Große Erleichterung über Kaufaktion der Stadt
25.06.2010 | 18:07 Uhr 2010-06-25T18:07:00+0200
Dortmund.„Ich bin begeistert über die Aktivitäten der Stadt“, erklärte Manfred Krüger-Sandkamp von den Grünen zum Kauf des Neonazis-Treffs an der Rheinischen Straße durch die Stadt. Unsere Zeitung hatte exklusiv darüber berichtet, dass die Stadt bei einer Versteigerung den Zuschlag für das Gebäude bekommen hat, in dem derzeit noch ein rechtsextremer Internethandel zu Hause ist.
Krüger-Sandkamp hatte sich in der Vergangenheit in der Bezirksvertretung Innenstadt-West wiederholt dafür eingesetzt, dass dem rechtsextremen Treiben an der Rheinischen Straße ein Ende bereitet wird. Nun habe die Stadt auch widerlegt, was von einigen gedacht werde, dass sie nichts gegen Rechts unternimmt.
„Ich bin sehr zufrieden, dass sich die Stadt eindeutig positioniert hat“, erklärte Hartmut Anders-Hoepgen, Sonderbeauftragter der Stadt für Vielfalt, Toleranz und Demokratie. Die Stadt habe mit dem Aktionsplan gegen Rechts, mit der Koordinierungsstelle und mit dem Kauf ganz deutlich Flagge gezeigt, wie auch der neue OB Ullrich Sierau mehrfach. „Das passt in die Linie“, so Anders-Hoepgen. Vielleicht sehen sich durch diese Aktion einzelne ermutigt, „Stärke gegenüber den Machenschaften der Rechten zu zeigen“.
Als Unterstützung für die Dorstfelder werde man das große Friedensfest, das am 4. September stattfindet, wenn Neonazis erneut aufmarschieren, auf dem Wilhelmsplatz in Dorstfeld durchführen.
Als „tolle Lösung“ bezeichnet Friedrich Stiller, Sprecher des Arbeitskreises gegen Rechtsextremismus, den Schritt der Stadt. „Ich bin froh, dass das Haus nun eine Perspektive bekommt, dass es nun gelingen könnte, den Schwerpunkt der Neonazis dort aufzulösen.“ Alle Vermieter sollten sensibilisiert sein. Im Zweifelsfalle könnten sie sich zur Unterstützung an den Arbeitskreis wenden.
„Natürlich atmen wir auf, dass das geschafft worden ist“, freute sich Ursula Richter vom Bündnis Dortmund gegen Rechts. „Es ist ein richtiger Schritt. Jedoch nur ein Schritt. Denn das Problem Neonazis habe man damit nicht gelöst, warnte sie. Sie schätze, dass die Neonazis nun ausweichen werden, denn „Das Netzwerk bleibt bestehen.“