Das aktuelle Wetter Dortmund 26°C
Wiederholungswahl

Grüne wegen Panne in Dortmund-Wickede nicht wählbar

16.08.2012 | 21:00 Uhr
Grüne wegen Panne in Dortmund-Wickede nicht wählbar
Peinlich für die Grünen: In Dortmund-Wickede kann sie niemand wählen.Foto: Knut Vahlensieck

Dortmund.  Wer in Wickede wohnt, kann bei der kommenden Ratswahl den Grünen nicht seine Stimme geben. Denn der Kandidat vom letzten Mal ist aus Dortmund weggezogen - und niemand hat es rechtzeitig bemerkt. Dabei hätte die Partei gerade dort mit vielen Stimmen rechnen können.

Peinliche Panne für die Grünen: Weil die Umweltpartei bei der Aufstellung der Wahllisten für die Ratswahl zu spät bemerkt hatte, dass ihr Direktkandidat für Wickede, Björn Bozic, inzwischen aus Dortmund weggezogen ist und deshalb nicht mehr antreten darf, können die Grünen im Wahlkreis 20 nun gar nicht gewählt werden. Besonders bitter: In Wickede wohnen viele Fluglärmgegner , die traditionell den Grünen ihre Stimme geben.

Betroffen sind die Stimmbezirke 20101 bis 20108. Sogar Ursula Wirtz, die stadtbekannte Vorsitzende der Schutzgemeinschaft gegen den Fluglärm, könnte, wenn sie denn wollte, am übernächsten Sonntag nicht derjenigen Partei ihre Stimme geben, die konsequent wie keine andere jegliche Erweiterung des Flughafens ablehnt.

Minus beim Gesamterergebnis befürchtet

Doch die Sache ist nicht nur peinlich für die Partei und ärgerlich für ihre Wählerschaft, sondern dürfte sogar aufs Stadtergebnis der Grünen durchschlagen. Bei der letzten Kommunalwahl 2009 kamen die Grünen im Wahlkreis 20 immerhin auf 12 Prozent. Das waren absolut zwar nur 621 Stimmen (von knapp 32.000 in ganz Dortmund für die Umweltpartei).

In der Parteizentrale rechnet man aber dennoch mit einem Minus von 0,1 bis 0,3 Prozent beim Gesamtergebnis. - je nach Wahlbeteiligung. „Das ist sehr, sehr bitter und keineswegs nur Kosmetik“, sagte gestern denn auch eine spürbar zerknirschte Kreisgeschäftsführerin Martina Müller im Gespräch mit unserer Zeitung.

Auch finanzieller Schaden

Zusätzlich zum politischen Schaden kommt jetzt auch ein finanzieller: In aller Eile haben die Grünen Postwurfsendungen drucken lassen, die an die über 7600 Haushalte im Wahlkreis verteilt werden. Damit wolle man alle Wahlberechtigte über den Fehler informieren und sich dafür entschuldigen, so Müller. Irritiert habe die Grünen bei der Listenaufstellung im Stadtbezirk Brackel, zu dem Wickede gehört, wohl auch das Hin und Her um die Wiederholungswahl .

Bemerkt habe man den Fehler erst, als Wähler die Grünen nicht auf den Briefwahlzetteln vorfanden. Für die Nachnominierung eines Ersatzkandidaten sei es dann zu spät gewesen.

Michael Kohlstadt


Kommentare
19.08.2012
13:40
Grüne wegen Panne in Dortmund-Wickede nicht wählbar
von Ratsmitglied | #6

Tja, keine Piraten, keine Grüne, dann bleiben ja für Flughafengegner und Naturschützer (Stichwort Pleckenbrinksee) nur noch DIE LINKEN übrig. Bin auf das Einzelergebnis gespannt, zumal in Wickede ja ausgerechnet der Fraktionschef der LINKEN seinen Direktwahlkreis hat.

Bei dem hätte man es wohl gemerkt, wenn der weggezogen wäre *g*. SPD und CDU sind ja für den Flughafenausbau und die OWIIIa und die FDP hat hier keine Leute die irgendwas vertreten könnten.

17.08.2012
13:24
Grüne wegen Panne in Dortmund-Wickede nicht wählbar
von SanMiguel54 | #5

Kann man diese "Panne" nicht bundesweit ausdehnen - zum Nutzen des Volkes.

17.08.2012
13:01
Grüne wegen Panne in Dortmund-Wickede nicht wählbar
von fuffzigpfennig | #4

Die Grünen selbst sind die größte peinliche Panne!

17.08.2012
12:56
Grüne wegen Panne in Dortmund-Wickede nicht wählbar
von JeanP | #3

Schöne Überschrift, keine Frage!
... aber ich wüsste ehrlich gesagt noch weitaus mehr Gründe, warum die Grünen nicht wählbar sind - und das auch und vor allem bundesweit.
Die Panne in Dortmund-Wickede ist demgegenüber sogar völlig unbedeutend.

17.08.2012
11:26
Grüne wegen Panne in Dortmund-Wickede nicht wählbar
von xxyz | #2

Eine Partei sollte doch mitbekommen, wenn Kandidaten die Stadt verlassen.

17.08.2012
11:10
Grüne wegen Panne in Dortmund-Wickede nicht wählbar
von Pase_Lacki | #1

Hihi, geschieht den Bevormundern recht.

1 Antwort
Grüne wegen Panne in Dortmund-Wickede nicht wählbar
von kittekat | #1-1

Interessant, wie Hyänen gleich manche Zeitgenossen und -genossinnen sich jetzt der
Beute annehmen. Für mich offenbart sich in dieser Häme ein Unterlegungsgefühl, das sich endlich Bahn brechen kann. An seinem / ihrem eigenen Unvermögen zu arbeiten, darauf sind diese Typen wohl noch nicht gekommen.
Es gibt durchaus seriöse Mitbewerber aus den Reihen der Bürgerliste und LINKEN,
die auf Zuwachs durch die rd. 600 Stimmen hoffen. Das ist legitim. Aber: das Fell
des Bären kann nur einmal verteilt werden.

Aus dem Ressort
Lebensgefahr - DEW nimmt Nordstadt-Haus vom Netz
Münsterstraße
"Gefahr für Leib und Leben": DEW21 Netz hat zusammen mit Ordnungsamt und Polizei ein Haus an der Münsterstraße in der Nordstadt von der Versorgung getrennt. Offenbar wurden dort die Strom- und Wasserleitungen manipuliert.
Genossenschaft will Senior (84) aus Wohnung werfen
Nach 37 Jahren
Rauswurf für einen behinderten Senior? Der Baroper Dieter Berse (84) ist seh- und gehbehindert und wohnt seit 37 Jahren in der Wohnung einer Genossenschaft. Obwohl Berse selbst Genosse ist, soll er plötzlich raus aus seiner Wohnung, wird gar verklagt - wir erklären den Fall.
Mann muss aus Auto geschnitten werden
Bayrische Straße
Schwerer Unfall in Eving: An der Bayrischen Straße sind am Freitagmittag zwei Autos kollidiert. Vier Personen wurden dabei laut Polizei verletzt. Ein Schwerverletzter musste von der Feuerwehr aus seinem Auto geschnitten werden. Die Feuerwehr war mit einem Großaufgebot vor Ort.
Lebensgefahr — Dortmunder Versorger nimmt Haus vom Netz
Problemhaus
Der Dortmunder Energie- und Wasserversorger DEW21 Netz hat zusammen mit Ordnungsamt und Polizei ein Haus an der Münsterstraße in der Nordstadt von der Versorgung getrennt. Offenbar wurden dort die Strom- und Wasserleitungen manipuliert. Die Situation war offenbar lebensgefährlich.
Genossenschaft will Senior (84) aus Wohnung werfen
Wohnen
Rauswurf für einen behinderten Senior? Der Dortmunder Dieter Berse (84) ist seh- und gehbehindert und wohnt seit 37 Jahren in der Wohnung einer Genossenschaft. Obwohl Berse selbst Genosse ist, soll er plötzlich raus aus seiner Wohnung, wird gar verklagt — wir erklären den Fall.
Fotos und Videos
Fritz Eckenga im Spiegelzelt
Bildgalerie
Fotostrecke
Im Atelier von Osman Xani
Bildgalerie
Fotostrecke
So entsteht die Energie-Plus-Kita
Bildgalerie
Fotostrecke
So sieht es derzeit im Fredenbaumpark
Bildgalerie
Fotostrecke