Geheimdienst-Affäre mit Verbindung nach Dortmund?

In der Affäre um US-Spionage in Deutschland und die Zusammenarbeit der Geheimdienste gibt es offenbar eine Spur nach Dortmund. Das Nachrichtenmagazin "Spiegel" berichtet in seiner aktuellen Ausgabe über eine gemeinsame Operation von BND und CIA - und indirekt über eine Verbindung nach Oespel.

Oespel.. Die Verbindung nach Dortmund ergibt sich durch eine Aussage im NSA-Untersuchungsausschuss des Bundestages, über die der "Spiegel" berichtet. Im November habe ein Projektleiter des Bundesnachrichtendienstes (BND) im Ausschuss über eine Geheimdienst-Operation gesprochen, heißt es in der aktuellen Ausgabe des Nachrichtenmagazins (erscheint am Samstag).

Aus der Aussage vor dem Ausschuss gehe hervor, dass der BND nicht nur mit dem US-Geheimdienst NSA, sondern auch mit der CIA eng kooperiert habe, um Kommunikationsdaten in Deutschland abzugreifen. Die Operation habe den Codenamen "Glotaic" gehabt.

Daten an BND geleitet

Durch eine frühere "Spiegel"-Berichterstattung sind bereits Details der Operation "Glotaic" bekannt. So habe sich der BND im Jahr 2005 an die deutsche Tochterfirma eines US-Netzbetreibers gewandt und Zugang zu den Kommunikationsverbindung verlangt. Diese Daten seien anschließend an eine BND-Außenstelle geleitet und dort aufbereitet worden. Die Operation sei gegen den Terrorismus gerichtet gewesen. Deswegen seien ausschließlich Auslandstelefonate ausgewertet worden.

Verizon hat den Deutschland-Sitz in Dortmund

In der aktuellen Ausgabe des "Spiegel" heißt es nun, der BND habe die Ergebnisse der Spionage dem US-Geheimdienst CIA zur Verfügung gestellt. Und es wird nun auch dieUS-Firma benannt, die dem BND den Zugang zum eigenen Netz gegeben habe: MCI mit Sitz in Dortmund.

MCI gibt es nicht mehr. Das Unternehmen wurde von Verizon geschluckt. Verizon hat seinen Deutschland-Sitz jedoch weiterhin am ehemaligen MCI-Standort in Dortmund: im Sebrathweg in Oespel.