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Vandalismus

Graffiti-Schmierer in Dortmunder U-Bahn filmen sich selbst

28.12.2012 | 00:00 Uhr
Graffiti-Schmierer in Dortmunder U-Bahn filmen sich selbst
Über Weihnachten beschmierten Sprayer zahlreiche Wände der U-Bahn-Station an der SaarlandstraßeFoto: Anja Cord

Dortmund.   Zerstörte Glasscheiben, aufgeschlitzte Sitze, herausgerissene Leuchten, Schmierereien — jedes Jahr müssen die Stadtwerke 1 Million Euro für die Beseitigung von Vandalismusschäden berappen. In der Nacht auf den 25. Dezember schlugen Graffiti-Schmierer in der U-Bahn-Station Saarlandstraße zu.

Zerstörte Glasscheiben, aufgeschlitzte Sitze, herausgerissene Lampen, Schmierereien - jedes Jahr müssen die DSW 21 eine Million Euro für die Beseitigung von Vandalismusschäden berappen. In der Nacht auf den 25. Dezember schlugen nun Graffiti-Schmierer in der U-Bahnstation Saarlandstraße zu. Auf beiden Seiten der Gleise beschmierten sie die Wände großflächig. Der Schaden vermutlich mehrere 10.000 Euro.

„Es waren fünf Täter wie auf dem Überwachungsvideo zu sehen ist“, so DSW 21-Sprecherin Britta Heydenbluth. Das Quintett sei maskiert gewesen, habe selbst die Schmierereien gefilmt. Die Personen seien - bis auf die Maskierung - sehr gut zu erkennen, etwa Auffälligkeiten an der Kleidung. Die DSW haben Strafanzeige erstattet, das Videomaterial zur weiteren Auswertung der Polizei übergeben. Sicher ein herausragender Fall aufgrund der großflächigen Krakelei.

Täter gefilmt

Wie anhand des Videomaterials zu erkennen ist, schlugen die Täter gegen 0.50 Uhr zu, „weit nachdem die letzte Bahn Heiligabend gefahren ist“, so Britta Heydenbluth. Die Tat sei von der ersten Schicht dann am Dienstag, 25. Dezember, gegen 5 Uhr entdeckt worden. Wie sich die fünf Täter Zugang zur verschlossenen Station verschafft haben, wird derzeit noch geprüft.

Immer wieder haben es die Stadtwerke mit Vandalismusschäden zu tun. Und es ist jedes Jahr etwa die gleiche Summe in Höhe von rund 1 Million Euro, die aufgewendet werden muss, um die Schäden wieder zu beseitigen. Man bemühe sich, die Schäden möglichst schnell wieder zu beheben, um nicht weitere Nachahmungstäter auf den Plan zu rufen. Und bei gesprungenen Glasscheiben, um die Verletzungsgefahr zu minimieren.

Kunst
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Montags ist bei den Stadtwerken meist Glasertag, wenn am Wochenende die Vandalen wieder zugeschlagen haben - und das im gesamten Stadtgebiet. Im Herbst 2011 hatte man sogar ein Pilotprojekt mit so genannten „Crash-Scheiben“ gestartet. Man setzte Scheiben ein, die im im Inneren schon gebrochen waren. Der Erfolg gab den Stadtwerken Recht. Denn diese Scheiben, die zwar teurer waren als normale, wurden aber nicht mehr zerstört. Aber: Die „normalen“ Kunden störten sich an den gesplitterten Glasscheiben. Und so wurde das Pilotprojekt nach knapp einem Jahr wieder eingestellt. Allein die Kosten für die Beseitigung solcher Glasschäden beläuft sich pro Jahr auf rund 200.000 Euro.

Aktion mit dem BVB

Rückläufig sei das Aufschlitzen der Sitze. Denn man greife in den neueren Bussen und Bahnen auf harte Sitzschalen zurück, die nicht mehr aufzuschlitzen seien. Allerdings lassen andere Beschädigungen wie das Zerkratzen der Scheiben - egal ob an Bussen und Bahnen oder an Wartehäuschen - nicht nach.

Auch mit dem BVB hatte man ein Projekt gegen Vandalismus gestartet, da „Fans“ ganze Lampen aus den Stadtbahnen gerissen gerissen und Notbremsen betätigt hatten. Das habe zum Glück nachgelassen.

Andreas Winkelsträter

Kommentare
22.08.2014
18:17
Graffiti-Schmierer in Dortmunder U-Bahn filmen sich selbst
von Derdahinten | #32

Und das jeder Sprayer Gewalt bereit ist stimmt nicht, da ich frage ich mich ja schon wo der Stock im Arsch herkommt.

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Graffiti-Schmierer in Dortmunder U-Bahn filmen sich selbst
Graffiti-Schmierer in Dortmunder U-Bahn filmen sich selbst
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http://www.derwesten.de/staedte/dortmund/ganze-gleisanlage-beschmiert-id7427631.html
2012-12-28 00:00
Dortmund, DSW, Stadtbahn, Vandalismus, Heiligabend, Graffiti, Zerstörungswut, Jugendliche
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