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Ganze Klasse soll sitzen bleiben - jetzt naht Rettung

26.06.2013 | 14:32 Uhr
Ganze Klasse soll sitzen bleiben - jetzt naht Rettung
15 von 20 Schülern der Klasse 2 a an der Steinhammer-Grundschule sind wegen massivem Unterrichtsausfall versetzungsgefährdet. Nun gibt es neue Hoffnung. (Foto: Dieter Menne)

Dortmund.  In Dortmund sollte eine komplette zweite Klasse sitzen bleiben, weil zu viel Unterricht ausgefallen ist. Jetzt hat sich die Bezirksregierung eingeschaltet und ein Rettungskonzept in Aussicht gestellt: „Die Schüler müssen eine faire Chance erhalten, denn sie können nichts dafür.“

Hoffnung für Eltern und Schüler an der Steinhammer-Grundschule: Die komplette Klasse 2a sollte sitzen bleiben , weil zu viel Unterricht ausgefallen ist. Jetzt hat die Bezirksregierung ein Rettungskonzept in Aussicht gestellt. Am Mittwochabend wollen Vertreter des Schulamts und der Bezirksregierung Arnsberg auf einer Versammlung an der Schule Rede und Antwort stehen. Die Eltern sollen „unmittelbar und persönlich erfahren, dass alles dafür getan wird, dass die Kinder versetzt werden“, betonte Christoph Söbbeler, Sprecher der Bezirksregierung.

„Die Klasse muss zusammenbleiben"

Ein Förderkonzept soll es ermöglichen, die Defizite aufzufangen; ein Vorhaben, das bis ins kommende Schuljahr führen wird. „Bis zu den Ferien ist das nicht zu schaffen“, so Söbbeler, der ankündigt, dass es für die Kinder weitergeht – „im Idealfall für alle“.

Das ist die Nachricht, auf die die Eltern warten. „Die Klasse muss zusammenbleiben und gemeinsam versetzt werden“, sagt Elternsprecher Dirk Becker.

Schul-Ärger
Unterrichtsausfall gefährdet Versetzung von 15 Schülern

Monatelang war der Unterricht ausgefallen - die Klassenlehrerin war krank. In der ganzen Zeit hat es die Schulleitung der Steinhammer-Grundschule in Marten offenbar versäumt eine Vertretung zu organisieren. Nun ist bei 15 von 20 Kindern die Versetzung gefährdet.

Massiver Unterrichtsausfall durch wiederholte Krankheitsphasen der Klassenlehrerin habe die Kinder von der ersten Klasse an begleitet, schildern die Eltern. „Eine Kompensation hat nicht stattgefunden.“ Nachdem die Lehrerin schließlich dauerhaft ausfiel, sei erst nach Monaten und damit viel zu spät eine feste Vertretung aufgetaucht. Von weniger als 50 Prozent Unterricht ist die Rede.

Ob die Schulleitung nicht rechtzeitig Hilfe angefordert oder das Schulamt zu zögerlich reagiert hat, lässt sich nicht mehr klären, zumal die kommissarische Schulleiterin nicht für Auskünfte zur Verfügung steht.

Verkettung unglücklicher Umstände

Schulamtsdirektor Dieter Ihmann hält das Problem für „hausgemacht“. Seit wann er von der Situation wusste, war aber auch nicht zu erfahren. Dirk Becker jedenfalls beteuert, die Elternschaft habe wiederholt und frühzeitig auf die Probleme hingewiesen und auch konstruktive Vorschläge gemacht. „Darauf wurde aber nie eingegangen.“

Eine Verkettung unglücklicher Umstände – Krankheiten, Schwangerschaft, der Ausbruch von Scharlach – hat das Desaster ermöglicht, das die Kinder nun ausbaden müssen. Aber es muss auch in der Kommunikation etwas gehörig schief gelaufen sein, damit es so weit kommen konnte.

Info kommt für die Schüler zu spät

Wo genau der Fehler lag, will die Bezirksregierung jetzt aufarbeiten. „In solchen Situationen gibt es immer eine Lösung, die eine derart problematische Entwicklung verhindern kann“, sagt Söbbeler. Für die Klasse 2a an der Steinhammer-Schule kommt diese Info zu spät. Dort geht es jetzt um Schadensbegrenzung. Söbbeler: „Die Schüler müssen eine faire Chance erhalten, denn sie können nichts dafür.“

So geht's weiter

Am Mittwochabend findet eine außerordentliche Elternversammlung an der Schule statt.
Vertreter von Bezirksregierung und Schulamt werden über die Schritte informieren, die ein Wiederholen der Klasse vermeiden sollen.
Ein spezielles Förderkonzept soll die Defizite ausgleichen. Dafür soll auch das kommende Schuljahr genutzt werden.

Von Susanne Riese



Kommentare
29.06.2013
11:56
Ganze Klasse soll sitzen bleiben - jetzt naht Rettung
von Refe | #18

Das kommt nunmal davon, dass man bei der Planung der Lehrerstellen auf Sparflamme fährt. Oder wie wir es aus dem Einzelhandel kennen, die "just-in-time" Mentalität. Unterrichtsstunden werden gekürzt, Überstunden maximal ausgereizt und Lehrer angehalten "unter der Hand" Vertretungsstunden zu machen. 100% Bedarfsplanung (genausoviel Lehrerstellen, bei entsprechende Pflichtstundenzahl und Überstundenplanung, wie Klassen vorhanden) ist da schon das beste, was man in Deutschland bekommen kann. Andere Bundesländer sind ja der Meinung, 90% reichen auch aus.

Die Zukunft hier ist nun wirklich nicht rosig.

26.06.2013
19:03
Ganze Klasse soll sitzen bleiben - jetzt naht Rettung
von Querdenker456 | #17

Das ist doch das Paradebeispiel, warum in Deutschland ausländische Fachkräfte gesucht werden müssen. Für alles ist Geld da: Afghanistan, Syrien, Irak etc. Was hören wir denn immer: Wir brauchen mehr Geld für die Bildung.( Hannelore Kraft, Renate Kühnast ) Aber Hannelore hat es doch in ihrer Hand. Und was geschieht? Nichts. Ich möchte nicht wissen, wieviel ausgebildete Lehrer in NRW auf der Straße stehen. Aber ich weiß, von einer Schule in Dortmund, dass dort eine Deutschlehrerin mit Migrationshintergurnd tätig ist, die die Schüler falsch anspricht und auch falsche Orthographie lehrt. Hat Sarrazin doch recht?

26.06.2013
17:58
Der.Luedenscheider | #15
von schRuessler | #16

Dass in der Schulpolitik manches nicht rund läuft, ist ja niocht zu bestreiten

Aber in diesem Fall liegt die Verantwortung zuerst mal bei der Schule. Die muss die Vertretungen organisieren. Warum das nicht geklappt hat, ist eigentlich nicht zu verstehen.

4 Antworten
Die Hintergründe müssen geklärt werden.
von Zecke | #16-1

Tatsache ist aber auch, dass manche Schulleitung zig mal Vertretung beim Schulamt anfordert und abgewiesen wird mit der Begründung, dass der Vertretungsetat ausgeschöpft ist. Diese Situation tritt besonders oft im zweiten Schulhalbjahr auf, weil woanders schon vorher Bedarf angemeldet wurde.

Außerdem ist an der o. g. Schule, wie an anderer Stelle zu lesen war, zurzeit keine Schulleitung vorhanden, auch hier wurde offensichtlich ein "Notprogramm" gefahren. Die Schule wurde nur kommissarisch geleitet. Wenn kein Konrektor da ist, muss die kommissarische Leitung von der dienststältesten Lehrkraft der Schule übernommen werden, die vorher in keiner Weise auf Schulleitungsfunktionen vorbereitet wurde, aber neben ihrem etwas reduzierten Unterricht für alles zuständig sein soll. Manchmal muss auch ein Schulleiter zwei Schulen leiten. Man weiß doch gar nichts über die genauen Hintergründe, also sollte man erst mal die Klärung abwarten.

Ganze Klasse soll sitzen bleiben - jetzt naht Rettung
von schRuessler | #16-2

"Man weiß doch gar nichts über die genauen Hintergründe, also sollte man erst mal die Klärung abwarten."

Und solange man nichts weiß, kann man dann schon mal Frau Löhrmann persönlich dafür verantwortlich machen?

schRuessler | #16-2
von Zecke | #16-3

Genau, man weiß nichts über die Hintergründe. Deshalb habe ich auch niemanden persönlich verantwortlich gemacht, auch nicht die Schulleitung (im Gegensatz zu Ihnen).

Man weiß nichts über die Hintergründe
von Zecke | #16-4

"Ob die Schulleitung nicht rechtzeitig Hilfe angefordert oder das Schulamt zu zögerlich reagiert hat, lässt sich nicht mehr klären, zumal die kommissarische Schulleiterin nicht für Auskünfte zur Verfügung steht." (Zitat aus dem Artikel)

26.06.2013
17:51
Ganze Klasse soll sitzen bleiben - jetzt naht Rettung
von Der.Luedenscheider | #15

Politik versagt, Lehrer und Schüler baden es aus.

Hautpsache, wir haben Abermilliarden für irgendwelche EU Rettungspakte. Die EU Rettung an sich ist ja nicht falsch, aber man sollte vielleicht einfach mal eine einzige Milliarde davon in die Bildung stecken. Nur eine einzige !!!!!! Das macht einen minimalen Prozentsatz der EU Rettung aus. Von der einen Milliarde weniger würde die EU nicht untergehen, aber man könnte seeeehr viel an Schulen erreichen.

26.06.2013
17:24
Ganze Klasse soll sitzen bleiben - jetzt naht Rettung
von Wurzelputz | #14

"zumal die kommissarische Schulleiterin nicht für Auskünfte zur Verfügung steht."

Was soll das denn heißen? Ist die Dame plötzlich taubstumm geworden??

26.06.2013
17:22
Ganze Klasse soll sitzen bleiben - jetzt naht Rettung
von unkenrufe | #13

Die Überschrift der Redakteurin verführt zwar zum Lesen dieser Zeitungsmeldung, ist aber in den Bereich "gewagte bis falsche Tatsachenbehauptung" einzuordnen.

26.06.2013
17:22
Ganze Klasse soll sitzen bleiben - jetzt naht Rettung
von fogfog | #12

wer Schuld hat lässt sich nicht mehr klären???wie immer die typische Wagenburgmentalität. Keiner hat Schuld.

26.06.2013
16:48
Aktuell und passend zum Thema!
von Zecke | #11

"Nachdem die "flexiblen Mittel" für NRW-Schulen 2013 auf 25 Millionen Euro halbiert wurden, schließt NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne) einen höheren Unterrichtsausfall nicht aus."

So beginnt eine aktuelle Meldung vom heutigen Tag:

http://www.derwesten.de/region/milltelkuerzungen-nrw-schulen-droht-mehr-unterrichtsausfall-id8115652.html

Was sagt uns das?
Es wird noch mehr an den Schulen gespart als bisher!

26.06.2013
16:26
Déjà-vu
von Tritt_Brettfahrer | #10

Für solche Zustände sind weder die Lehrer noch die Eltern und schon gar nicht die Kinder verantwortlich. Verantwortlich ist eine parteiübergreifende verantwortungslose Schulpolitik, die unser höchstes Gut, unsere Kinder, sträflich vernachlässigt.
Von Februar 00 bis Juli 01 wurde in der Grundschule unseres „Kleinen“ eine erkrankte Lehrerin durch „Feuerwehren“ ersetzt. Monat für Monat bekamen die Schüler eine neue Orientierungsperson. Für uns Eltern hieß das: „Drei Schritte voraus, zwei Schritte zurück“. Offiziell hieß das „Programmkontinuität vor Personenkontinuität“. Während dieser Zeit fielen im Gymnasium unseres „Großen“ bis zu 36 % des Unterrichts aus – und Gabriele Behler behauptete immer noch, es würde kein Unterricht ausfallen. Unter Ute Schäfer lernten dann unsere Kinder, dass in dem Beispiel „Der Hund sitzt auf der Katze“ „Der Katze“ der Genitiv ist. Barbara Sommer gestaltete das Oktaeder des Grauens und Sylvia Löhrmann haute gleich drei Mathekausuren in die Tonne.

26.06.2013
16:19
Ganze Klasse soll sitzen bleiben - jetzt naht Rettung
von Syndikus | #9

Es ist symptomatisch, dass unsere Schulpolitik lieber neue Großprojekte wie "G8" oder "Inklusion" anstößt, anstatt zunächst einmal sicher zu stellen, dass derartige Ungeheuerlichkeiten wie ein zur Nichtversetzung einer ganzen Klasse führender Unterrichtsausfall vermieden wird (etwa durch ausreichende Besetzung von Lehrerstellen einschließlich der Vertreter). Aber mit Großprojekten und Luftschlössern (deren vorhersehbare Probleme gerne verschwiegen werden) kann man sich als Minister oder Staatssekretär viel besser in der Öffentlichkeit und der eigenen Partei als "Macher" darstellen. Nur macht all dies die Schulen - insbesondere in Zeiten knapper Kassen und hoher Staatsverschuldung - leider eher schlechter als besser!!!

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