Frühstücksbuffet einmal pro Woche als Kompromiss

Frühstücks-Buffet für alle Kita-Kinder - allerdings nur einmal pro Woche: Das ist der Kompromiss-Vorschlag des städtischen Kita-Betreibers Fabido im Streit um das Verbot der tägliche Frühstücks-Buffets in den Kitas. Die Bewertung eines Gesprächs zwischen betroffenen Eltern und Fabido-Leitung fällt allerdings höchst unterschiedlich aus.

Dortmund.. Fabido, Betreiber von 102 städtischen Kitas, hatte das regelmäßige Angebot von regelmäßigen Frühstücksbuffets in den Einrichtungen mit Beginn des neuen Kindergarten-Jahres verbieten wollen. Grund ist vor allem die EU-Verordnung, die die Auflistung aller Inhaltsstoffe von Lebensmitteln mit Blick auf Allergie-Gefahren fordert. Befürchtet wird ein zu hoher Aufwand für das Kita-Personal durch die Dokumentationspflicht. Stattdessen sollen alle Eltern ihren Kindern für das zweite Frühstück grundsätzlich Butterbrotdosen mitgeben.

Bei den Eltern der betroffenen Einrichtungen stößt das auf Unverständnis. Sie verweisen auf Ratgeber der Verbraucherzentrale für eine unkomplizierte Dokumentation der Lebensmittel-Inhaltsstoffe und den hohen pädagogischen Wert der Buffets - zumal Fabido-Geschäftsführer Arno Lohmann selbst zugeben musste, dass manche Butterbrot-Dose insbesondere zum Ende des Monats leer bleibt oder nicht unbedingt mit einem gesunden Frühstück gefüllt war.

Butterdose soll Normalfall sein

Jetzt wolle man beide Frühstücksmodelle, Buffet und Butterbrotdose, "mit ihren jeweiligen ernährungsphysiologischen und pädagogischen Vorteilen" kombinieren, verkündete Fabido als Ergebnis des Gesprächs mit Elternvertretern am Freitagmittag.

Die Butterbrotdose soll dabei der Normalfall sein. In der Regel viermal pro Monat will Fabido mit Hilfe der geschulten Hauswirtschaftskräfte vor Ort aber auch Frühstücksbuffets anbieten - finanziert aus dem Etat der Einrichtungen und nicht über Extrazahlungen der Eltern oder mit Hilfe von Fördervereinen. Als zusätzliches Angebot gibt es täglich zu jedem Frühstück in den Kitas zudem ausreichend Obst und Gemüse.

Kein Ersatz für das bisherige Angebot

Fabido-Geschäftsführer Arno Lohmann sprach von einem "sehr guten Kompromiss" und von einem "großen Entgegenkommen" den Eltern gegenüber. Bei den Eltern hält sich die Begeisterung dagegen in Grenzen. "Wir sind mit dem Ergebnis des Gesprächs nicht so recht glücklich", sagte Eva Preckwinkel, Elternrats-Vertreterin aus der Fabido-Kita am Stuckenrodt in Scharnhorst in einer ersten Bewertung. Ein wöchentliches Buffet sei kein Ersatz für das bisherige Angebot.

Dass es kein regelmäßiges Frühstücksbuffet mehr geben soll, sei schmerzlich, findet auch Tobias Scholz, Elternvertreter aus der Kita Humboldtstraße. "Mehr als der erreichte Kompromiss war bei dem Gespräch aber nicht drin", lautet seine Bilanz.

Frühstückbuffets laufen erst am 1. Oktober aus

Das Ergebnis des Gesprächs soll nun vor Ort in Elternräten und Fördervereinen beraten werden. Dafür bleibt auch ausreichend Zeit: Statt ab Anfang August soll das bislang in einigen Kitas übliche tägliche Buffet nun erst ab 1. Oktober tabu sein.