"Ganz oben auf der Prioritätenliste"
10.10.2007 | 19:55 Uhr 2007-10-10T19:55:48+0200Der Mann repräsentiert eine der ersten Adressen im Land. Eigentlich sogar die erste Adresse - die Hamburger ECE ist Marktführerin in Sachen innerstädtische Einkaufs-Center. Und dieser Mann setzt auf Dortmund.
Dieser Mann gehört zur Familie Otto, trägt den Vornamen Alexander, ist 39 Jahre alt und Vorstands-Chef der ECE. Und auf der Immobilienmesse "Expo Real" in München nahm er an einer Stelle mit Blick auf Dortmund das Wort "einzigartig" in den Mund. Mit Blick auf die Thier-Brache, auf die ECE ein Mega-Einkaufszentrum mit Direktanbindung an den Westenhellweg bauen möchte.
"Für uns steht Dortmund ganz oben auf der Prioritätenliste, wir haben riesiges Interesse", formulierte Otto (Sprößling aus dem Hause Otto-Versand) auf dem ECE-Stand in München. Worauf sich Dortmund (und damit die Politik) angesichts dieses Interesses einstellen muss: dass ECE ein paar Quadratmeter mehr realisieren möchte als bislang in der Debatte. Ein paar tausend Quadratmeter Einzelhandelsfläche mehr... Und das Ganze garnierte Alexander Otto auch noch mit dem Hinweis, dass auch der Dortmunder Hauptbahnhof ein "interessanter Standort" sei, und ECE es sehr begrüßen würde, "wenn der eine Aufwertung erfahren würde". Fern der sprachlichen Zurückhaltung: ECE kann sich gut vorstellen, auch am Hauptbahnhof eine Duftmarke zu setzen. Wenn die Bahn will.
Am 13. Dezember soll der Rat - so möchte es Oberbürgermeister Dr. Gerhard Langemeyer - die Signale für die Entwicklung der Thier-Brache auf Grün stellen. Die "verkehrliche Frage darf als geklärt angesehen werden", orakelte der OB in München. Sehr deutlich wurde Stadtdirektor Ullrich Sierau angesichts der Begehrlichkeiten von Alexander Otto, mehr als nur 30 000 Quadratmeter Einzelhandelsfläche auf der Thier-Brache zu realisieren: "Je mehr Quantität er will, desto mehr Qualität muss er bringen." Dieses sei Otto bewusst, assistierte Chef-Wirtschaftsförderer Udo Mager dem Stadtdirektor, denn Otto habe ihm auf der Messe "1a-Qualität" zugesagt. Mager meinte damit die Architektur.
Die Qualität will die Stadt in einem "Städtebaulichen Vertrag" festschreiben - wie beim geplatzten "3do"-Projekt. Falls der verabredete Zeitplan im Takt bleibt, ist im Herbst 2008 Baubeginn.
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