Für HSP-Areal wird bereits ein Käufer gesucht

Das HSP-Gelände in der westlichen Innenstadt ist in der Bildmitte zu erkennen.
Das HSP-Gelände in der westlichen Innenstadt ist in der Bildmitte zu erkennen.
Foto: Oskar Neubauer
Was wir bereits wissen
Die Stadt Dortmund hat Interesse am Areal der von der Schließung bedrohten Firma Hoesch Spundwand. Unterdessen hoffen die Arbeiter noch auf Rettung.

Dortmund.. Die Mitarbeiter von Hoesch Spundwand und Profil (HSP) haben trotz der angekündigten Schließung ihres Werks die Hoffnung auf eine Rettung ihrer Arbeitsplätze noch nicht aufgegeben. Doch derweil wird für das HSP-Areal in der westlichen Innenstadt schon ein Käufer gesucht. Die Stadt zeigt Interesse.

Das Werk der Hoesch Spundwand und Profil GmbH (HSP) liegt auf einer 45,6 Hektar großen Industriefläche, die dem Thyssen-Krupp-Konzern gehört. Nachdem der Mutterkonzern Salzgitter AG Mitte Juni die Schließung von HSP beschlossen hat, wird die Fläche nun im Internet gehandelt.

Ein Areal, so groß wie 65 Fußballplätze

Das Areal, in etwa so groß wie 65 Fußballplätze, wird zu Preisen zwischen 14 und 18 Millionen Euro gehandelt. Einer der Interessenten ist die Stadt Dortmund. Im Planungsdezernat macht man sich bereits Gedanken über die mögliche Nutzung des Filet-Grundstücks am Rande der Innenstadt.

Protest Bei einer Bürgerveranstaltung zum Nordwärts-Projekt wurden schon erste Ideen für die Zukunft der HSP-Fläche entwickelt. Favorisiert wird eine Mischung aus Wohnen im Bereich der Rheinischen Straßen zur Erweiterung und Aufwertung des Union-Viertels und aus gewerblicher Nutzung im Norden im Anschluss an das Gewerbegebiet Westfaliastraße. Dazu könnte etwa ein neuer Stadtteil-Park kommen. Planungsdezernent Ludger Wilde wünscht sich ein Angebot, das das Quartier "unverwechselbar macht".

Mit einem Kauf des Areals hätte die Stadt die Chance, eine Flächenentwicklung aus einem Guss zu betreiben. "Wenn man uns das Grundstück zu einem akzeptablen Preis anbietet, könnte man sich das vorstellen", sagt Wilde. Entscheidend ist aber nicht allein der Preis, sondern auch die Frage, was möglicherweise an Altlasten auf dem Gelände zurückbleibt. Entsprechende Untersuchungen sind angestoßen.

Die 343 Mitarbeiter produzieren weiter

Bei HSP läuft unterdessen drei Wochen nach Ankündigung der Werksschließung die Produktion unverändert weiter. In zwei Schichten produzieren die verbliebenen 343 Mitarbeiter wie gehabt. Einen genauen Termin für die Werksschließung gebe es weiterhin nicht, hieß es auf Anfrage beim Mutterkonzern Salzgitter AG.

Was die Zukunft angehe, fahre man "zweigleisig", sagte auf Anfrage Olaf Pütz, Pressesprecher des HSP-Betriebsrats. Einerseits liefen die Verhandlungen mit dem Mutterkonzern Salzgitter AG, um möglichst viele Ersatz-Arbeitsplätze im Konzern zu besorgen. Einige Mitarbeiter hätten bereits die Bereitschaft signalisiert, künftig etwa bei anderen Salzgitter-Gesellschaften in Salzgitter zu arbeiten.

"Es ist ein kleiner Strohhalm - aber es besteht Hoffnung"

Auf der anderen Seite gibt es nach wie vor Bemühungen, das Werk doch noch zu retten. Der Betriebsrat, der Salzgitter-Konzernbetriebsrat sowie die IG Metall seien parallel zu den Verhandlungen auf der Suche nach einem Investor oder Käufer, sagt Pütz.

Ein Unternehmensberater suche mit, es gebe "einige Unternehmen", die infrage kommen. "Es ist ein kleiner Strohhalm", räumt Pütz ein: "Aber so lange es diesen noch gibt, besteht Hoffnung." Salzgitter hingegen hat die Suche nach einem Käufer nach eigenen Angaben beendet.