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20 Jahre Visions

Geburtstags-Gala der etwas anderen Art

01.11.2009 | 16:34 Uhr
Geburtstags-Gala der etwas anderen Art

Dortmund. Tobender Wahnsinn, fliegende Mikros, Abschied und Whisky pur - „Visions” rockte seinen 20. Geburtstag, wie es sich für ein Musikmagazin gehört: Madsen und Bela B, die Editors und The Hives lockten an zwei Tagen in das neue FZW.

Das Konzert in der Halle des FZW lieferte am Freitag Rock als Kontrastprogramm: Ein Wechselbad der Gefühle, das von konzentriert und kontrolliert gebastelten Klanglandschaften über entfesselte Rhythmen bis zum satten und warmen Rock'n Roll-Sound alles bot. Letzteres kurze Vergnügen lieferte Bela B mit den Chainsaw Hollies: Der Ärzte-Schlagzeuger und- Sänger spielte live zum ersten Mal Songs aus dem brandneuen Solo-Album „Code B”, aber auch Cover wie „Cold Feelings” (Social Distortion). „Die Musik ist so geil, was für eine Mischung aus ruhigen Parts und Rock”, findet Heiner.

Hommage an den Rock der 70er

Die Editors kamen zum Gratulieren nach Dortmund. (c) Jennifer Schumacher

Aus Rostock für Madsen angereist, meint er damit aber Biffy Clyro: Musikalisch am Rock-Puls der Zeit und variabel im Ausdruck, wechseln die Schotten von akustischer Gitarre und groovendem Bass zu dröhnendem Rhythmus und schneidenden Riffs. Dabei verliert Rockröhre Simon Neil nie die Eindringlichkeit eines Getriebenen, kippt auch mal in Gebrüll - dann tobt der Wahnsinn, und das Publikum tobt mit. Bei den Indie-Rockern von Madsen wollte Party-Stimmung nicht richtig aufkommen, da es das Abschiedskonzert von Keyboarder Folli ist. Gewinnerin des Abends ist dabei die sechzehnjährige Anne aus Heidelberg, die die erste Strophe von „Geschichte” auf der Bühne singt und dafür einen Plüschbären von der Band bekommt. Der letzte Song des Abends gehörte dann Folli, in einem Konfettiregen, der sein Markenzeichen ist. „Persönliche Gründe” führen zu seinem Ausstieg. „Genauer will ich das nicht wissen, am Ende zerstört das nur die Illusion”, meint Anne, den Teddy fest im Arm.

Vor Leid und Lust kommt am Samstag Schlange stehen - erst am Eingang, dann an der Garderobe. Nach einer Gala, wie Visions diesen Abend genannt hat, sieht keiner aus: Jeans, Sneaker, T-Shirts statt Pumps und Kleidchen. „Oceansize” kommt die unglückliche Aufgabe zu, die Wartenden zu bespaßen. Nur bei härteren Gitarrenriffs heben sich die Köpfe. Solche Ignoranz ist bei „Mothertongue” nicht denkbar: Unterstützt von Whisky pur, fegen die Jungs aus L.A. mit ihrer Hommage an den Rock der 70er und Jimi Hendrix über die Bühne, streuen Funk und experimentelle Passagen ein. Sie erzählen von Sex und Gewalt, liefern nackte Oberkörper und zuckende Performances.

Bad in der Menge

Ohnehin ist dieser Abend auch eine Studie über Musikertypen: Die britischen „Editors” mit ihren Wurzeln bei Wave-Helden wie „Joy Division” sind Minimalisten in der Moderation. Mit großem Instrumentarium versinken sie in ihrer Musik. Bittersüß schweben die Melodien und die dunkle Stimme von Tom Smith über dem gefangenen Publikum.

Die „Hives” schließlich sind für die Bühne geboren: Im feinen weißen Zwirn lassen die Schweden ihren ungestümen Garage-Punkrock los und bringen die Masse zum Toben. Sänger Pelle Almqvist als sympathisch posender Entertainer macht den Countdown der besten (Hive)-Songs der Welt zur komprimierten Party, wirft sein Mikro, hüpft auf Boxen, badet im Applaus. „Richtig gut”, finden das Jacqueline aus Dortmund und Sven aus Duisburg.

„Total enttäuscht” ist aber sein Begleiter Dirk von Bela B. als Moderator der Gala: Der hatte außer Dank für die Freigetränke nicht viel beizusteuern und wurde sogar ausgepfiffen. Aber ansonsten - eine wahrlich angemessene Geburtstagsfeier.

Nadine Albach / Silke Rathert

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Kommentare
01.11.2009
18:44
Geburtstags-Gala der etwas anderen Art
von be ric | #1

Schade, wäre geren dabei gewesen. Wenn es nur nicht so weit gewesen wäre.

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