Geschwisterpaar wegen versuchten Totschlags vor Gericht

Was wir bereits wissen
Es waren Szenen unfassbarer Gewalt. Vor fünf Monaten wurde in Dortmund-Scharnhorst ein junger Mann so brutal zusammengeschlagen, dass er regungslos liegen blieb. Seit Dienstag stehen die mutmaßlichen Täter vor Gericht. Die Anklage lautet auf versuchten Totschlag.

Dortmund.. Ein junges Geschwiesterpaar soll für fünf Monaten einen Mann brutal zusammengeschlagen haben. Jetzt stehen die mutmaßlichen Täter vor Gericht. Die Angeklagten sind noch jung. Der Haupttäter ist gerade 16, seine mitangeklagte Schwester nur zwei Jahre älter. Beide sind damals sofort festgenommen worden, sitzen seitdem im Jugendgefängnis. Sie in Köln, er in Iserlohn.

Dass ihr Opfer überlebt hat, war Glück. Die Ärzte haben damals zwar zahlreiche Schnittverletzungen und eine schwere Gehirnerschütterung festgestellt, trotzdem konnte der Dortmunder Weihnachten zu Hause verbringen.

"Mischt euch nicht ein"

Es war kurz vor Mitternacht, als sich die Geschwister auf den Weg machten. Auch eine Freundin war noch mit dabei, zur Sicherheit. Auch sie ist mit angeklagt, sitzt aber nicht in Untersuchungshaft. Die Bewaffnung bestand aus zwei Messern (Klingenlänge: 5 und 17 Zentimeter) und einer leeren Flasche Perlwein (Kaufpreis: 1,39 Euro). Das spätere Opfer stand vor der Haustür, als ihn erst eine Kopfnuss, dann Faustschläge und Messerstiche trafen. Der junge Mannbrach zusammen, wurde danach getreten - auch vor den Kopf. Laut Anklage ließ sich der 16-Jährige schließlich die Sektflasche geben und schlug auch damit zu. Bis sie auf dem Kopf des Opfers zerbrach.

Hintergründe noch unklar

Wer helfen wollte, wurde angeblich weggestoßen. "Mischt euch nicht ein, haut ab." So oder so ähnlich sollen sich die Geschwister damals geäußert haben. Und als einer rief: "Der ist doch schon fast tot", hieß es angeblich nur: "Der muss bestraft werden, der hat das verdient."

Die Hintergründe des Angriffs sind noch weitgehend unklar. Wahrscheinlich ging es um ein Mädchen, um das gestritten wurde. Die Angeklagten wollen erst am nächsten Prozesstag reden. Wie es heißt, sind sie geständig.