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Konzert im Piano

Geheimnisvolle Tanita Tikaram

13.12.2012 | 19:00 Uhr
Geheimnisvolle Tanita Tikaram
Tanita Tikaram, britische Sängerin während eines Komzerts im Dortmunder Piano. Foto: RottmannFoto: Ralf Rottmann

Ein einziger Song machte den Teenager Tanita Tikaram über Nacht zum Weltstar: „Twist In My Sobriety“ spielten Radiosender überall auf der Welt. Vierzehn Jahre lang war sie danach verschwunden. Nun präsentiert sie ihr neues Album – auch in Dortmund.

Ein einziger Song machte den Teenager Tanita Tikaram über Nacht zum Weltstar: „Twist In My Sobriety“ spielten Radiosender überall auf der Welt.

Kühl und sinnlich, unnahbar, so präsentierte die Sängerin damals ihren Hit. Dann war diese faszinierende, rauchige Stimme vierzehn Jahre in der Versenkung verschwunden. Und ebenso überraschend wie sie damals in der Musikwelt auftauchte, nun ein Comeback mit dem neuen Album „Can’t Go Back“, das die 43-Jährige am Mittwochabend im Piano vorstellte. Dabei spannte sie einen mitreißenden Bogen von Klassikern wie „Good Tradition“ bis zu den neuen Werken.

Um 20 Uhr ist es dann soweit. Tanita Tikaram kommt auf die Bühne, eher ein wenig schüchtern, nervös. Schwarze Bluse, graue Hose. Keine Starallüren. Nahbar, lächelnd greift sie zur Gitarre. Und da ist sie wieder, ihre unverkennbare Stimme. Sie raunt ihre Songs mit ihrer dunklen Alt-Stimme ins Mikrofon. Soul, Country, Folk mit deutlichen Jazz-Einflüssen ist die Mischung, die sie mit Produzent Paul Bryan aufs neue Album gepackt hat. Nicht ohne spannende Arrangements. „Berühmt zu sein war ein großer Schock“, entsinnt sie sich. „Aber ich hielt immer einen gewissen Abstand dazu. Erfolgreich zu sein, gab mir die Freiheit, die Platten zu machen, die ich wollte.“

In ihren Songs erzählt sie von Liebe, von unerfüllter ebenso wie vom großen Glück, von der großen Freiheit. Es ist, als sei sie eine Poetin, die ihre Gedichte in ihren Liedern erzählt. Einfühlsam, voller Melancholie und geheimnisvoll. Und doch hat man das Gefühl, seien die Lieder auch noch so traurig, dass sie etwas Tröstliches, etwas Positives haben. Begleitet wird die in Münster geborene Sängerin von drei fantastischen Musikern, allen voran Martin Charles Winning am Saxophon, der Querflöte oder der Klarinette.

Sie scheint in sich zu ruhen, lässt sich nicht mehr von diesem schnelllebigen Popzirkus hetzen.

Weg vom Berühmt-seinund Mainstream

Da passt auch der Titel des neuen Albums „Can’t Go Back Again“. Und das spürt man auch in den teilweise überraschenden Arrangements ihrer alten Songs wie „Cathedral Song“, „Valentine Heart“ oder „Twist In My Sobriety“, mit denen sie ihre neue Musik präsentiert. Sehr, sehr sparsam instrumentiert sie unter dem Beifall der Besucher ihren Mega-Hit. Da erklingen statt der Oboe die Klarinette von Martin Charles Winning und nur ihre Akustikgitarre. Spannend und zurückhaltend – aber einfachgenial. Ein Wermutstropfen in einem überragenden Konzert: Nach gerade einmal 75 Minuten verschwindet Tanita Tikaram nach mehreren Zugaben von der Bühne.

Andreas Winkelsträter



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