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Pfandringe

"Gefährliche Pfandringe" - Häme und Spott für Dortmund

16.09.2014 | 12:26 Uhr
"Gefährliche Pfandringe" - Häme und Spott für Dortmund
Sind Pfandringe an Mülleimern gefährlich? Über diese Frage streiten unsere Nutzer.Foto: Markus Diefenbacher

Essen.  Pfandringe an öffentlichen Mülleimern sind eine unkontrollierbare Gefahrenquelle, zumindest nach Meinung der Entsorgung Dortmund GmbH (EDG). Unsere Nutzer reagieren auf diese Nachricht mit Spott und Unverständnis. Wenn schon Pfandringe für die Dortmunder Bürger zu gefährlich sind, wie sieht es denn mit Ästen und Pflastersteinen aus?

Diese Steilvorlage konnten und wollten sich unsere Nutzer nicht entgehen lassen. Die Entsorgung Dortmund GmbH (EDG) hat sich gegen Wegen des hohen Gefahrenpotentials gegen die flächendeckende Einführung sogenannter Pfandringe ausgesprochen . Mit Ironie und beißendem Spott nehmen unsere Nutzer dieses Argument auseinander.

Bernd Peter Lichtenberg mahnt die Stadt an, endlich etwas gegen die vielen abgebrochene Äste zu unternehmen, Marcel Kerwin bittet höflich um die Entfernung aller Pflastersteine im Stadtgebiet und Matthias Hüppe schlägt vor, gleich alle Bürgersteige in Dortmund zu planieren. Wegen der gefährlich hohen Kanten. Michael Wittke merkt den ungeplanten Zusatznutzen an, denn schließlich wisse man als Straßenkehrer der Spätschicht dann auf einen Blick, ob die Frühschicht gründlich gearbeitet habe.

Den Facebook-Nutzer Kai Rust lässt die Diskussion ein wenig ratlos zurück: „Ja und meine Faust ist eine Waffe. Muss die jetzt entfernt werden?“ Der Nutzer graphos sieht vor seinem geistigen Auge bereits marodierende Schlägerbanden von Mülleimer zu Mülleimer ziehen: „Ja, ich sehe schon, wie sich die Schläger jetzt ihre Treffpunkte nach den Standorten der Mülleimer aussuchen. Könnte man ja auch als Vorteil werten. Zu jedem Pfandring noch eine Videokamera darüber gehängt, und schon hat man zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen.“

Ist Dortmund wirklich ein so gefährliches Pflaster?

Bei allem Spott hat diese Diskussion auch eine ernsthafte Seite. „Ist Dortmund voll von Leuten, die sich gerne prügeln und dafür nach Waffen suchen?“, fragt der Kommentator Grundschulkind, „Und die, wenn keine Flasche griffbereit am Mülleimer hängt, dann sagen: Okay, dann heute nicht? Wie weltfremd ist dass denn?“

Mohli ärgert sich vor allem über die komplette Verweigerungshaltung der EDG: „Warum lässt die Stadt es denn nicht darauf ankommen? Wenn sich diese Ringe tatsächlich als gefährlich erweisen, werden sie halt verboten.“ Es fehlt in der Stadtspitze an Verständnis für die ärmeren Bürger, da ist sich der Nutzer sicher: „Ich glaube, der verantwortliche Stadt-Bedienstete in beamtengleicher Stellung hat nicht das geringste Verständnis für Leute, die nicht einmal ein Fünftel seines Einkommens haben.“

Der Gedanke ist gut, aber der Pfandring ist einfach zu teuer.

Jene Nutzer, die sich gegen die Einführung der Pfandringe aussprechen, verweisen vor allem auf die Kosten. Die Stadt Dortmund könne sich den Pfandring schlicht nicht leisten. „Im ersten Moment habe ich diese Ringe auch für eine gute Idee gehalten“, schreibt N0Name über den „Luxusartikel“ Pfandring, „Doch als ich dann erfahren habe, dass jeder Ring ca. 300 € kosten soll, halte ich die Dinger doch für "etwas" überteuert und überflüssig. Oder sind die mit lebenslanger Garantie auf alles, mit 24h Service?“

Miriam Lessmann

Kommentare
20.08.2016
04:49
Teure Pfandringe
von Marubeni | #6

Ich weiß nicht, wer sich diesen angeblichen Anschaffungspreis von 300 € ausgedacht hat, vermute aber, dass man eine Anfrage an die stadteigene...
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"Gefährliche Pfandringe" - Häme und Spott für Dortmund
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http://www.derwesten.de/staedte/dortmund/gefaehrliche-pfandringe-haeme-und-spott-fuer-dortmund-id9829465.html
2014-09-16 12:26
Dortmund, EDG, Pfandsammler, Flaschenpfand
Dortmund