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Winterdienst

Klagen über nicht geräumte Radwege in Dortmund

12.12.2012 | 22:00 Uhr
Winterdienst ist auf vielen Radwegen Fehlanzeige, hier die B 54.Foto: Gerald Nill

Dortmund.  Auch in diesem Winter sind Radfahrer in Dortmund Verkehrsteilnehmer dritter Klasse. Die Zuständigkeiten zum Winterdienst sind immer noch ungeklärt. Oft wird auf Radwegen überhaupt nicht gestreut - zum Leidwesen der Radler.

Es ist mit dem ersten richtigen Schnee fast wie zu Weihnachten. Es kommt so plötzlich, dass die zuständigen Stellen offenbar überhaupt nicht wissen, ob denn auf Radwegen nun geräumt werden muss oder nicht. Die Frage der Zuständigkeit ist das nächste Problem.

Am Morgen hieß es gestern noch bei EDG, es dürfe nicht einen (!) Meter Radwege in Dortmund geben, die nicht gestreut sind. Am Mittag meldete sich EDG-Sprecherin Hartmann und relativierte: „Das betrifft nur die verkehrswichtigen Radwege.“

Was ist ein „verkehrswichtiger Radweg?“ Wie sieht es mit der Schnettkerbrücke aus? Das möchte auch der Verkehrsclub Deutschland wissen. Der hatte darauf hingewiesen, dass bereits vor dem Schneeeinbruch am Mittwoch spiegelblankes Eis eine erhebliche Unfallgefahr darstellt. Immerhin geht es um die wichtigste Strecke aus der City zum Hochschul-Campus. Zahlreiche Studenten nutzen diese Hauptverbindung.

Tiefbauamt bestätigte lange Diskussion

Das Tiefbauamt bestätigte auf Anfrage, dass über diese Strecke „lange diskutiert“ worden sei, so Ulrich Finger. Die Stadt sei gerade dabei, diese Strecke, die im Sommer asphaltiert wurde, von Straßen NRW zu übernehmen. Aber: „Ich habe die noch nicht im Winterdienst “, räumte Finger ein. Und Straßen NRW offensichtlich auch nicht. Die Dummen sind letztlich die Radfahrer , die den Weg nutzen.

Kommentar

Die Stadt Dortmund wird nicht müde, zu jedem Winteranfang alle Bürger auf ihre Räum- und Streupflichten hinzuweisen. Doch mit ihren eigenen Pflichten nimmt sie es offenbar selbst nicht so genau. Schlimmer noch: Selbst im Jahr 2012 scheint die Beseitigung von Schnee und Eis auf öffentlichen Radwegen noch immer ungeklärt zu sein. Eine Grauzone!

Informationen über Zuständigkeiten beim Schneeräumen werden schon mittags dementiert. Machen wir uns nichts vor: Radfahrer sind noch immer Verkehrsteilnehmer dritter Klasse, wie ein Anruf bei Straßen NRW bestätigt.

Die Lippenbekenntnisse zur Förderung des Umsteigens auf dem Weg zur Arbeit sind noch frisch. War da nicht gerade die Idee eines „Radschnellwegs Ruhr“, damit künftig ganz viele Pendler auf zwei Rädern nach Bochum oder Essen kommen?

Die Realität zeigt sich beim ersten Schnee: Da sind Radwege die letzten Wege, die überhaupt geräumt und gestreut werden. Manche innerstädtischen Radwege sehen den Salzstreuer nicht mal bei spiegelglatter Fahrbahn. Eines ist klar: So bewegt man keinen einzigen Berufspendel zum Umsteigen. Es wird höchste Zeit, die Parolen von Sommer-Aktionen wie „Mit dem Rad zur Arbeit“ auch bei den ersten Schneeflocken ernst zu nehmen. Denn: Der nächste Schnee kommt bestimmt.

Das gleiche Dilemma gilt für den wichtigen Radweg aus dem Süden, der an der B 54 entlang führt. Martin Tademer aus der Straßenbahnmeisterei hierzu: „Der Radweg ist für uns zweit- oder drittranging.“ Es gebe zwar ein Fahrzeug, das zum Räumen des Radwegs eingesetzt werden könne, es sei aber zurzeit nicht besetzt. Es war aber auch an den Tagen zuvor nicht besetzt, als es nicht schneite, dafür aber überfrierende Nässe für eine tückische Unfallgefahr sorgte. Ein Mitarbeiter unserer Zeitung musste nach einem Unfall auf Glatteis ins Krankenhaus.

 

Winterdienst gilt offenbar nur für Privatleute

Der obligatorische Winterdienst gilt offenbar nur für Privatleute. Wie EDG bestätigt, sind alle Anlieger auch für die Radwege vor ihrer Tür mitverantwortlich. Auf freien Strecken würden immerhin 102 Kilometer Radwege von EDG mitgeräumt. Dazu wurden nach dem strengen Winter vor zwei Jahren drei Kleinkehrmaschinen entsprechend umgerüstet. Deren Werk kann man zum Beispiel an der Brandisstraße sehen.

Dortmund im Schnee

 

Gerald Nill

Kommentare
14.12.2012
14:27
Klagen über nicht geräumte Radwege in Dortmund
von Schorek | #13

Sind die Radwege wegen Hindernissen (z.B. Schnee, Mülltonnen, Laub...) nicht zumutbar, darf und MUSS auf der FAHRBAHN gefahren werden. Gehweg, wie...
Weiterlesen

1 Antwort
Klagen über nicht geräumte Radwege in Dortmund
von truckerchen | #13-1

Wir als Alltagsfahrer wissen das und haben meist auch kaum Probleme, uns die Fahrbahn mit den Kraftfahrzeugen zu teilen. Aber geneigte Radfahrer, die vielleicht gerne mal statt mit dem Auto mit dem Fahrrad die eine oder andere Erledigung machen wollen, werden durch solche Verhältnisse schlicht und einfach abgeschreckt.

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http://www.derwesten.de/staedte/dortmund/graue-zonen-auf-weissen-radwegen-id7387870.html
2012-12-12 22:00
Dortmund, Winterdienst, EDG, Räumung, Radwege, Glatteis
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