Das aktuelle Wetter Dortmund 6°C
Interview

Geiger Nigel Kennedy spielt im Konzerthaus Dortmund

14.11.2011 | 11:35 Uhr
Funktionen
Geiger Nigel Kennedy spielt im Konzerthaus Dortmund
Der britische Geiger Nigel Kennedy spielt am Mittwoch (16.11.) im Konzerthaus Dortmund. (Foto: dapd)

Dortmund.   Nigel Kennedy schaut mit seinem Orchestra Of Life im Konzerthaus Dortmund vorbei. Im Interview spricht er über seine neuen Kompositionen, seine Liebe zur Musik - und verrät, warum er CDs für „Krempel“ hält.

Nigel Kennedy schaut mit seinem Orchestra Of Life am 16. November(Beginn 20 Uhr) im Konzerthaus Dortmund vorbei. In seiner langen Karriere hat er nicht nur fast alle großen Violin-Konzerte eingespielt, sondern neben Jazz-Standards und Eigenkompositionen auch Stücke von Jimi Hendrix bearbeitet oder mit Pop-Stars wie Kate Bush gespielt. Deshalb gilt er gleichermaßen als einer der derzeit besten Violinisten und Enfant Terrible der Klassik-Szene. Ein Interview:

WR: Das Konzert besteht aus Vivaldis „Die vier Jahreszeiten“ und „Die vier Elemente“, Ihrem Durchbruch und Ihrer neuesten Komposition. Warum die Verbindung?

Nigel Kennedy: Die vier Elemente“ ist beschreibende Musik. Ich denke, es hat mich inspiriert, dass Vivaldi mit den ‚Vier Jahreszeiten‘ so großartige beschreibende Musik komponiert hat. Daraus entstand bei mir die Idee, dass – sollte ich für die zweite Hälfte dieses Konzertprogramms etwas selbst schreiben – es besser wäre, etwas zu haben, worüber ich schreibe. Es half, konzentrierter und fokussierter zu schreiben, als wenn ich eine völlig mehrdeutige und abstrakte Form von Musik gewählt hätte.

Hat sich an Ihrer Interpretation der Vier Jahreszeiten etwas verändert oder ist es noch dieselbe wie am Anfang Ihrer Karriere?

Kennedy: Meiner Meinung nach sollte nichts jemals dasselbe sein, darum liebe ich Jazz so sehr. Die Spieler machen Musik auf einer mehr spontanen Ebene. Für mich ist es wichtig, sich nicht zu wiederholen. Ich hoffe also, dass sich meine Interpretation verändert hat – sonst wäre ich ja ein totaler Langweiler (lacht).

Sie treten mit dem Orchestra Of Live auf, das von ihnen gegründet wurde und aus jungen Musikern besteht, die sich sowohl in der Klassik als auch im Jazz zu Hause fühlen. Was ist die Idee dahinter?

Kennedy: Ich wollte ein Orchester, das mir in die Richtungen von Musik, die ich einschlagen will, folgen kann. Für mich ist es eine sehr aufregende Sache, 21 großartige junge Musiker zu haben, mit sehr unterschiedlichen Hintergründen, die sich treffen und auf eine sehr positive Art zusammenarbeiten. Eines der schönsten Dinge in der Musik ist Zusammenarbeit, sie bringt Menschen dazu zusammen eine positive Idee zu teilen. Zurzeit touren wir sehr viel, proben dafür und spielen die Konzerte. Das Verständnis füreinander wird wirklich besser und besser, finde ich.

„Die Vier Elemente“ umfassen Klassik, Jazz, Folk, Rock und Pop, spielen Sie das ganze Konzert mit derselben Violine?

Kennedy: Manchmal spiele ich unterschiedliche Violinen. Für „Die Vier Elemente“ spiele ich elektrische Violine, aber gelegentlich greife ich auch zur Violine, wenn etwas intimerer oder lieblicherer Natur sein soll. Das gilt aber auch für die „Vier Jahreszeiten“. So wie ich es heutzutage spiele, kommen auch die elektrische Violine vor, Drums und Sänger.

Gibt es irgendeine Passage, ein Arrangement oder einen Song, auf den Sie besonders stolz sind?

Kennedy: Ich glaube nicht, dass besonderer Stolz etwas für Musiker ist. Die Musiker zusammen zu bringen, das finde ich toll. CDs und MP3, dieser ganze Krempel, das ist doch nichts. Es geht einfach nichts über Live-Musik.

In Ihrer Karriere haben sie mit vielen unterschiedlichen Menschen und Musikarten gearbeitet, was waren Ihre persönlichen Höhepunkte ?

Kennedy: Es hat mich viel Mut gekostet, das Schreiben anzufangen. Mich mit den Stücken vor meine Bands zu stellen, zu sehen, wie es ihnen gefällt. Das ist sicherlich nicht nur ein Höhepunkt, sondern auch ein Durchbruch gewesen.

Ist Komposition also die letzte musikalische Herausforderung für Sie?

Kennedy: Es gibt immer noch verschiedene Genres, die ich sehr aufregend finde, zurzeit beschäftige ich mich mit türkischem Saitenspiel und ich habe ein paar wunderschöne persische Stücke gefunden. Die Welt ist groß und voll mit Musik, da gibt es wohl kaum ein Ende.

Tickethotline: 0231-22696200

Emelie Wendt

Kommentare
Aus dem Ressort
Unbekannte schlagen 31-Jährigen mit Bierflasche nieder
Dortmunder ausgeraubt
Zwei Unbekannte haben einen 31 Jahre alten Dortmunder am Sonntagmorgen in der nördlichen Innenstadt zusammengeschlagen und ausgeraubt. Die beiden...
Einbrecher verheddert sich in Weihnachts-Deko
Am Büter
Zwei Einbrecher sind am Samstagabend in ein Einfamilienhaus an der Straße Am Büter in Schüren eingestiegen. Als die Familie nach Hause kam, wollte das...
Demonstranten wehren sich gegen Nazi-Kundgebungen
Situation blieb ruhig
Zu Kundgebungen an drei Standorten hat die rechtsextreme Partei "Die Rechte" am Sonntag aufgerufen. Gegen die Nazi-Demo protestierte eine kleine...
Polizei nimmt bei Schwerpunkteinsatz fünf Diebe fest
Innenstadt
Bei einem Schwerpunkteinsatz am Samstag in der Innenstadt hat die Polizei am frühen Morgen fünf Taschendiebe festgenommen. In einem Fall wurden die...
Körperverletzung - Schlägerei auf dem Bahnsteig
Hauptbahnhof Dortmund
Zwei 16-Jährige sind am Samstagabend am Dortmunder Hauptbahnhof von zwei anderen Jugendlichen angegriffen worden. Die vier Beteiligten gerieten an...
Fotos und Videos
Klaus Major Heuser in der Pauluskirche
Bildgalerie
Fotostrecke
Rassekaninchenausstellung auf Zeche Zollern
Bildgalerie
Fotostrecke
Jubiläumsgottesdienst zum 105. Geburtstag des BVB
Bildgalerie
Fotostrecke
Die leuchtende Pauluskirche
Bildgalerie
Fotostrecke