Finn-Ole Heinrich und Spaceman Spiff bilden den Abschluss der Lesereihe Lauscher
15.12.2011 | 16:04 Uhr 2011-12-15T16:04:00+0100
Dortmund. Zum vorerst letzten Mal fand die pop-literarische Lesereihe „Lauscher“ im FZW eine Bühne. Dernièren-Gäste der 22. Ausgabe der Veranstaltung waren der Musiker Spaceman Spiff alias Hannes Wittmer und der Schriftsteller Finn-Ole Heinrich.
In der Bar des FZW ist es angenehm lauschig, draußen fühlt es sich nach Winter ohne Schnee an. Nur eine gute Handvoll Gäste haben sich durch den eisigen Sturm gekämpft, um nach über zwei Jahren den vorläufigen Abschluss der Lauscher-Reihe zu sehen.
„Du drehst den Kopf, ich dreh den Kopf“ heißt das gemeinsame Projekt von dem Schriftsteller Finn-Ole Heinrich und dem Musiker Spaceman Spiff, mit dem die beiden Jungs schon quer durch Deutschland, mit einigen Europa-Auslandsauftritten, getourt sind.
Ein Projekt, wie gemacht für die Bar des FZW und die Lauscher-Reihe. Finn-Ole Heinrich liest Kurzgeschichten mit seiner eindrücklicher Stimme, die sofort den ganzen Raum ausfüllt. Der Musiker Spaceman unterstützt ihn mit live erzeugten Sounds, aufgenommen und wieder abgespielt mit einer Loop-Maschine. Mal pustet der Musiker sanft in eine halbleere Flasche, mal spielt er auf einem Xylofon einsame Töne ein, mal kratzt er über seine Gitarrensaiten. Diese Geräusche und Töne machen das Schaudern und Fürchten, was die Figuren aus Heinrichs Geschichten empfinden mögen, hörbar.
Die Ich-Erzähler des Schriftstellers haben alle eines gemeinsam: Einen emotional schwerwiegenden Verlust. Meist sind es Menschen, die verloren gegangen sind, manchmal auch nur ein halbes Bein eines geliebten Menschens. Heinrichs Erzähler begegnen der neuen Situation, in der etwas fehlt, mit Trotzreaktionen und Selbstzweifeln. Sie suchen nach einem Weg, mit dem Verlust unzugehen - und nicht immer finden sie ihn.
Um (Aus)-Wege, Hindernisse und die Überwindung dieser, darum geht es auch in den Texten des Singer-Songwriters Spaceman Spiff, die er zwischen den Texten von Finn-Ole Heinrich spielt. „Ist das hier eine Weiche oder bin ich schon entgleist?“, fragt er in seinem Song „Straßen“ und singt „Du fragst wie’s mir geht, ich tu so als ob ich’s weiß“. Spaceman Spiffs Figuren haben zwar nicht immer jemanden verloren, und doch haben sie mit sich zu kämpfen: „Ich allein gegen all die roten Ampelmännchen“.
Zwischen Songs und Texten gibt es bei „Du drehst den Kopf, ich dreh den Kopf“ zeigen die beiden Jungs immer wieder Kurzfilme von Finn-Ole Heinrich, der Filmregie studiert hat. Auch hier: Eine suchende Kamera auf mehreren möglichen Wegen.
All das ist so stimmig und passt so gut zusammen und in die Bar des FZW, dass jeder zu bedauern ist, der sich nicht durch den eisigen Sturm gekämpft hat, um den Abschluss der Lauscher-Lounge zu sehen.
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