Gutachten sagt aus: Schweres Versagen
20.06.2007 | 08:30 Uhr 2007-06-20T08:30:34+0200Im Fall der im August 2004 in der Hagener Klinik Ambrock verstorbenen Dortmunderin Petra Berenberg-Hoffmeister hat nun ein weiteres Gutachten der Klinik ein schweres Versagen vorgeworfen.
Das Landgericht Hagen hatte es in Auftrag gegeben, es dient der zivilrechtlichen Klärung, ob die Klinik zu Schadensersatzzahlungen herangezogen werden kann.
Petra Berenberg war am sechsten August 2004 an den Folgen des Guillain-Barre?-Syndroms gestorben, einer Erkrankung, bei der sich das Immunsystem gegen das eigene Nervensystem richtet. Die damals 38-Jährige hinterließ einen Mann und zwei Kinder.
Christian Koch, Anwalt der Familie Hoffmeister, sieht in dem Gutachten letztendlich eine Bestätigung der anderen bereits eingeholten Gutachten, die allsamt ein medizinisches Versagen festgestellt hatten. In diesem Fall bescheinigte die Universitätsklinik Münster den Medizinern Behandlungsfehler, "die den Tod der Patientin wesentlich begünstigt haben". "Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit", so hieß es weiter, "hätte das Leben der Patientin auch am 6.08.2004 noch gerettet werden können." Voraussetzung: eine intensive Überwachung.
Klemens Kunsleben, Sprecher der Helios-Region West, zu der die Klinik Ambrock gehört, hielt sich mit einer Stellungnahme zurück - das Gutachten werde gerade überprüft.
Ein Verfahren wegen fahrlässiger Tötung gegen zwei Mediziner der Klinik war im Januar von der Staatsanwaltschaft Hagen gegen Zahlung von Geldbußen eingestellt worden.
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