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FZW ade: Große Abschiedsparty ohne viel Wehmut

01.03.2009 | 18:36 Uhr

Das letzte Konzert, die letzte Party - zum letzten Mal das FZW an der Stelle, wo es seit 1968 seine Pforten öffnete. ...

... Bevor das neue Gebäude an der Ritterstraße seinen Betrieb aufnimmt, trafen am letzten Abend alte Weggefährten auf junge Hüpfer und feierten eine Party - ohne viel Wehmut.

Doch erstmal sind die Pforten zu am Neuen Graben 167 - noch läuft der Soundcheck und doch warten schon etwa 50 Leute vor der Tür des Flachbaus. Die Jüngeren sind meist keine 20 und wegen Muff Potter hier. Die Älteren, wie Uwe und Angelika, sind Mitte 40 und wollen "noch mal auf die wilden Zeiten anstoßen", die sie in den 80ern hier gefeiert haben. Zwei Männer in den 30ern fotografieren sich vor dem beleuchteten Schild: "FZW - best of alternative Music and more". Durch die geschlossenen Fenster erklingen Orgelakkorde in Moll - das passt. Türsteher Martin lässt mit prüfendem Blick die Wartenden hinein. Er kennt auch die nostalgischen Gefühle der Besucher und erzählt von einem Marmeladenvertreter, der spontan vorbeikam, um einmal noch ein Bier zu trinken, wo er seine Frau kennen gelernt hat.

Auch an diesem Abend ist die Kapazität von 400 Besuchern schnell erreicht. Der Konzertsaal ist voll bis an die Glastür. Muff Potter halten die "Grabrede". "Auf die letzten 90 Minuten", ruft Sänger Nagel, bevor die Band mit krachigem Deutsch-Punk losrockt. Im Bar-Bereich schwelgen derweil langjährige Weggefährten der Einrichtung in Erinnerungen:

Neue Möglichkeiten Jörg Classen arbeitet seit 1988 im FZW und sieht das neue Haus als Herausforderung. Als Anekdote gibt er den Videodreh der ehemaligen Dortmunder Punkband Idiots an, die den Saal mit Bier fluteten. Uli Bösebeck, Leiter des Jugendamtes, sieht für den alten Club am neuen Standort "viel mehr Möglichkeiten". Die sind am Samstag schnell erschöpft: Im niedrigen Konzertsaal tropft es von der Decke, als Muff Potter als allerletztes Live-Stück im FZW "Alles nur geklaut" gibt.

Danach wird bis in die Morgenstunden weiter getanzt, zu Hits aus vier Jahrzehnten. Eine würdige Abschlussparty mit vielen fröhlichen Gesichtern und ohne Wehmut.

Von Jens Wege

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