Gerüstbauer sollen 1,4 Millionen Euro veruntreut haben

Zwei Männer aus Lünen stehen wegen  Steuerhinterziehung vor dem Landgericht Dortmund.
Zwei Männer aus Lünen stehen wegen Steuerhinterziehung vor dem Landgericht Dortmund.
Foto: WR
Schwarzarbeit, Steuerhinterziehung und Sozialbetrug: Zwei mutmaßliche Millionenbetrüger aus Lünen müssen sich seit Dienstag vor dem Dortmunder Landgericht verantworten. Das Duo soll mit zwei Lüner Gerüstbaufirmen über 1,4 Millionen Euro Steuer- und Sozialschaden angerichtet haben.

Lünen.. Seit Dienstag stehen zwei Männer aus Lünen in Dortmund vor Gericht. Die beiden sollen mit zwei Gerüstbau-Firmen mehr als 1,4 Mio. Euro Steuern und Sozialabgaben hinterzogen haben.

Bei den Angeklagten handelt es sich um Vater (45) und Sohn (25). Zum Prozessauftakt vor der 43. Wirtschaftsstrafkammer haben sich die zwei Lüner noch nicht zu den Vorwürfen geäußert.

Dass sie die Finanzbehörden und Sozialversicherungsträger zwischen 2006 und 2008 mit System hintergangen haben, wollen Vater und Sohn aber wohl nicht bestreiten. "Mein Mandant ist grundlegend geständig", erklärte Rechtsanwalt Dr. Gennaro Festa. Den von der Staatsanwaltschaft errechneten Millionenschaden hält der Verteidiger des Lüner Vaters aber für "viel zu hoch".

Schwarzarbeit

Scheinrechnungen, Schwarzlöhne, Stroh-Geschäftsführer: Wenn es stimmt was in der Anklage steht, dann haben Vater und Sohn im Tatzeitraum zwei Lüner Gerüstbaufirmen betrieben, deren Dienstleistungen in erster Linie auf illegalen Machenschaften beruhten.

SPEZIAL Vor allem um die Zahlung von Schwarzlöhnen in der Buchhaltung zu verschleiern, wurden laut Staatsanwaltschaft Monat für Monat gezielt und dreist Umsatzsteuern hinterzogen und Lohnsteuern verkürzt. Schwerpunkt der Anklage ist die Vorenthaltung von Sozialversicherungs- und Genossenschaftsbeiträgen durch die Nichtanmeldung von Arbeitnehmern.

Millionenschaden

Als Gesamtschaden errechnet die Anklage verkürzte Steuern und nicht gezahlte Sozialbeiträge in Höhe von 1,4 Millionen Euro.

Vor dem Dortmunder Landgericht sind für den "Gerüstbau-Prozess" vorerst acht weitere Termine bis zum 10. September anberaumt. Die in der Anklage genannten Lüner Gerüstbaufirmen sind inzwischen nicht mehr am Markt aktiv.