Gesuchter Nazi-Gegner stellt sich der Polizei

Die Ausschreitungen rund um die Neonazi-Demo in der Kampstraße im August beschäftigen weiter die Polizei. Ein gesuchter Nazi-Gegner wurde wegen eines Angriffs gesucht - nun stellte er sich.

Dortmund.. Die Neonazi-Kundgebung am 23. August in der City war von schweren Auseinandersetzungen zwischen Neonazis, Polizei und Gegendemonstranten überschattet worden. Als die Polizei die Rechtsradikalen nach dem Ende der Kundgebung über die Kampstraße zur U-Bahn-Station Westentor eskortieren musste, versuchten 150 bis 200 Nazi-Gegner, den Polizei-Riegel zu durchbrechen und zu den Neonazis vorzustoßen. Dabei wurden 13 Polizisten verletzt.

In dieser aufgeladenen Atmosphäre griff auch der nun gesuchte Gegendemonstrant einen Polizisten an.Aus dem Sprung heraus schlug er mit der Faust auf das Visier des behelmten Polizisten. "Die Staatsanwaltschaft Dortmund ermittelt gegen den Unbekannten wegen Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte und wegen versuchter Körperverletzung", so Polizeisprecher Gunnar Wortmann.

Ermittlungen gegen zwei Landtagsabgeordnete

Im Nachgang sorgten die Ereignisse rund um die Kundgebung auch im Düsseldorfer Landtag für Gesprächsstoff, weil die Polizei gegen zwei Landtagsabgeordnete der Piraten ermittelte. Sie hatten spontane Gegendemos im Umfeld angemeldet. Die Ermittlungen wurden später eingestellt.

Wie viele Ermittlungsverfahren gegen Neonazis und Gegendemonstranten noch offen sind, war am Mittwochmittag nicht bekannt.

Aktualisierung Donnerstag, 8. Januar:

Wie die Polizei mitteilt, ist die gesuchte Person identifiziert. Laut Pressesprecher Gunnar Wortmann hat sich der Anwalt des gesuchten Gegendemonstranten bei der Polizei gemeldet. Das Verfahren wird aufgenommen.