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Fund von 1000 Plakaten bei Autonomen Nationalisten schürt Hoffnungen auf NPD-Verbot

23.08.2012 | 11:45 Uhr
In der Rheinischen Straße 135 in Dortmund fand die Polizei auch Wahlplakate der NPD.Foto: dapd

Dortmund.  Es soll der größte Schlag gegen Neonazis in der Geschichte Nordrhein-Westfalens sein: Um 6 Uhr morgens durchsuchte die Polizei von Nazis genutzte Gebäude und beschlagnahmte zahlreiche Materialien. Dabei fand die Polizei rund 1000 NPD-Plakate. Politiker hoffen auf Argumente für ein Parteiverbot.

Hunderte Polizeibeamte haben am Donnerstag um 6 Uhr Neonazis in Dortmund, Hamm und Aachen aus dem Schlaf gerissen . Innenminister Ralf Jäger hatte ein Verbot gegen den „Nationalen Widerstand Dortmund“, die „Kameradschaft Hamm“ sowie die „Kameradschaft Aachener Land“ verhängt. „Wir reißen damit große Löcher in das Netzwerk der Neonazis“, sagte Jäger.

Die Polizei suchte außerdem Personen auf, die zurzeit in verschiedenen Justizvollzugsanstalten einsitzen, beziehungsweise sich in einer Klinik in Nordrhein-Westfalen befinden und händigte ihnen dort die Verbotsverfügung aus. Ebenso wurden die Zellen und persönlichen Gegenstände durchsucht.

NPD-Plakate gefunden: Jäger hofft auf Verbot

Bei der Durchsuchung in Dortmund fanden die Beamten 1.000 Plakate der rechtsextremen NPD, wie NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) in Düsseldorf sagte. "Das zeigt die enge Verflechtung dieser rechtsextremen Partei mit der gewaltbereiten Neonazi-Szene in Nordrhein-Westfalen", so der Minister.
 

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Razzia bei Rechtsextremen in NRW - Polizei findet Waffen

Es sei der umfangreichste Schlag gegen Rechtsextreme in Dortmund und Aachen, sagt die Polizei. Insgesamt 900 Beamte durchsuchen über 120 Wohnungen und...

Um Punkt 6 Uhr öffnete ein Schlüsseldienst der Polizei auch die Tür zu dem von den Neonazis als „Nationales Zentrum“ bezeichneten Haus an der Rheinischen Straße 135. Dies diente den Neonazis als Tagungs-, Vortrags- und Versammlungsstätte, die überregionalen Charakter hatte. Gleichzeitig durchsuchten allein in Dortmund und Hamm etwa 600 Polizeibeamte „beim bisher umfangreichsten Schlag gegen Rechtsextremisten durch das Polizeipräsidium Dortmund“, so Polizeisprecherin Cornelia Weigandt, über 90 Objekte, darunter auch Wohnungen der Neonazis in Dorstfeld und Lütgendortmund. Ziel der Aktion war es, den Besitz des Nationalen Widerstandes einzuziehen und den Mitgliedern per schriftlicher Verfügung das Tragen von Vereinsemblemen zu untersagen.

Sprengstoffspürhund im Einsatz

Nachdem Sprengstoffspürhund „Buddy“ das Zentrum an der Rheinischen Straße 135 durchsucht hat, sichern Polizeibeamte Spuren, videografieren und fotografieren die Inneneinrichtung sowie umfangreiche Beweismittel.

Razzia bei Nazis in Dortmund

Direkt hinter der Eingangstür stehen hinter einem durchgesessenen blauen Sofa vier Schutzschilder der Polizei, schon ein wenig ramponiert. Trophäen von vergangenen Nazidemos? Auf den Tischen liegen noch zahlreiche Plastikhefter „Liederbücher Dortmund“ mit deutschem Liedgut – „Die Wacht am Rhein“, „Hört ihr das Grollen“, oder „Ich hatt’ einen treuen Kameraden“, Überbleibsel von vergangenen Treffen. Denn immer mittwochs fanden hier die Kameradschaftsabende statt, wohl auch am vergangenen Mittwochabend.

Sturmhauben, noch verpackt, nebeneinander aufgereiht, schwarze Handschuhe oder auch ein feister Schlagstock liegen auf einem Tresen. Nur wenige Meter davon entfernt Reizgas, darunter auch ein großes, fast einen halben Liter fassendes Sprühgerät. Daneben schon erste Flyer „Camper finden wir Scheiße“ – in Anlehnung an das in Dortmund stattfindende Antifa-Camp .

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Fund von 1000 Plakaten bei Autonomen Nationalisten schürt Hoffnungen auf NPD-Verbot
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2012-08-23 11:45
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