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Gelände-Sanierung von Envio in Hafen Dortmund kostet Millionen

30.03.2011 | 18:03 Uhr
Gelände-Sanierung von Envio in Hafen Dortmund kostet Millionen
Die Sanierung der PCB-verseuchten Flächen und Gebäude von Envio im Hafen Dortmund kostet Millionen. Foto: WR/Ralf Rottmann

Dortmund.Die Sanierung der PCB-verseuchten Gebäude und Freiflächen der Skandal-Firma Envio im Hafen kostet Millionen – und dauert Monate. Gutachter gehen in ersten Schätzungen von mehr als 3,5 Millionen Euro aus.

Allein die Ausschreibungen der nötigen Arbeiten werden nach Auskunft der Bezirksregierung vier bis sechs Monate in Anspruch nehmen. Das wurde am Dienstagabend bei dem zweiten so genannten Sanierungsfachgespräch deutlich, zudem die Bezirksregierung eingeladen hatte.

Unklar ist noch, wann die Arbeiten starten und wie lange sie dann dauern werden. Auch mit Blick auf die nötigen Ausschreibungen sei ein „solider Zeitplan derzeit nicht vorherzusagen“, so Joachim Schmied von der Bezirksregierung.

Über 2000 Tonnen PCB-belastetes Material

Bei Envio müssen weit über 2000 Tonnen mit dem Umweltgift PCB belastetes Material verwertet werden. Zwei komplette Hallen (Hallen 1 und 2) sollen abgerissen und Asphalt auf dem Außengelände abgefräst werden. Die gute Nachricht: Nach Auskunft der Experten geht von dem Gelände an der Kanalstraße 25 im Hafen derzeit keine akute Umweltbelastung aus. Die Freiflächen wurden wiederholt gereinigt und beprobt.

Die genauen Kosten der kompletten Sanierung hängen von den Details der Ausschreibung ab. Geprüft wird, in welchen Tranchen die nötigen Sanierungsarbeiten europaweit auf den Markt kommen. Dabei sind jedoch vergaberechtliche Bestimmungen zu berücksichtigen. Klar ist: Es gibt keine Erfahrungswerte für einen derartigen Fall. Der Fall einer Sanierung einer kompletten Firma ist weltweit einmalig. Wichtig sind in diesem Zusammenhang auch die Gespräche mit dem Insolvenzverwalter. Ein Hemmnis sei, dass das Insolvenzverfahren noch nicht eröffnet sei. Bei allen Überlegungen müsse jedoch die Kostenverantwortung des Verursachers Envio sichergestellt werden, hieß es.

Erst die Hallen oder erst die Freiflächen?

Geprüft wird nach intensiver Diskussion auch, was besser ist: zuerst die Hallen oder zuerst die Freiflächen in Angriff zu nehmen. Für beide Verfahren nannten Experten am Dienstagabend (29. März 2011) gute Gründe. Auch Überlegungen für eine künftige Nutzung des Geländes sollen berücksichtigt werden. Bei der Sanierung des kompletten Geländes soll beim Umgang mit dem verseuchten Material die Maxime „Reinigung vor Lagerung“ gelten.

Vertreter der Wirtschaft, wie Hans-Dieter Kahleyß (Gasrußwerke) appellierten an die Behörden, so schnell wie möglich zu sanieren. Der Fall Envio belaste die Stadt und den Standort Hafen. Für die Expertenrunde war klar, dass bei einer PCB-Belastung dieses Ausmaßes „Sicherheit vor Schnelligkeit“ gehe. Der Schutz der Nachbarschaft stehe ganz oben an. Das gesamte Verfahren dürfe aber auch keine „unendliche Geschichte werden“, formulierte es Regierungspräsident Dr. Gerd Bollermann mit Blick auf die Interessen der Hafenanlieger. Dennoch werden diese - wie der unmittelbare Envio-Nachbar ABP - mit dieser Erblast lange leben müssen.

Frank Bußmann

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30.03.2011
22:33
Gelände-Sanierung von Envio in Hafen Dortmund kostet Millionen
von vaikl | #1

Bei allen Überlegungen müsse jedoch die Kostenverantwortung des Verursachers Envio sichergestellt werden, hieß es.

Das heißt: Wenn man keine rechtliche Handhabe findet, der insolventen Envio Recycling Dortmund GmbH & Co. KG Geld aus den toten Rippen zu schneiden, bleibt die Stadt Dortmund als Grundstücks-Eignerin gemäß BBodSchG auf den Kosten sitzen - was aus jetziger Sicht sehr wahrscheinlich der Fall sein wird.

Und deshalb wäre es im Sinne der Anwohner höchst angebracht, die Qualität der Sanierungs-Planung und -Ausführung genauestens zu kontrollieren. Spar-Ausschreibungen und Pfusch wie bei den anderen städtischen Projekten dürfen hier nicht erlaubt sein.

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