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Landgericht

Geschasster Envio-Arbeiter deckte Missstände auf

15.01.2013 | 17:30 Uhr
Der frühere Envio-Chef Dr. Dirk Neupert mit einem seiner Anwälte Dr. Christian Tünesen-Harmes.Foto: Knut Vahlensieck

Dortmund.   Im Prozess gegen Ex-Envio-Chef Dr. Dirk Neupert und drei weitere frühere Mitarbeiter sagte ein früherer Vorarbeiter aus. Er hatte einst den Stein ins Rollen gebracht: Zwei Jahre nach seiner Entlassung legte er einem Redakteur unserer Zeitung Fotos vor und äußerte Verdächtigungen.

„Ich wollte Missstände aufdecken. Also das, wo ich meinte, es wären Missstände da.“ Im Prozess gegen Ex-Envio Chef Dr. Dirk Neupert und drei weitere frühere Mitarbeiter des stillgelegten Recycling-Unternehmens im Hafen sagte gestern im Landgericht ein früherer Vorarbeiter als Zeuge aus. Er war es, der vor nunmehr drei Jahren den Stein ins Rollen gebracht hatte.

Und er war es auch , der sich mit mehreren Fotos an einen Redakteur unserer Zeitung wandte. Zunächst, so erinnerte sich der 52-Jährige gestern im Zeugenstand, nahm er jedoch Kontakt mit einer Politikerin des Bündnis 90/Die Grünen auf. „Ich hatte Anfang 2010 zuerst mehrere Berichte im Radio gehört, es ging um PCB im Hafengebiet. Und die suchten, woher das wohl kommen könnte.“ Er habe von Anfang an einen Verdacht gehabt – und diesen gegenüber der Grünen-Politikerin auch geäußert..

Ex-Vorarbeiter hatte Fotos geschossen

„Kurze Zeit später kam ein Artikel darüber, dass es bei Envio nicht mit rechten Dingen zugeht.“ Dann habe er sich an unserer Zeitung gewandt und einem Redakteur seine Verdächtigungen erzählt. „Der hat das dann alles zusammengefasst.“ Auch habe er, also der Zeuge, schriftlich erklärt, dass seine Erklärungen der Wahrheit entsprechen. „Ich bin wohl darüber aufgeklärt worden, dass es Konsequenzen hat, wenn ich was Falsches behaupte.“

Envio-Skandal vor Gericht

Damals habe er auch Fotos der Anlage vorgelegt. Fotos, die er kurz vor seiner Entlassung im Jahr 2008 geschossen hatte. Auf die Frage des Gerichtes, warum er sich erst zwei Jahre später an die Presse gewandt habe, sagte der ehemalige Vorarbeiter: „Ich wollte zum damaligen Zeitpunkt nicht an die Öffentlichkeit gehen.“ Der genauen Grund seiner Entlassung bleibt nebulös. „Ich hatte den Eindruck, dass die Firma Envio mich abservieren wollte.“ Damals geriet er in Verdacht, zusammen mit einem Kollegen auf eigene Rechnung Schrott verkauft zu haben. Sein Strafverfahren wurde eingestellt, sein Kollege freigesprochen.

Körperverletzung in 51 Fällen und schwere Umweltverstöße

Die Staatsanwaltschaft wirft Dr. Dirk Neupert und einem Ex-Manager 51-fache Körperverletzung sowie schwere Umweltverstöße vor. Zwei Ex-Mitarbeiter sind wegen Beihilfe zu Umweltverstößen angeklagt.

Kathrin Melliwa



Kommentare
15.01.2013
18:06
Ist dieser "Artikel" eine Art Trauerarbeit...
von vaikl2 | #1

...nach der öffentlichen Verkündung der WR-Entlassungen oder warum liest er sich wie ein mit Rechtschreibfehlern gespickter Fünftklässler-Aufsatz??

Frau Märkel von den Dortmunder Grünen, die der erwähnte Erstkontakt des Zeugen auf Politikseite war, hat noch im Mai letzten Jahres ihre weitgehende Inaktivität nach seinen Informationen mit "auf Wunsch der Betroffenen zunächst absolutes Stillschweigen vereinbart" begründet. Ihre Schilderung der heutigen Aussage, liebe Frau Melliwa, liest sich aber so, als wäre es dem Zeugen relativ egal gewesen, wer seine Infos in die Öffentlichkeit transportiert.

Was stimmt denn nun? Und warum ist ein grüner Umweltdezernent namens Steitz in Dortmund nach der ersten Stilllegung des Envio-Geländes angeblich aus allen Wolken gefallen, obwohl seine Parteikollegin ja frühestmöglich Infos aus erster Hand hatte??

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