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Amtsgericht

Gericht prüft angeblichen Strom-Motor

28.06.2012 | 17:42 Uhr
Gericht prüft angeblichen  Strom-Motor

Dortmund.   Entziehung von Energie wirft die Ankage einem 48-Jährigen vor. Doch der Tüftler will nicht etwa Gemeinschaftsstrom abgezapft und in seine eigene Wohnung umgeleitet haben . Der Strom komme vielmehr aus seiner selbst erfundenen Maschine, die das Gericht jetzt polizeilich prüfen lässt.

Eines stellt Herr P. auf der Anklagebank gleich wortreich klar. Dass er nicht mehr als freiberuflicher Techniker arbeite, liege an seinem „politischen Engagement“, wie er beteuert: „Ich habe dafür gesorgt, dass der Flughafen weniger Geld kriegt. Und der OB.“ Deshalb landet keiner vor Gericht. Schon eher, wenn man fremden Strom anzapft...

Entziehung elektrischer Energie warf die Staatsanwaltschaft dem 48-Jährigen vor, der zusammen mit seiner hochbetagten Mutter in einem Mehrfamilienhaus in Lütgendortmund wohnt. Hier soll er vom 27. Mai 2010 bis zum 6. Januar 2010 immer mal wieder Gemeinschaftsstrom in die eigenen vier Wände geleitet haben.

„Die Anlage ist dieselbetrieben und steht bei mir im Keller“

„Alles Quatsch“, sagt Herr P. Gut, es habe wohl „erhebliche Schwierigkeiten“ mit der DEW gegeben, die ihm wegen Nichtzahlens von Rechnungen schließlich den Strom abstellte. Warum seine Wohnung trotzdem hellerleuchtet war? Das liege allein an seiner tollen Erfindung zur Erzeugung von Strom. „Steht bei mir im Keller, ist dieselbetrieben. Ich will die Anlage aber nicht preisgeben, die Patentrechte sind noch nicht durch“, sagt Herr P. und fügt hinzu: „Mein Ziel ist es, vollkommen autark zu sein.“

Bisher unerkanntes Wunderwerk der Technik

Dumm nur: An jenes Wunderwerk der Technik konnte sich der Polizist gestern im Zeugenstand nicht erinnern. Was er allerdings selbst mit dem damals eilig hinzugerufenen Experten des DEW auch nicht entdeckte: Wo der Strom herkam, der oben in der Wohnung eine Leuchtstoffröhre und auch einen Kühlschrank einwandfrei funktionieren ließ. „Wir haben die Wohnung zweimal durchsucht. Die Quelle hat sich nicht finden lassen.“

Herr P. derweil lächelt zufrieden. Auch, als Amtsrichter Hartmut Kiskämper anordnet, die Existenz der tollen Strom-Maschine jetzt polizeilich prüfen zu lassen. „Ich will wissen, was kommt bei Ihrer Anlage herein, was kommt ‘raus. Sie können ja ein schwarzes Tuch drüberlegen, wenn sonst keiner was sehen soll.“ Auf das Ergebnis, sagt der Richter, sei er „sehr, sehr gespannt“.

Polizei prüft morgens um acht Uhr

Und so bekommt Herr P. in den nächsten Tagen morgens um acht Uhr Besuch von der Polizei – was er völlig in Ordnung findet. „Aber bleiben Sie mir bloß weg mit der DEW.“

Mit einem Ergebnis ist Mitte nächsten Monats zu rechnen.

Kathrin Melliwa

Kommentare
01.07.2012
15:51
Gericht prüft angeblichen Strom-Motor
von joergel | #2

Der Experte der DEW konnte nicht herausfinden wo der Strom in der Wohnung letztlich herkam. Das scheint mir ein schöner Experte gewesen zu sein....
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Gericht prüft angeblichen Strom-Motor
Gericht prüft angeblichen Strom-Motor
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2012-06-28 17:42
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