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Grünes Licht für Gemeinschaftsschul-Bewerbung

19.11.2010 | 16:49 Uhr
Grünes Licht für Gemeinschaftsschul-Bewerbung
Im Blickpunkt bei der Standortsuche: das Schulzentrum an der Dörwerstraße in Nette mit der Albert-Schweitzer-Realschule, dem Heinrich-Heine-Gymnasium und der Hauptschule Nette. Foto: Helmuth Voßgraff

Dortmund.Dortmund rangiert jetzt ziemlich weit vorne auf der Liste jener Städte, die sich am Modellversuch der rot-grünen Landesregierung mit der neuen Gemeinschaftsschule beteiligen wollen. Der Stadtrat stimmte mehrheitlich für die Bewerbung.

Dass die Stadt bei der Frage „Wer macht mit?“ aufzeigen soll, hat das Stadtparlament am Donnerstagabend mit den Stimmen von SPD und Grünen mehrheitlich beschlossen. CDU und FDP halten von der neuen Schulform gar nichts.

Für die Fraktion von FDP und Bürgerliste ist die Gemeinschaftsschule eine „Mogelpackung“ mit dem Ziel, durch Zusammenlegungen von Gymnasien, Real- und Hauptschulen mittelfristig alle Schulformen zu Gemeinschaftsschulen zu verschmelzen. Dazu werde die neue Ganztagsschulform mit zum Teil zeitlich begrenzten Privilegien etwa bei der Lehrerzuweisung ausgestattet. „Vor diesem Hintergrund“, hieß es in ihrem mehrheitlich abgelehnten Ratsantrag, „steht insbesondere auch die von SPD und Grünen in der Bezirksvertretung Lütgendortmund für eine Gemeinschaftsschule ins Gespräch gebrachte Hauptschule Kley nicht zur Disposition.“

CDU fehlt Schulentwicklungsplan

Die CDU lehnte die Teilnahme an dem Schulversuch auch deshalb ab, weil in Dortmund kein vom Rat genehmigter Schulentwicklungsplan vorliege; ein solcher ist aber - wie berichtet - zwingende Genehmigungsvoraussetzung für jede Gemeinschaftsschulgründung. Denn laut Förderbestimmungen des Landes muss gewährleistet sein, dass die neue Schule keine bestehende weiterführende Schule in die Existenznot treibt.

Auch der Antrag der CDU, vor gravierenden Änderungen in der Schullandschaft bei der Verwaltung einen Schulentwicklungsplan in Auftrag zu geben, der auf den jüngsten Schülerzahlen sowie auf der laufenden Analyse der Gebäudezustände beruht, fand im Rat keine Mehrheit. Für die SPD ist der klassische Schulentwicklungsplan für Dortmund längst ein alter Hut.

Erster kommunaler Bildungsbericht

„Dortmund hat im Jahre 2007 als bundesweit erste Stadt einen kommunalen Bildungsbericht vorgelegt, der sich ganz detailliert mit der Entwicklung der Schulformen befasst“, sagt Monika Greve aus der SPD-Fraktionsgeschäftsstelle. Der Bericht werde in 2011 aktualisiert und um die Betrachtung der Berufskollegs und Förderschulen vertieft. Über wesentliche Abweichungen von den Prognosen würden der Schulausschuss des Rates und die betreffenden Bezirksvertretungen stets auf dem laufenden gehalten.

Nach dem Ratsbeschluss konzentriert sich die Verwaltung bei der Suche nach einem baulich für den Ganztagsbetrieb geeigneten und von Eltern wie Lehrern akzeptierten Standort für die Gemeinschaftsschulen auf Schulzentren in jenen vier Stadtbezirken, die noch keine Gesamtschule mit längerem gemeinsamen Lernen zu bieten haben: Aplerbeck, Hörde, Mengede und Eving.

Rolf Maug

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