Das aktuelle Wetter Dortmund 9°C
Fußball

Fußball-Nachwuchs spielt wieder beim TuS Deusen in Dortmund

24.01.2013 | 18:04 Uhr
Fußball-Nachwuchs spielt wieder beim TuS Deusen in Dortmund
In Deusen spielen wieder die Jung-Kicker.Foto: Knut Vahlensieck

Dortmund.   Es war ein Schock: Vor fast sechs Jahren warf die Fußball-Jugend des TuS Deusen das Handtuch. Lange gab es keine Nachwuchsabteilung bei den Kickern. Doch nun spielen dort wieder 48 Mädchen und Jungen. Ihr Trainer Tobias Walther ist ein Zurückgekehrter.

Als die C-Jugendmannschaft beim TuS Deusen vor fast sechs Jahren keine Zukunft mehr fand, musste sich auch der damals 14-jährige Tobias Walther einen neuen Fußballverein suchen. Vor eineinhalb Jahren wechselte er wieder vom VfL Kemminghausen nach Deusen und mit ihm ist nach und nach auch die Jugend zurückgekehrt.

Der Schock bei den Mitgliedern der Fußballabteilung im 100 Jahre alten Verein saß damals tief, als nach dem Aufstieg in die 1. Kreisklasse das komplette Meister-Team mit 24 jungen Kickern das Handtuch warf. Zuvor war der Trainer zum BV Brambauer gegangen – die Mannschaft brach zusammen. Die Jugendabteilung blieb lange verwaist, doch heute kicken wieder 48 Mädchen und Jungen im Alter von zwei bis 12 Jahren auf dem Ascheplatz des Traditionsvereins an der Deusener Straße. Und das ohne Drill, ohne Stress, aber mit viel Spaß.

Viel Leidenschaft, Fairness und Ballgefühl

Und es ist die ersten Saison nach dem Desaster für den Verein, in dem die Jugend wieder in den Dortmunder Ligen mitspielt. Zwar nur in den untersten Klassen, doch mit viel Leidenschaft, Fairness und Ballgefühl. „Und das soll auch so bleiben“, sagt Tobias Walther, dessen Ziel nicht der Sieg, sondern der Spielspaß ist.

Die raue Luft, wie sie in vielen oberen Rängen anderen Vereinen weht, die soll in Deusen erst gar nicht blasen. Hier stehen auch keine Eltern auf dem Platz, die ihre Kinder beschimpfen, wenn sie beim Spiel kein Tor geschossen haben. Wenn Tränen fließen, dann nur, wenn ein kleiner Kicker beim Dribbeln mal zu Boden geht. Dann gibt es tröstende Worte vom Trainer. Und nebenbei noch viel Lob. Kein Kind sitzt bei den Meisterkämpfen nur auf der Bank, selbst wenn es den Ball nur schüchtern übern Platz schieben kann. „Bei uns kriegen alle eine Chance, egal wie gut oder schlecht sie spielen“, betont der 20-Jährige.

Der Jüngste ist zwei Jahre

Vielleicht ist dies die Taktik, mit der es dem Verein gelungen ist, den Nachwuchs wieder mit ins Boot zu holen. Nachwuchs, der schon damals fehlte, als die C-Jugend den Verein verließ. Denn damals gab es weger G-, F- noch D-Jugendspieler im Verein und somit keine Nachfolger für das Spitzenteam.

Heute spielen rund 22 kleine Fußballstars in der G-Klasse. Der Jüngste ist zwei und schmust oft lieber mit dem runden Leder, als es vor sich herzutreiben. Und wenn das Runde nicht ins Eckige passt, weil das Tor einfach zu groß ist, dann kommt es eben in den Volleyballkorb, der direkt darüber hängt. So mancher Sechsjährige zeigt da mehr Geschick als beim Dribbeln.

Mit den Minis tobt Trainer „Tobi“ am liebsten über den Ascheplatz, oder wie jetzt bei Schnee und Eis durch die vereinseigene Sporthalle. Fröhlich jagen die Kleinen hinter den Bällen her, hören aber auch aufmerksam zu, wenn Tobi was sagt. Tim, Tom, Phil und Noreia, das einzige Mädchen im Team, sind an diesem Tag am eifrigsten bei der Sache, aber auch die anderen halten gut mit, während die Eltern zuschauen und klönen.

Kindern Spaß am Lernen beibringen

Eine Stunde lang trainieren die Minis, dann kann der Trainer nach Hause gehen. Der 20-Jährige, der von sich selbst sagt, dass er „kein begnadeter Fußballspieler ist“, ist fast täglich auf dem Platz und hat auch schon einen weitere Trainer anwerben können. Björn Prigge betreut mit ihm zusammen die D-Jugend, Thomas Linka kümmert sich demnächst um die F-Jugend.

Wenn Tobias Walther nicht auf dem Platz als Schiri oder Trainer in seine Trillerpfeife bläst, studiert er Geschichte und klassische Philologie fürs Lehramt. Denn er möchte später Kindern und Jugendlichen nicht nur das Kicken, sondern auch den Spaß am Lernen beibringen.

Von Susanne Meyer



Kommentare
Aus dem Ressort
Bundesweites Stadionverbot nach Haargel-Diebstahl
Prozess
Haargel hatte der Fußballfan des FSV Mainz gestohlen und sich gegen einen Ladendetektiv zur Wehr gesetzt. Das rechtfertigte aus Sicht des Dortmunder Landgerichtes ein drei Jahre geltendes bundesweites Stadionverbot, das der BVB gegen den 24-Jährigen angeordnet hatte.
Polizei stellt gestohlene Schätze aus der Nordstadt ins Netz
Nach Einbruchsserie
Den ganzen Sommer über litt die Nordstadt unter einer Serie von Wohnungseinbrüchen. Nun sind die Ermittler der Polizei der mutmaßlichen Einbrecherbande auf die Schliche gekommen. Bei einer Reihe von Hausdurchsuchungen bei Verdächtigen fanden sie die Beute der Einbruchsserie - und hat sie auf der...
Mann (34) zündet sein Auto und die Wohnung an
Verwirrter zündelt
Für einen doppelten Feuerwehreinsatz hat am Dienstagmorgen ein 34-Jähriger gesorgt: Der offenbar verwirrte Mann aus Lünen zündete sein Auto am Technologiepark an. Am Tatort machte er Feuerwehr und Polizei auf einen weiteren Brand aufmerksam.
Drei Jahre Stadionverbot für Haargel-Diebstahl
Fan scheitert vor Gericht
Am Wochenende war er noch der strahlende Sieger, am Montag musste ein Anhänger des Fußballclubs FSV Mainz 05 vor dem Dortmunder Landgericht eine bittere Niederlage einstecken. Auch in der Berufung wurde ein gegen ihn verhängtes dreijähriges bundesweites Stadionverbot bestätigt.
An diesen elf Sonntagen kann man 2015 einkaufen
Verkaufsoffenes Dortmund
Shoppen auch am Sonntag. An elf Sonntagen soll das 2015 in Dortmund möglich sein. Die Stadtverwaltung hat jetzt eine Liste mit Daten veröffentlicht, an denen in den Stadtteilen sonntags die Geschäfte öffnen sollen.
Fotos und Videos
Schweizer Sennehunde in Aplerbeck
Bildgalerie
Fotostrecke
Hallo Schule 2014
Bildgalerie
Fotostrecke
Weltkindertag in Lütgendortmund
Bildgalerie
Fotostrecke