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Landgericht

Fünfeinhalb Jahre Haft für Dortmunder Vergewaltiger

27.09.2012 | 15:48 Uhr
Fünfeinhalb Jahre Haft für Dortmunder Vergewaltiger
Der Verurteilte hatte unter anderem 144 Handys bestellt und nicht bezahlt – dafür aber in der Nordstadt weiterverkauft.

Dortmund.   Fünf Jahre und sechs Monate Haftstrafe wegen Vergewaltigung, Körperverletzung und Betrugs in 33 Fällen: So lautete das Urteil des Dortmunder Landgerichtes für einen 33-Jährigen, der sich als Polizist ausgab und sein Opfer im Internet fand. Für die im Milieu unerfahrene Frau war er der erste und letzte Kunde.

Sein Opfer war eine Hausfrau, die ihren ersten Ausflug ins Rotlicht-Milieu gleich bitter bezahlte: Wegen Vergewaltigung, Körperverletzung und Betrugs in 33 Fällen schickte die 39. Große Strafkammer gestern den falschen Polizisten Louis L. (33) für fünf Jahre und sechs Monate ins Gefängnis.

Damit erfüllte sich die Hoffnung des Verteidigers Ralf Bleicher auf ein Urteil, das seinem Mandanten „Perspektive für ein Leben nach dem Vollzug“ gibt. Die Anklage ging ursprünglich sogar von zwei vergewaltigten Prostituierten aus, was sich jedoch nach dem dreitägigen Prozess nicht bestätigte.

Staatsanwalt hatte sieben Jahre Haft gefordert

Allerdings hatte der Dortmunder der zweiten Frau in seiner Wohnung in der Nordstadt fest in den Nacken gegriffen obwohl sie ihm vorher gesagt hatte, sie leide unter einem Bandscheibenvorfall, „Der Angeklagte wusste, dass sie nicht arbeitsfähig ist“, sagte Staatsanwalt Michael Wirriger. Daher sei Louis L. unter anderem wegen Körperverletzung zu bestrafen. Insgesamt hatte Staatsanwalt Wirriger sieben Jahre Haft gefordert.

Opfer unter „www.kaufmich.de“ gefunden

Beide Frauen hatte der wegen Betrugs mehrfach vorbestrafte Mann im Internet unter „www.kaufmich.de“ kennengelernt. Ein Klick, und er fand, was er suchte. Und jene im Milieu völlig unerfahrene Hausfrau und Mutter, die er für 1200 Euro für eine ganze Nacht „gebucht“ hatte, hat Louis L. nach Überzeugung des Gerichtes auch vergewaltigt. „Er hat die Geschädigte im Keller festgehalten und auf den Boden gedrückt“, so der Vorsitzende Richter Peter Windgätter.

Falscher Polizist drohte mit Anzeigen

Staatsanwalt Wirriger betonte besonders den psychischen Druck, den der Dortmunder auf die Hausfrau ausübte. Die 27-Jährige hat von Nebenverdiensten dieser Art jedenfalls die Nase voll: Louis L. war ihr erster und letzter Freier – zumal er sie um die 1200 Euro Dirnenlohn betrogen hatte.

144 Handys bestellt und nicht bezahlt

Als sie vor Ablauf der vereinbarten 12 Stunden gehen wollte, gab sich Louis L. als Polizist aus und drohte damit, sie anzuzeigen. Man habe einen Vertrag geschlossen, und falls sie den nicht erfülle, müsse sie 6000 Euro Schadenersatz zahlen. Auch werde er sie wegen Schwarzarbeit belangen.

Wie schon so oft, wurde der Angeklagte auch diesmal wegen zahlreicher Betrügereien verurteilt. So hatte er unter anderem 144 Handys bestellt und nicht bezahlt – dafür aber in der Nordstadt weiterverkauft.

Kathrin Melliwa

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