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PCB im Blut

Gesundheitsamt wies Envio-Mitarbeiter ab

02.07.2010 | 17:16 Uhr
Gesundheitsamt wies Envio-Mitarbeiter ab

Dortmund.Den mit erschreckenden PCB-Mengen im Körper gestraften Envio-Mitarbeitern bleibt wenig erspart. Ein junger Vater, der seine Frau und den dreijährigen Sohn am Dienstag zum Bluttest anmelden wollte, blitzte beim Gesundheitsamt ab. Erst nach Intervention der WR bekam er einen Termin.

Der 28-Jährige diente Envio als Leiharbeiter. Ein Knochenjob, sagt er. „Ich bin zwischen alten Rohrleitungen rumgekrochen. Da war Staub ohne Ende.“ Weil er „keine Arbeitskleidung gestellt“ bekam, trug er im Dienst „eigene Klamotten“. Die mit aufgewirbeltem Dreck durchsetzten Sachen hätten „schon nach einem Tag fürchterlich gestunken“, berichtet der Envio-Mann.

Katastrophale Werte

Seine Frau steckte die Montur daheim regelmäßig in die Waschmaschine – „zusammen mit der Kinderkleidung“. Dabei habe die Mutter „oft genug in einer Qualmwolke gestanden“.

Geschockt von seinen katastrophalen Blutwerten, befürchtet der junge Vater jetzt ernste Folgen für seine Familie. Doch die Bitte um eine Blutuntersuchung schlug ihm das Gesundheitsamt ab. Er schließe eine Gefährdung aus, beschied ihn ein Mitarbeiter am Telefon. Deshalb sehe er „keine Veranlassung“ für einen Bluttest.

Labor-Engpässe

Die Amtsleiterin mochte es kaum glauben. „Das darf nicht wahr sein“, fasste sich Dr. Annette Düsterhaus an den Kopf und bat um Entschuldigung. „Natürlich können Frau und Kind bei uns untersucht werden.“ Als Termin wurde der 12. Juli vereinbart. Angesichts der Labor-Engpässe könne das Amt zwar „nur gezielte Untersuchungen anbieten“. Aber hier seien Bluttests „zweifelsohne Pflicht“.

Ihre Mitarbeiter im Amt werde sie angesichts dieses Falles noch einmal sensibilisieren, versprach Düsterhaus.

Klaus Brandt

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Kommentare
05.07.2010
02:48
Gesundheitsamt wies Envio-Mitarbeiter ab
von vaikl | #22

@ #17

Ein weiterer konkreter Fall über die Angst vor PCB in der Muttermilch (die wegen der Fettlöslichkeit sehr begründet ist) und die darauf folgenden, haarsträubenden Abwimmel-Versuche von Fr. Düsterhaus & Co. wird evt. schon heute hier zu lesen sein.

Die eigentliche Testmöglichkeit in vielen Gutachter-Laboren ist nicht das Problem, wenn man eine *funktionierende* Logistik zum Verschicken der Proben hat, was in vielen anderen Fällen in Dortmund ja gegeben scheint, wenn man z.B. an die letzte Grippe-Panik denkt.

Der wirkliche Knackpunkt scheint momentan das Keine Pferde scheu machen-Dilemma zu sein. Wobei Fr. Düsterhaus ja bei der Schweinegrippe noch ganz anders drauf war.

04.07.2010
19:22
Gesundheitsamt wies Envio-Mitarbeiter ab
von Autist | #21

@15
Diegel hat eine Freundin!!!!

04.07.2010
14:20
Gesundheitsamt wies Envio-Mitarbeiter ab
von Peter von Lustig | #20

Mal wieder eine Spitzenleistung in Sachen bürgerfreundliches Behördenhandeln, was das Gesundheitsamt da vorgelegt hat.

Die Erklärung ist aber einfach: Intern wird die Pleite der Stadt kommuniziert und es sind keine Gelder verfügbar.Teure PCB Untersuchungen für alle Verdachtsfälle sind da eben nicht drin. Da muss erst die Amzsleiterin im Einzelfall über eine Untersuchung entscheiden.

Extern wird natürlich kommuniziert, daß man an Aufklärung interessiert sei und bürgerfreundlich handeln würde. Angesichts der Kontollmängel seitens der Stadt und der Peinlichkeit, daß ein Umweltpreis an Envio verliehen wurde, auch nicht wirklich glaubwürdig. Das bisherige Handeln der Verantwortlichen belegt dann auch eher ein Bagatellisieren und Verharmlosen der Situation.

Aber - so war und ist das eben, wenn Pannen im System auftauchen, bei denen die Ursachen ein Systemversagen vermuten lassen.

04.07.2010
08:02
Gesundheitsamt wies Envio-Mitarbeiter ab
von Rainer.N | #19

Zwei Fragen tauchen auf. Welche Anweisungen hatten oder haben die Untergebenen von Frau Düsterhaus und zweitens warum gibt es bezüglich der Blutuntersuchungen Engpässe?
Gibt es sowenig Labors in Deutschland, die in der Lage sind die Untersuchungen durchzuführen?

04.07.2010
07:17
Gesundheitsamt wies Envio-Mitarbeiter ab
von Sa.Tirik | #18

#17 von Leider Keine Solidarität mit den Opfern

Da der allseits beliebte RP seinen Posten bald räumen muss, wird er sich zum Schluss kaum noch mit solchen Dingen behängen. Damit darf sich dann sein(e) Nachfolger(in) beschäftigen.

04.07.2010
01:27
Gesundheitsamt wies Envio-Mitarbeiter ab
von Leider Keine Solidarität mit den Opfern | #17

Hat sich Diegel eigentlich jetzt mal an der Stätte des von ihm über Jahre ignorierten Chemischen Supergaus blicken lassen, oder ist der mit seiner Gattin einfach in den Urlaub gefahren ?

03.07.2010
23:41
Blockierter Kommentar.
von Inertgas | #16

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03.07.2010
23:25
Gesundheitsamt wies Envio-Mitarbeiter ab
von Inertgas | #15

Hallo #14
Übersetze es mal in Deutsch

03.07.2010
21:54
Blockierter Kommentar.
von olivia | #14

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

03.07.2010
21:01
Gesundheitsamt wies Envio-Mitarbeiter ab
von Vertraue mir, sagte die Schlange Ka | #13

Für die armen Arbeiter und Anwohner, die dem Regierungspräsidenten Diegel als Aufsichtsbehörde über Jahre vertraut haben, heißt es nur noch:

Jetzt muß im Elend gestorben werden !

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