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Amtsgericht

Fußgängerin bezieht seit Unfall Rente

05.09.2012 | 17:26 Uhr
Fußgängerin bezieht seit Unfall Rente

Dortmund.   Wegen fahrlässiger Körperverltzung muss ein 32.Jähriger 2100 Euro Geldstrafe zahlen. Der Mann hatte sich an der Kreuzung HOhe Straße/Rheinische Straße erst falsch eingeordnet und dann eine Fußgängerin umgefahren.

„Ich weiß noch, dass die Ampel grün zeigte, ich war auch fast drüben. Auf einmal machte es buff, und dann war Schluss.“ Mit plastischen Worten schilderte eine 56-Jährige gestern im Amtsgericht ihren schweren Unfall auf dem Hohen Wall, Kreuzung Rheinische Straße. Seit jenem Tag, seit dem 25. Januar 2012, ist sie berufsunfähig, bezieht Rente: Ein Autofahrer hatte sich falsch eingeordnet und die Frau dann regelrecht umgemäht.

Wegen fahrlässiger Körperverletzung muss der 32-Jährige jetzt 2100 Eiro Geldstrafe zahlen, so lautete das Urteil des Amtsrichters Hartmut Kiskämper. Im Strafbefehl standen zwar nur 1200 Euro, aber dafür hätte der Mann einen Monat lang auf seinen Führerschein verzichten müssen. „Ich muss jeden Tag zur Baustelle fahren, dann verliere ich meine Exiszenz“, so hatte er verzweifelt gesagt. Da die damals schwer verletzte Frau im Prozess erklärte, sie hege keinerlei Groll gegen den Autofahrer, sah das Gericht von einem Fahrverbot ab – und erhöhte dafür kräftig die Geldstrafe.

Es waren gleich drei Fahrfehler des 32-Jährigen, die der Fußgängerin – sie ging ordnungsgemäß bei „grün“ – zum Verhängnis wurden. „Erstens haben Sie sich in der falschen Spur eingeordnet“, fasste Amtsrichter Kiskämper zusammen, „dann sind Sie auf der Linksabbiegerspur einfach geradeaus gefahren, und drittens haben Sie die Frau völlig übersehen.“

Die Fußgängerin brach sich damals unter anderem das Schlüsselbein und den Arm, erlitt ein Kreuzbandriss im Knie. Drei Operationen musste sie bereits über sich ergehen lassen. „Nächstes Jahr kommen dann die Platten heraus.“ Damals wurde sie sofort bewusstlos. „Ich weiß noch, dass sich jemand über mich beugte und sagte, er hole mich jetzt von der Straße.“

Durch den komplizierten Armbruch kann sie nicht mehr als Bürokauffrau arbeiten, die Versicherung des Autofahrers hat bisher einen Schmerzensgeld-Vorschuss bezahlt, ein weiterer Zivilprozess läuft. In seinem letzten Wort sagte der Fahrer leise: „Es tut mir so sehr leid, dass ich versagt habe. Ich werde in Zukunft besser aufpassen.“

Kathrin Melliwa


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