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Gewalt überschattet Gedenken an von Nazi ermordeten Punker in Dortmund

30.03.2012 | 08:41 Uhr
Gewalt überschattet Gedenken an von Nazi ermordeten Punker in Dortmund
Gedenkveranstaltung an Schmuddel, den Punker, der durch einen Neonazi getötet wurde.Foto: Knut Vahlensieck

Dortmund.  Nach der Randale, Platzverweisen und Gewahrsamnahmen beim Gedenken für den von Nazi Sven K. ermordeten Punker Thomas Schulz kritisiert Dortmunds Antifa-Bündnis die Polizei. „Polizeiübergriff sprengt Gedenkveranstaltung“, heißt es. Beamte hätten zuerst provoziert und beleidigt, was ein Video zeige.

„Polizeiübergriff sprengt Gedenkveranstaltung für Thomas Schulz “, kommentieren Vertreter des Dortmunder Antifa-Bündnisses den Polizeieinsatz bei der Gedenkveranstaltung am Mittwoch gegen 19 Uhr im Bereich der Kampstraße. „Gefangenenbefreiung, Widerstand und Nichtbefolgen von Platzverweisen“ wirft die Polizei demgegenüber einigen Demonstranten vor.

„Ausgangspunkt der späteren Eskalation waren Provokationen und Beleidigungen von Seiten der Beamten“, so eine Sprecherin des Antifa-Bündnisses. Ein Polizist habe sich besonders hervorgetan, die Punks aufgrund ihres Auftretens zu diskriminieren und zu provozieren. „Punker und sich mit ihnen solidarisierende Autonome haben Beamte massiv beleidigt“, so die Polizei in einer Pressemitteilung . Die Rede ist laut Polizei von „Dreckschweine“ und „Bullenschweine“.

Ausgelöst wurden die Ausschreitungen laut Polizei durch 15 stark alkoholisierte Punker, die zunächst am Gleis, an dem Punker Thomas Schulz im Jahre 2005 erstochen wurde , wie jedes Jahr Kerzen anzündeten. Darin habe die DSW21 eine zu große Gefahr gesehen. Die Punks schlossen sich auf Bitte der Polizei der oberirdischen Demo an.

Verletzte und Festnahmen

Im Rahmen der Personalienfeststellung zur Anzeigenaufnahme versuchten mehrere Punker, so die Polizei, erneut in die U-Bahn-Station zu gelangen. Dann sei die Situation eskaliert. Die Polizei musste, so ein Sprecher, auch Schlagstöcke und Pfefferspray einsetzen, um eine Gefangenenbefreiung zu verhindern und sich der Angriffe zu erwehren. Es gab letztlich vier Festnahmen. Nach Angaben des Antifa-Bündnisses sind einige Verletzte aufgrund des Schlagstock- und des Pfefferspray-Einsatzes durch die Polizei zu beklagen.

Ein Video, das das Antifa-Bündnis am Freitag ins Internet stellen will, wirft einige Fragen zur Schilderung des Vorfalls durch die Polizei auf. Auf dem Video ist zu sehen, wie ein Beamter offenbar unvermittelt mit Fäusten auf einen Punker einschlägt. Ein weiterer schlägt mit einem Schlagstock zu, obwohl ein vor ihm stehender Demonstrant keine Anzeichen macht, ihn anzugreifen. Anschließend wird Pfefferspray in die Menge gesprüht.

Das Video soll im Laufe des Freitags auf http://dab.nadir.org/ eingestellt werden.

Andreas Winkelsträter

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