GEW fürchtet eine Vorverurteilung in "Hamster-Affäre"
11.11.2011 | 18:01 Uhr 2011-11-11T18:01:00+0100
Dortmund. Nach dem Vorstoß der Gewerkschaft „lehrer nrw“, die den Rücktritt von RP Dr. Gerd Bollermann im Zusammenhang mit der so genannten „Hamster-Affäre“ fordert, meldet sich nun auch die Gewerkschaft GEW zu Wort. Sie bezweifelt ein faires Verfahren.
Nach dem Vorstoß der Gewerkschaft „lehrer nrw“, die den Rücktritt von RP Dr. Gerd Bollermann im Zusammenhang mit der so genannten „Hamster-Affäre“ fordert, meldet sich nun auch die Gewerkschaft GEW zu Wort. Sie bezweifelt ein faires Verfahren.
Angesichts der öffentlichen Debatte um den Vorwurf des Schülermobbings an einer Dortmunder Schule bezweifelt die GEW Dortmund, dass die betroffene Lehrkraft noch ein faires und ergebnisoffenes Verfahren erhält. Dazu habe „vor allem das vorschnelle Eingreifen des Regierungspräsidenten geführt“, so der Vorsitzende Volker Maibaum.
„Was macht Herr Bollermann, wenn sich herausstellt, dass sich die Lehrkraft korrekt verhalten hat,“ fragt sich der GEW-Vorsitzende. „Kommt er dann noch einmal mit seinem ganzen Tross nach Dortmund an die Schule und entschuldigt sich öffentlich?“
Unberechtigte Vorwürfe
Das Agieren des Regierungspräsidenten müsse alle Kollegen an den Schulen beunruhigen. „Solange nicht klar ist, ob ein Vorwurf auch den Tatsachen entspricht, hat der Regierungspräsident für ein faires Verfahren und für Aufklärung im Interesse aller Beteiligten zu sorgen“, so die GEW. Maibaum erinnert an die Fürsorgepflicht gegenüber der betroffenen Lehrkraft. Lehrer müssten sich nun sorgen, „wer sie noch gegenüber unberechtigten Vorwürfen und Angriffen schützt,“ so Maibaum.
Stadteltern pro RP
Die Stadteltern kritisieren ihrerseits die Gewerkschaft „lehrer nrw“.
Die Rücktrittsforderung an RP Bollermann sei „ohne Hand und Fuß“. Die Vorsitzenden der Stadteltern, Monika Landgraf und Werner Volmer: „Wenn der RP vermittelnd in einer Schule auftritt und sich drei Stunden Zeit nimmt zu deeskalieren , ist dies zu begrüßen und spricht für große Bürgernähe. „Wir stehen momentan in keinem Wahlkampf!“, so die Stadteltern. Bei einem längeren Gespräch zwischen Bollermann und Landgraf habe Bollermann seine Fürsorgepflicht allen gegenüber betont: Kindern, Eltern, Lehrern und Schulen. Es habe zu keiner Zeit eine Vorverurteilung einer Lehrkraft gegeben.
Doch jede Dienstaufsichtsbeschwerde von Eltern müsse gründlich geprüft werden. Die Stadteltern: „Eine Rücktrittsforderung an Bollermann halten wir für polemisch und überzogen.“
10:31
... ist seit dem "Vorfall" krank geschrieben. Meines Wissens darf der Dienstherr krankem Personal nicht zu Hause nachspionieren. Also hat Bollermann alles richtig gemacht. Die refelxartigen Beißattacken der Berufsverbände sind eine Farce. Aber so weiß jetzt wenigstens jeder, dass es ein selbstverliebtes Clübchen namens "lehrer nrw" gibt, das bei der Namensgebnung die Nase mal lieber in die gebräuchlichen Regeln der Rechtschreibung gesteckt hätte.
18:16
Vielleicht eine wichtige Anmerkung vorab: Ich bin gegen Verallgemeinerungen und Pauschalisierung. Nicht alle Lehrer sind schlechte Lehrer. Das ist unbestritten. Andererseits gehe ich aber davon aus, daß dieser "gute" Teil keine 20% beträgt, somit haben wir -meiner Ansicht nach- mehr als 80% Lehrer, die für Ihren Beruf nicht geeignet sind. Und ich denke, daß das ein zentrales Problem unserer Gesellschaft ist.
Und das ist der Punkt, der doch wohl zur Diskussion stehen sollte, und nicht diese aufgemachten Nebenschauplätze, die die Angelegenheit nur verschleppen sollen. Eine Schülerin von 10 Jahren mußte die Schule wechseln. Dies scheint mir unstrittig zu sein, was soll da "objektiv" noch neues dazu kommen? Lehrerin und Schulleitung haben diese Entwicklung nicht verhindert, dies ist die in Frage stehende Fehlleistung an der Schule. Die Farbe des Hamsterballs und das genaue Thema des Aufsatzes sind Nebensächlichkeiten: Der Schülerin ist eine weitere Teilnahme am Unterricht unmöglich gemacht worrden.
Dagegen hat sich die Familie gewehrt, still und leise per Dienstaufsichtsbeschwerde. Mutmaßlich irgendwann Anfang September! Bis Anfang November ist nichts recht passiert (ok, vielleicht gab es einen Eingangsstempel in Arnsberg) - außer der Frage (sinngemäß), ob es sich die Eltern denn nicht noch mal überlegen wollen.
Bis dahin hat das System "Schule" (von der Lehrerin bis zur Aufsicht in Arnsberg) ihre selbstgefällige Macht und Egozentrik wie immer ausgespielt. Und ich glaube, wenn ich es recht verstanden habe, war Frau Lehrerin da auch noch nicht krank.
Die Familie fand dies nicht richtig und hat sich dann Anfang November (!) an die Öffentlichkeit, und dies ist nunmal die Presse, gewand. Woraufhin die Lehrerin krank wird (hätte sich das die Schülerin erlauben dürfen, oder wen hätte man dann der Familie auf den Hals gehetzt), der Schulleiter spricht von "aufgebauscht" - und in Arnsberg beginnt man mit üblicher Krisen-Folklore. Und die Öffentlichkeit diskutiert. Endlich!
Dummerweise werden nur die zentralen Fragen nicht direkt angesprochen, wie wabbern nur zwischen den Zeilen mit. Aber sie sind zumindest da:
Die Frage ist doch, warum es keine "schlagkräftige" Schulaufsicht gibt, die schneller so einen Streitpunkt klärt. Meiner Meinung nach sollte das, was Soldaten, dem Datenschutz und den Drogen recht ist, uns für unsere Kinder billig sein: Dringend her mit einnem Schulbeauftragen, bestellt vom und nur verantwortlich gegenüber dem Parlament, der in Aktion tritt, wenn sowas passiert.
Warum soll der Berufstand der Lehrer der einzige sein, der nicht kritisiert werden darf? Ich hatte es bereits geschrieben (in einem anderen Kommentar): Gegenüber der Lehrerschaft ist die katholische Kirche eine pluralistische Veranstaltung. Meiner Ansicht nach betreibt der Berufsstand der Lehrer und sonstiger Pädagogen seit Jahrzehnten eine Verdummung der Gesellschaft, die sich in vielen Kommentaren hier widerspiegelt. Die Pressekritik in diesem Zusammenhang ist doch eindeutig auf das ermüdend-langweilige kulturpessimistische Gerede aus diesen Kreisen zurückzuführen.
An jedem 5-Euro-Ticket für falsches parken hängt eine Rechtsbehelfsbelehrung dran. Hat irgendwer sowas schon mal an einem Zeugnis gesehen? An einer Klassenarbeit? Das Schulsystem beansprucht für sich eine Unantastbarkeit und eine Definitionsmacht in bezug auf alle Themen, die es betreffen könnte, daß es meiner Ansicht nach dringend Zeit wird, diese Sonderstellung zu zerschlagen, das System einer effektiven Kontrolle zu unterstellen, die Ausbildung zu reformieren - und schlußendlich dem System zeitgemäße demokratische und rechtstaatliche Strukturen zu geben.
Warum habe ich in der ganzen Diskussion noch kein Statement von einem Mandatsträger gehört? Eine selbstkritische Äußerung von einer der engagierten Gewerkschaften.
Der Berufsstand hat die Unfehlbarkeit für sich gepachtet - und wenn diese in Zweifel gezogen wird, läuft eine unerträgliche PR-Maschinerie an, die ich als Beleidigung empfinde, wenn es um Kinder und um die Zukunft unseres Landes / der Welt geht.
Um möglichen Kritikern gleich den Wind aus denn Segeln zu nehmen: Ich habe ein ganz ansehnliches Abitur hingelegt und bin nie sitzen geblieben. Das ist zum Teil auch auf eigene Leistung zurück zuführen, vor anderen Verrücktheiten des Berufstandes (und da habe ich einfach zu viel miterlebt) hat mich schlicht der richtige Nachname und der entsprechend "gefährliche" Beruf der Eltern geschützt. Wäre bei allen Kindern an der Schule die Geschichte so ausgegangen? Wir kennen alle die Antwort: Nein.
Und das ist schlußendlich der Kern des Skandals!
15:04
was soll diese alberne Loyalität?
Wenn eine Lehrerin Aufsätze schreiben läßt mit dem Titel: "warum Mitschülerin xyz eine Tierquälerin ist", gehört sie entlassen. Wo ist das Problem?
oder sind wir hier neuerdings in der DDR, wo sich jeder selbst der Nächste war und Denunziazion für Orden und Vorteile sorgte?
12:42
Nehme mal an, Sie wollten "Verhalten" schreiben, oder? Ich sehe aber weiterhin Niemanden, der im konkreten Fall irgendein "fragwürdiges rechtliches Verhalten" ausübt.
Oder möchten Sie Eltern die Möglichkeit einer Dienstaufsichtsbeschwerde gänzlich verweigern, so als Persilschein-Einführung für das teutsche Beamtentum? Dann fehlt natürlich aus Ihrer beschränkten Sicht eine "objektive" Berichterstattung der Presse, die zunächst das Kind als völlig verantwortungslosen "Klassenstörer" hinstellt und dessen Eltern in die Nähe von Rabeneltern und Lehrer-Dissern drückt, wie es so Einige hier versuchen.
Nochmal, ganz ruhig: Der Vorfall und die Beschwerde liegen schon ein paar Wochen zurück, der beantragten Versetzung des Kindes wurde ohne weiteres und in Kenntnis des Vorfalls stattgegeben, die Behörde erkundigt sich flapsig, ob man damit den Vorfall schön still in die Schublade schieben könnte - und stellt sich damit ganz eindeutig vor die Lehrerin - und erst *nach dieser Abwiegelung* nutzen die darob zurecht erbosten Eltern die Jedem offenstehende Möglichkeit, sich an die lokale Presse zu wenden.
Wenn dies kein Anlass mehr für Journalisten sein darf, darüber zu berichten, dann möchten Sie vielleicht auch eine solche Plattform, die Ihnen die Möglichkeit gibt, Ihre Meinung kundzutun und dabei Andere anzupöbeln, nicht mehr haben.
Sie haben in einem Punkt natürlich völlig recht. Ich wollte in der Tat VERHALTEN schreiben und habe mich vertippt. Sorry!
Den Rest meines Postings haben Sie leider nicht verstanden. Die Fragwürdigkeit bezog sich auf die Entlassung eines Beamten; davon haben die meisten User keine Ahnung.
Den Rest möchte ich nicht wiederholen, weil ich meine Meinung klar und deutlich dargelegt habe. Wer darin etwas Falsches sieht , möge das tun.
Wir werden hoffentlich in einiger Zeit die ganze Wahrheit über diesen Vorfall erfahren und dann wird hoffentlich derwesten angemessener darüber berichten.
Und ja , ich bleibe dabei, wenn Sie von einer Schule und einem möglichen Fehlverhalten auf ein gesamtes System schließen, dann erübrigt sich ein niveauvoller Meinungsaustausch mit Ihnen, weil Sie , mit Verlaub, von der Materie keine Ahnung haben.
Meinetwegen können Sie nun wieder lospoltern oder auch nicht ...
Wer hier permanent wie unter Paranoia gegen meine Person zu pöbeln versucht, ist eigentlich Jedem außer Ihnen selbst klar. Das macht ein Ernstnehmen Ihrer unmaßgeblichen Meinung nahezu unmöglich.
Die unsinnige Meinung Anderer mit einer Entlassungs-Forderung ist immer noch kein "rechtliches Verhalten", auch wenn Sie es richtig tippen. Eine "Vorverurteilung" entsteht auch nur in den Köpfen derjenigen, die panisch ihren ganzen Berufsstand in Gefahr sehen, was bei derart undifferenzierter Betrachtungsweise und solch polemischen, instinktiven Auswürfen nach allen Seiten aber kein Wunder ist.
11:54
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08:49
Es ist schon erstaunlich, dass ein relativ "harmloser Fall" eine derartige Brisanz erhalten hat und sich die Fronten zwischen den direkt Beteiligten und den Beobachtern und Kommentatoren derartig verhärtet haben.
Dabei wäre, bei etwas mehr Weitsicht und Gelassenheit, eine Lösung sehr viel einfacher gewesen als jetzt.
1. Niemand wird allen Ernstes verlangen, dass die Lehrerin im Falle eines Fehlverhaltens nicht in irgendeiner Form sanktioniert wird; die Entlassung aus dem Job und den Wegfall des Beamtenstatus können nur Unwissende fordern.
2. Die Printmedien hätten sich im Sinne eines niveauvollen Journalismus nicht an dem Kesseltreiben beteiligen dürfen und besser recherchieren müssen. OBJEKTIVITÄT sollte immer noch im Ehrenkodex der schreibenden Zunft einen festen Platz haben.
3. Die Hyänen unter den Usern hätten ihre eigene leidvolle(?) Schulzeit einmal außer acht lassen sollen und bedenken sollen, dass für jeden "Angeklagten" erst einmal die Unschuldsvermutung gilt, bis tatsächlich dessen Schuld erwiesen ist.
Niemand hat die Lehrerin verurteilt, noch sind ihre Einlassungen veröffentlicht worden; auch habe ich kein "Geständnis" ihrerseits gelesen.
4. Die Reaktion der Gewerkschaften halte ich in der Sache, Schutz ihrer Mitglieder, Wahrung ihrer Interessen für richtig, den Ansatz zum Rücktritt des RP aber, egal , wie man politisch zu ihm steht, für falsch und überzogen. Ganz sicher wollte er de-eskalierend eingreifen,hätte er aber vllt. etwas geschickter und sensibler machen können.
Usern , die nach dem Motto "pars pro toto" werten, muss man die Frage stellen, wann sie zum letzten Mal eine Schule "besucht" haben und ob alle Schulen gleich sind.
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22:40
...es also nach der GEW und ihren Randgruppen geht, bleibt Pädagogik in Schulen beim Prinzip des letzten Jahrtausends: Lehrerlob und -verehrung ja bitte immer, Lehrerkritik bloß nicht, unverschämt.
Ich hatte vor mehr als dreißig Jahren nach dem Schulabschluss mal die Hoffnung, dass sich für unsere Kinder in der Schule vieles zum Positiven entwickelt. Andere Staaten und Gesellschaften haben das auch geschafft.
22:13
ist ein Rücktritt schon angebracht. Auch wenn der RP in diser Zeit noch nicht im Amt war, aber die aktuellen Aussagen aus Arnsberg sind kaum zu ertragen.
Der Fall des Hamsters zeigt ebenfalls, dass offensichtlich Prioritäten nicht erkannt werden.