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Fußball in Graustufen

04.09.2012 | 09:47 Uhr
Fußball in Graustufen

Dortmund.  Borussia Dortmund hat das 30. Bundesligaspiel in Folge nicht verloren. Beim 1:1 Unentschieden in Nürnberg verpasste es der Deutsche Meister zwar deutlich, seine Qualität in der Offensive in ausreichend Tormöglichkeiten umzumünzen, am Ende des Tages war aber nicht alles so grau, wie uns manch TV-Experte verkaufen wollte.

Um die gestiegene Erwartungshaltung an den Deutschen Meister aus Dortmund gegenwärtig kurz zu umreißen, reicht ein Blick in die Berichterstattung des vergangenen Wochenendes. Tenor dort: Ein 1:1 in Nürnberg ist dem Niveau und dem Anspruch eines Doublesiegers unwürdig. So die Meinung von ARD, ZDF und Sky.

Fünfzig Jahre nach Beginn der Fußball-Bundesliga sind wir in Sachen Übertragungstechnik längst im Zeitalter der 16 Millionen Farben angekommen, in der Sichtweise manch eines Kommentators wird scheinbar leider weiterhin nur zwischen Schwarz und Weiß, Himmel und Hölle, Sieg und Niederlage unterschieden. Bei einem Unentschieden, und sei es dennoch das Ergebnis des 30. Bundesligaspiels des BVB in Folge ohne Niederlage, wittert der geneigte Mann am Mikro dann schon mal schnell so viel Potential an Dramatik, dass es Zeit für eine Gegendarstellung wird.

Denn resümiert man das Spiel von Samstag mal mit ein paar Stunden Abstand, ist eigentlich nicht viel mehr passiert, als dass der BVB gegen eine taktisch hervorragende Mannschaft aus Franken über 90 Minuten nicht genug Tormöglichkeiten herausgespielt hat, um dem Auftaktsieg gegen Werder Bremen einen „ Dreier“ in der Fremde folgen zu lassen. Der Meister aus Westfalen hatte gegen die großzügige Manndeckung der Nürnberger, die sich fast auf das gesamte Spielfeld und insgeheim besonders auf die Dortmunder Aufbauspieler wie Mats Hummels konzentrierte, über weite Strecken nicht die nötigen Mittel gefunden, um sich offensiv zu wehren. Zwar verzeichnete das Team von Jürgen Klopp deutlich mehr Spielanteile als der FCN, verpasste es aber das Spiel durch schnelle Verlagerungen immer wieder in die Breite zu ziehen und den Gastgeber laufen zu lassen. Am Ende des Abends stand ein gerechtes 1:1 Unendschieden, mit dem der BVB durchaus gut leben kann.

Fußball und allen voran die Bundesliga ist eben nicht immer nur schwarz und weiß. Vor einem Jahr verlor der BVB seine zweite Saisonpartie in Hoffenheim unglücklich, am Samstag gab es gegen einen ähnlich schwer zu bespielenden Gegner einen Punkt. Ein wenig mehr grau ist zwischendurch also gar nicht so verkehrt. Gerade zu Saisonbeginn, in einer Phase, in der viele Laufwege und Spielzüge selten perfekt vorgetragen werden, ist es eben besonders schwer, für ein solches Stilmittel, wie das der Nürnberger, fußballerisch die richtige Antwort zu finden.

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Kommentare
04.09.2012
11:41
Das war zweimal garnichts.
von creck | #1

Mannschaften wie Bremen oder Nürnberg muss man einfach weghauen, egal ob Platzverhältnisse, Witterung oder der Schiri was dagegen haben.
Es kann ja nicht sein, dass, wenn der Gegner unseren Innenverteidiger aus dem Spiel nimmt, wir keinen Aufbauspieler mehr im Ärmel haben um dasselbe zu machen. Dafür baut Mats hinten auch zu viele Böcke. Unseren Spielern kommt das Potential doch zu den Ohren raus; dann mal her damit!
Muss man noch etwas zu den Standards sagen? - Statt Ballomat sollte man mal eine Trainingseinheit im Hof auf die Garagentore einlegen.

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