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Fußballer muss nach rüdem Foul zahlen

26.01.2013 | 00:27 Uhr

Der Stürmer von Viktoria Kirchderne war keine fünf Minuten auf dem Spielfeld, da stürzte er nach einem brutalen Foul zu Boden. „Ich war kurz bewusstlos, konnte auch nicht mehr alleine aufstehen.“ Ein Verteidiger des SV Scharnhorst hatte ihn am 9. August 2012 bei einem Freundschaftsspiel mit gestrecktem Bein in den Rücken getreten. Laut Staatsanwaltschaft ein Fall von gefährlicher Körperverletzung.

Stollen juristisch als „Waffe“ zu werten

Schließlich seien die scharfen Stollen an den Fußballschuhen juristisch als „Waffe“ zu werten. Warum die Attacke vom 9. August letzten Jahres beim Freundschaftsspiel der beiden Amateurvereine gestern im Amtsgericht verhandelt wurde und nicht, wie eigentlich üblich, vor dem Sportgericht? Die Erklärung liegt in drei Worten, die sich fälschlicherweise in die Anklage geschlichen hatten: Demnach geschah die Attacke mit dem Stollenschuh „außerhalb des Spielgeschehens“, also theoretisch auf dem Weg in die Kabine oder gar auf dem Parkplatz. Was jedoch nicht stimmte, wie sowohl Spieler als auch Schiedsrichter erklärten. Vielmehr habe es sich um ein besonders mieses Foul gehandelt.

Wie auch immer: Da nun alle Geladenen zum Prozess erschienen waren, pfiff Amtsrichter Mario Pawlowski die Partie auch an. Allerdings konnte der Verteidiger des SV Scharnhorst nicht so recht verstehen, warum er auf der Anklagebank landete: „Es war Einwurf, der Stürmer nahm den Ball mit der Brust an. Ich wollte da irgendwie zwischen und habe ihn in den Rücken getreten. Klar, das war ein Foul, ich bin ja auch vom Platz geflogen. Aber das war keine Absicht.“

Vier Wochen lang war der 35-Jährige gesperrt. Der damals arg malträtierte Kirchderner Stürmer wusste nur noch so viel: „Ich bekam einen Tritt, konnte nicht alleine aufstehen.“ Er trug damals unter anderem eine Gehirnerschütterung davon.

Am Ende auch noch das Spiel verloren

Der Schiedsrichter zeigte sich auch gestern noch entsetzt über die Brutalität der Attacke: „Ich mache das seit ‘99, aber so etwas habe ich noch nicht erlebt.“

So mies das Foul auch war – dass es nicht im Kampfgetümmel eines Fußballspiels geschah, konnte dem Verteidiger nicht nachgewiesen werden.

Und so stellte Amtsrichter Mario Pawlowski das Verfahren gegen Zahlung von 900 Euro Schmerzensgeld ein. Die Kicker von Kirchderne hatte damals übrigens 2:4 verloren – auch das noch.

Kathrin Melliwa



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