Genervt von der Ehefrau: Senior sticht zu - und gesteht

Das Rascheln einer Zeitung, eine verstellte Kaffeetasse - nach 50 Jahren Ehe war ein Rentner nur noch genervt von seiner Frau. Plötzlich ist irgendetwas in mir explodiert. Dann war alles voller Blut. Mit diesen dramatischen Worten ist am Montag der Totschlagprozess gegen den Mann aus Asseln fortgesetzt worden.

Dortmund.. Der 70-jährige Angeklagte hatte Tränen in den Augen, als er den Richtern von der Bluttat erzählte. "Ich begreife das selbst nicht", sagte er vor dem Schwurgericht. "Wir haben uns doch immer nur um Kleinigkeiten gestritten."

Kaffeetasse verrückt

Angefangen hatte es mit einem Konto, für das der Angeklagte eine Vollmacht wollte. Später störte ihn das Rascheln der Zeitung, das Lutschen von Bonbons, der verstellte Kaffeebecher. "Sie wusste, dass mich das ärgert", sagte er den Richtern. "Ich sollte sogar meine Wäsche alleine waschen."
Knapp 50 Jahre war das Paar verheiratet, dann reichte der 70-Jährige die Scheidung ein. Von diesem Tag hat die Verwandtschaft angeblich nicht mehr mit ihm gesprochen. "Das tat sehr weh." Kurz vor der Bluttat habe ihn seine Ehefrau dann auch noch angegrinst und gesagt: "Ich werde dir dein Geld wegnehmen, das Haus und dich in Handschellen abführen lassen." Da habe er Rot gesehen.

Schwere Vorwürfe

An die Einzelheiten der Tat will er sich allerdings nicht erinnern können. "Ich bin erst wieder wach geworden, als ich auf meiner Frau drauf saß", sagte er vor dem Schwurgericht. "Ich wollte ihr noch die Hand reichen, da habe ich das ganze Blut gesehen."

Ob in der Vergangenheit allerdings wirklich alles harmonisch verlaufen ist, ist zweifelhaft. Zumindest der Sohn hat schwere Vorwürfe erhoben und seinen Vater als gewalttätig und aufbrausend beschrieben. Dass der 70-Jährige seinen Sohn geschlagen hat, will er auch gar nicht bestreiten. Einmal hatte es danach sogar einen Polizeieinsatz gegeben.