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„Gute Songs kommen von der Straße“

19.08.2012 | 15:47 Uhr
„Gute Songs kommen von der Straße“
Seit 40 Jahren zählt Allan Taylor als Dichter und Troubadour zu den geschätztesten Singer-Songwritern der Folk-Szene.

Dortmund.   Seit 40 Jahren zählt Allan Taylor als Dichter und Troubadour zu den geschätztesten Singer-Songwritern der Folk-Szene. Mit literarischer Anmut widmet sich Taylor in seinen Liedern den ansonsten unbesungenen Helden. Am 7. Oktober singt er im Piano.

Seit 40 Jahren zählt Allan Taylor als Dichter und Troubadour zu den geschätztesten Singer-Songwritern der Folk-Szene. Mit literarischer Anmut widmet sich Taylor in seinen Liedern den ansonsten unbesungenen Helden. Trotz seines akademischen Grades ist Taylor seinen Wurzeln immer treu geblieben und singt mit seiner unverwechselbaren tiefen, sonoren Stimme bewegende Roadsongs. Auch mit seinem filigranem, so einfach anmutendem Gitarrenspiel begeistert der 67-Jährige seine Fans. Am Sonntag, 7. Oktober, tritt der Brite wieder im Musiktheater Piano auf.

Sie haben die Schule mit 16 Jahren verlassen, um in den 80er Jahren die Abschlüsse nach zu holen, zu studieren und ihre Dissertation zu schreiben. In welchem Fach haben sie ihren Doktortitel?

Allan Taylor: Ich bin Doktor der Ethnomusicology, das ist eine Kombination aus Soziologie, Anthropologie, Musikwissenschaft und Psychologie.

Warum haben sie sich erst so spät entschieden noch mal zu studieren?

Taylor: Wie alle Kinder der Arbeiterklasse habe ich die Schule verlassen, um zu arbeiten. Drei Jahre lang habe ich eine Ausbildung gemacht und bin mit 21 Jahren mit der Gitarre losgezogen, um nie mehr zurück zu kommen. Aber mit Mitte 30 hatte ich das Bedürfnis, wieder etwas zu lernen. Erst habe ich den Bachelor gemacht, dann den Master, um schließlich mit dem Doktor abzuschließen. Das hat zwölf Jahre gedauert. In der Zeit habe ich nebenbei aber eine Reihe von CDs aufgenommen. Für die BBC geschrieben und bin viel getourt. Es war eine höchst produktive Zeit.

Unterrichten sie abseits der Musik?

Taylor: Nicht mehr. Ich habe drei Jahre an einer Kunsthochschule Philosophie unterrichtet, aber ich hatte keine Lust mehr auf die ganze Bürokratie. Ich bevorzuge es, ein reisender Troubadour zu sein.

Hilft es einen guten Song zu schreiben, wenn man soviel Hintergrundwissen hat?

Taylor: Mein musikalisches Wissen war schon vor meinem Studium sehr fortgeschritten. Ich habe viel durch das Hören von vielen unterschiedlichen Genres gelernt. Tatsächlich habe ich acht Alben aufgenommen, ohne eine einzige Note zu können. Eine formale musikalische Erziehung hat eher einen schlechten Einfluss auf das Songschreiben. Gute Songs kommen in der Regel von der Straße, um genauer zu sein aus den Kneipen und Cafes entlang der Straßen!

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2012-08-19 15:47
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