und ist nur Teil des Konjunkturpakets.

Kerr, Kerr, Kerr

04.01.2010
07:23
Gute Zukunftsaussichten für die Stadt
von Horch72 | #16

Lieber Herr Ralf Grönke !

Sicherlich ist nicht die SPD für alles verantwortlich. Ich selber habe jahrzehnte hinter der SPD gestanden. Aber das für Stahl und Bier kein Markt mehr da ist stimmt so nicht.

Ich bin auch sehr über die Schwarz-Gelbe Regierung verärgert, denn es wird immer nur auf den Export geschaut und die Inlandsnachfrage bleibt aussen vor.

Soziale Intelligenz ist:

HIER LEBE ICH, HIER KAUFE ICH EIN

Aber wenn ich dann sehe, dass in Dortmund Linienbusse der Marken VanHool (Belgien) und Solaris (Polen) rum fahren, geht mir der Hut hoch. Zumal wir selber in Dortmund ein kleines Mercedes Benz Werk haben in dem Busse gebaut werden.

Dann soll sich die SPD doch Ihre Stimmen in Belgien und Polen holen.

04.01.2010
06:28
Gute Zukunftsaussichten für die Stadt
von Ralf Grönke | #15

#11 jklop
Wie sah vor 22 Jahren Dubai aus?

Fragen wir uns lieber:
Wie sieht es heute in Dubai aus ?

Die mussten sich 10 Milliarden pumpen vom Nachbaremirat, sonst wären sie pleite !!

04.01.2010
06:19
Gute Zukunftsaussichten für die Stadt
von Ralf Grönke | #14

Sorry, es soll heißen Erich Schünemann.

04.01.2010
06:12
Gute Zukunftsaussichten für die Stadt
von Ralf Grönke | #13

Lieber Erich Schürmann.

T r a g i s c h ihr Schicksal; aber sie stehen nicht alleine da, bei rund 10% Arbeitslosigkeit in Dortmund.
Nicht an allem ist die SPD (kollektiv) schuld; auch die Wirtschaftslage und, vor allem die neoliberale Landesregierung trägt dazu bei. Unisono?

Wir sollten ( außer uns gegenseitige Schuldzuweisungen zu geben) versuchen, überparteilich Synergien entstehen zu lassen, um der Misere ein Ende zu bereiten.

03.01.2010
18:01
Gute Zukunftsaussichten für die Stadt
von frank.gabriel | #12

Der nötige Strukturwandel wurde in Dortmund, eigentlich im gesamten Ruhrgebiet, in der Tat viel zu zögerlich angegangen. Wie lange hat die SPD am unrentablen Bergbau festgehalten! Jetzt dasselbe Theater bei Opel, einem Unternehmen, das seit Jahren Verluste einfährt. Da kommt der große Knall in ein paar Jahren. Die Bräsigkeit bezieht sich aber nicht nur auf die Politiker und Manager, die ihren Job meistens aufgrund von politischen Beziehungen bekommen. Auch viele Menschen im Ruhrgebiet, die vor Jahrzehnten mal sehr wandlungsfähig waren und z.B. Millionen Zuwanderer aufgenommen haben, hängen zu sehr am Alten und verschlafen das Neue. So wird das nichts mit den Jobs für alle.

03.01.2010
16:41
Gute Zukunftsaussichten für die Stadt
von jklop | #11

Auf Minister Stein wurde 1987 die letzte Kohle gefördert. Nach mehr als 22 Jahren ist dort in vielen Bereichen nicht mehr als eine Ansammlung von Pionierpflanzen zu sehen.
Dennoch wird dieses Beispiel auch immer gerne für die Erfolge der Wirtschaftsförderung genannt.

Wie sah vor 22 Jahren Dubai aus? Istanbul ist von 6Mio auf 12 Mio Einwohner gewachsen.

Von Dynamik ist hier in Dortmund leider nicht viel zu sehen. Wie konkurrieren international.

03.01.2010
14:58
Gute Zukunftsaussichten für die Stadt
von DoBiDo | #10

Für 13 Millionen Euro Budget zuzüglich der Fördergelder von EU, Bund und Land NRW für diverse Projekte und die geheimen Querfinanzierungen aus dem Haushalt und zum Beispiel der Gelder der Emschergenossenschaft beim Phoenixsee, ist das Ergebnis der Wirtschaftsförderung eher mager. Im wahrsten Sinn des Wortes.

Sicher, etwas wurde geschafft aber der Rest ist dummdreiste Lobhudelei, Eigenlobhudelei, Megapeinlich.

03.01.2010
14:12
Gute Zukunftsaussichten für die Stadt
von Horch72 | #9

@ djangolino

So, so Bier wird nach Ihrer Ansicht also nur von Proletariern getrunken. Würde Ihr Weitblick auch nur 150 KM weit reichen könnten sie die größte Abfüllanlage europas sehen. Die steht in Mönchengladbach und gehört der Öttinger Brauerei. Öttinger bezeichnet den Standort in Mönchengladbach voller Ironie als Zweigniederlassung:

http://www.oettinger-bier.de/frame2.htm

Dortmund war bis Mitte der 90ger Jahre europas größte Bierstadt und heute...... Der SPD in Dortmund, der Herzschrittmacher der Nation sei Dank !

Und das Arbeiter Mixgetränke trinken ist mir auch neu. Das Problem welches Dortmund hat ist, dass die SPD meint unsere Stadt sei Ihr privateigentum, doch dem ist nicht so !!!!!

Und das Sie Ihren Job durch die liebe nette Verwantschaft bekommen haben und dafür schön brav Ihr Kreuzchen bei der SPD machen, ist mehr als offensichtlich.

Erich Schünemann
DIE LINKE Dortmund

03.01.2010
12:17
Gute Zukunftsaussichten für die Stadt
von Eigenrecherche ist gut | #8

Wer waren den die Dortmunder Brauereien? Es waren wohl auch hier die Manager oder Vorstände, die die Trends verschlafen haben. Oder fiel dass in den Bereich der Arebiter an den Abfüllanlagen??

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