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Tumulte

Ermittlungen wegen versuchten Totschlags nach Fan-Krawallen

05.11.2014 | 06:29 Uhr

Dortmund.   Galatasaray-Fans haben vor und während des Spiels gegen den BVB in Dortmund massiv Pyrotechnik gezündet und auf BVB-Anhänger geworfen. Die Polizei musste einen geplanten Angriff von BVB-Anhängern auf die Galatasaray-Fankurve verhindern. Nach den Tumulten ermittelt die Polizei unter anderem wegen versuchten Totschlags. Die BVB-Spieler verurteilten die Aktionen der Gästefans.

Kevin Großkreutz war sauer. Nicht, weil er nicht zum Einsatz gekommen war für Borussia Dortmund gegen Galatasaray Istanbul. Und schon gar nicht wegen des Endergebnisses - 4:1 für den BVB lautete dieses. Großkreutz ärgerte sich über die türkischen Fans: "Was da in dem Block passiert ist, geht gar nicht", schimpfte er. "Pyrotechnik auf wildfremde Menschen zu werfen, geht auf keinen Fall, das kann man auch nicht akzeptieren."

Es war vor allem eine Szene kurz nach Beginn der zweiten Halbzeit, die den BVB-Spieler so in Rage versetzte: Als ein Dortmunder Eckball vor den Gästefans ausgeführt werden sollte, flogen plötzlich Böller und bengalische Feuer auf den Rasen - nachdem die Galatasaray-Fans schon das gesamte Spiel über gezündelt hatten. Pyrotechnik und herausgerissene Sitzschalen flogen auch in Richtung der Heimfans.

"Da überlegt man zunächst natürlich, wie weit die Jungs die Dinger schmeißen können", sagte BVB-Mittelfeldspieler Sebastian Kehl. "Ist man im Sechzehner auch noch gefährdet? Dann geht man erstmal einen Meter zurück, guckt sich das an. Aber insgesamt bin ich da ruhig geblieben."

Was man von den Galatasaray-Fans nun wirklich nicht sagen könnte: Schon am frühen Abend waren laut Polizei weit über 1000 von ihnen vom Friedensplatz aus zum Stadion gezogen und hatten dabei ein richtiggehendes Pyro-Feuerwerk veranstaltet. Zwei Polizeibeamte verletzten sich dabei. Die Polizei nahm mehrere Personen fest.

Auch im Stadion wurden schon vor dem Anpfiff und während des Spiels immer wieder Böller und Bengalos gezündet, trotz mehrfacher Ermahnung durch den Stadionsprecher - bis zu jener Eskalation kurz nach der Halbzeitpause. Weil die Galatasaray ihre Pyrotechnik nun auch aufs Spielfeld warfen, unterbrach Schiedsrichter Pavel Královec die Partie. Für den Türkischen Meister dürfte nun eine empfindliche Strafe folgen, schließlich waren seine Anhänger schon beim Spiel gegen den FC Arsenal auf ähnlich Weise auffällig geworden. "Das war eine permanente Provokation", urteilte BVB-Sportdirektor Michael Zorc.

Pyro-Eklat
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Das Spiel konnte fortgesetzt werden, nach dem Treffer zum 4:1 für den BVB aber flogen Pyro-Fackeln in den BVB-Block. "Das ist für mich nicht nachvollziehbar. Ich glaube, dass dort sehr, sehr viele türkische Fans waren, die hier in Dortmund leben, die sicherlich auch - wenn wir das Spiel heute mal ausklammern - Borussia-Dortmund-Fans sind." Kehl äußerte die Hoffnung, dass möglichst viele Täter ermittelt werden könnten.

Gala-Fans sorgen für Tumulte

Die Polizei zumindest begann umgehend mit der Arbeit. Noch in der Nacht wurden weitere Täter festgenommen. Gegen sie wird wegen versuchten Totschlags, Landfriedensbruchs und Verstößen gegen das Sprengstoffgesetz ermittelt. Die Polizei wirft Galatasaray-Fans versuchten Totschlag vor, nachdem auf der Nordtribüne im Stadion schwere Sitzplatz-Konstruktionen auf Polizisten und Ordner geworfen worden sind. Das Material wäre geeignet gewesen, sehr schwere Kopfverletzungen zu verursachen. Eine Mordkommission ermittelt. Mehrere Verdächtige sitzen noch im Polizeigewahrsam.

Die Galatasaray-Fans randalierten übrigens nicht zum ersten Mal im Dortmunder Stadion. Beim Spiegel gegen Juventus Turin richteten sie im Jahr 2003 einen Sachschaden in Höhe von 100 000 Euro an. Galatasaray musste damals nach Bombenanschlägen in der Türkei einige Heimspiele im Ausland austragen. Das Westfalenstadion wurde für dieses Spiel eigens in "Ali Sami Yen Stadion" umbenannt.

Von allen Anwesenden in den Blöcken 60 und 61 wurden die Personalien aufgenommen. Nahe dem Stadion verhinderten die Beamten anschließend noch einen geplanten Angriff von BVB-Anhängern auf die Galatasaray-Fankurve. Bis weit nach Mitternacht dauerte der Einsatz.

Da hatte Kevin Großkreutz längst seinen Frieden mit diesem Abend gefunden: "Das Wichtigste", meinte der Mittelfeld-Arbeiter, "ist doch, dass wir gewonnen haben."

 

Sebastian Weßling u. Peter Bandermann

Kommentare
05.11.2014
17:47
Ermittlungen wegen versuchten Totschlags nach Fan-Krawallen
von s04michel | #36

diese fußballterroristen müssen am besten sofort für mehrere jahre in haft und zwar bei harter arbeit von 6 bis 6 Uhr. die dürfen überhaupt nicht mehr...
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http://www.derwesten.de/staedte/dortmund/galatasaray-fans-werfen-pyrotechnik-und-sitze-auf-bvb-fans-id10004779.html
2014-11-05 06:29
Dortmund