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Für Musikfans kann das Internet eine teure Falle sein

20.06.2007 | 08:37 Uhr

Eltern, nehmt eure Kinder vom Computer! Nicht ganz so harsch, aber in der Sache richtig lautet der Appell der Dortmunder Staatsanwaltschaft. Der Grund: Die Verfahren wegen illegalem Herunterladen von Musik aus dem Internet haben sich im Vergleich zum Vorj

Rund 200 Verfahren bekommt die Staatsanwaltschaft monatlich wegen Verletzung des Urheberrechts eingereicht. "Das sind jetzt bereits so viele wie im gesamten letzten Jahr", sagte Oberstaatsanwältin Dr. Ina Holznagel. Als Grund für die Zunahme der Anzeigen nennt sie das verstärkte Vorgehen der Musikbranche.

Und so macht sie's: Mit einer Software schleichen sich die Fahnder, getarnt als normaler Besucher, unter die Nutzer der Tauschbörsen, z. B. Emule oder Bittorrent. Dort sehen sie anhand der IP-Adresse - ein Code, der den Computer identifiziert - von welchem gerade Lieder heruntergeladen oder zum Tausch angeboten werden.

"Das eigentliche Problem ist nicht das Herunterladen von Musiktiteln", sagte Ina Holznagel, "sondern das gleichzeitige Tauschangebot der Lieder, die sich auf der eigenen Festplatte befinden, ohne dafür Lizenzgebühren zu zahlen." Das ist strafbar. In vielen Fällen horten Fans über 1000 Musikstücke auf den Speichermedien ihrer Computer.

"Die Kosten dafür können sich auf mehrere 1000 Euro belaufen", so Holznagel. Für manche Familie könnte es leicht den wirtschaftlichen Ruin bedeuten, wenn Kinder wider besseren Wissens am Computer eine Strafrat begehen.

Für die Strafanzeige steht zunächst nur die IP-Adresse zur Verfügung. Damit ist noch nicht klar, wer den Computer benutzt hat. Das ermittelt dann die Staatsanwaltschaft. In den meisten Fällen werden die Strafverfahren jedoch auf Grund der geringen Menge der getauschten Daten eingestellt.

Was jedoch nicht vor einem Zivilverfahren schützt. In 99 Prozent der Fälle werden zwischen den Eltern der meist jugendlichen "Musikräuber" außergerichtlich Vergleiche geschlossen, so Stefan Michalk, stellvertretender Geschäftsführer des Bundesverbands der Phonographischen Wirtschaft. Die Höhe richtet sich nach Datenmengen und persönlichen Verhältnissen. "Im Schnitt einigen wir uns bei 2000 Euro", sagte Stefan Michalk.

Von Gregor Boldt

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