Grippeviren haben Dortmund im Griff - 60 Busfahrer krank

Husten, Schnupfen, Kopfschmerzen: Die Grippewelle hat die Stadt erreicht. Vor allem mit Bronchial-Infekten haben die Dortmunder derzeit zu kämpfen. Das führt an einigen Stellen zu Personalmangel - an einem Gymnasium gab es schon einen "Brandbrief" an die Eltern.

Dortmund.. Apotheker Michael Mantell schätzt - im Vergleich zum Vorjahreszeitraum - den Anstieg der Erkältungsopfer in diesen Tagen auf 300 Prozent. Aber: 2014 gab es keine Grippewelle, dem ausgefallenen Winter war‘s zu danken. Besonders häufig von Grippeviren und Erkältungs-Erregern erwischt werde derzeit die Generation der 20- bis 40-Jährigen, sieht Mantell tagtäglich.

Es sind vor allem alle Formen von Bronchial-Infekten, die in der Hörder Stiftsapotheke landen, hartnäckige Formen von Husten, weniger Schnupfen. Der Apotheker empfiehlt schleimlösende Mittel, Hustensäfte mit Thymian oder Efeu und Geduld.

Viele Lehrer sind erkrankt

Viel Geduld brauchen auch Eltern von schulpflichtigen Kindern oder von Zwergen im Kita-Alter. Einen "Brandbrief" schrieb Dr. Detlef von Elsenau an Mütter und Väter. Der Direktor des Heinrich-Heine-Gymnasiums und Sprecher der Dortmunder Gymnasien teilte den Familien mit: "Sehr viele Kolleginnen und Kollegen sind erkrankt und auch in vielen Klassen und Lerngruppen sind die Reihen deutlich gelichtet. Wir bemühen uns nach Kräften, den Unterricht aufrecht zu erhalten."

Für die städtischen Kindertageseinrichtungen Fabido gibt Stadtsprecherin Anke Widow Entwarnung. Noch. "Es ist eine schwierige Zeit, nicht nur, was Grippeviren betrifft, sondern auch Erreger von Magen-Darm-Erkrankungen. Aber wir haben keine dramatischen Ausfälle", sagt Widow.

Keine bedrohliche Lage

Auch an den 89 Grundschulen sei die Lage nicht bedrohlich, so Schulamtsdirektor Bernd Bandulewitz. Einzelne Schulen gäbe es jedoch, an denen drei, vier Lehrkräfte erkrankt seien. Angesichts der kleinen Lehrerkollegien an Grundschulen kann dies aber schnell die halbe pädagogische Besetzung sein, die aktuell flach liegt. Bandulewitz hofft nur, dass keine langfristigen Erkrankungen hinzukommen: "Es sind keine Bewerber auf dem Markt."

Bangen auch bei den Stadtwerken: Von rund 400 Busfahrern sind 60 erkrankt. "Allerdings kennt DSW21 natürlich nicht die einzelnen Krankheitsbilder dieser Mitarbeiter und es wäre spekulativ, jetzt hier verstärkt auf die Grippewelle zu setzen", sagt DSW-Sprecher Wolfgang Herbrand. Da nun aber eine urlaubsärmere Zeit sei, könnte DSW die Dienste vollständig abdecken. Fahrtausfälle habe es bisher nicht gegeben.