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Envio-Skandal

Frische Erntegaben aus dem PCB-Garten

08.09.2010 | 21:12 Uhr
Frische Erntegaben aus dem PCB-Garten
Wiebke Claussen, Hannelore Quadt, Ina und Nils Märtin (v.l.) mit Leckereien aus dem Garten. Foto: Rottmann

Dortmund.Erntekörbchen bekamen Gesundheitsamtsleiterin Dr. Annette Düsterhaus und Umweltdezernent Wilhelm Steitz geschenkt – gefüllt mit Obst und Gemüse aus der Kleingartenanlage Hafenwiese. „Guten Appetit“ wünschte die Bürgerinitiative.

Kartoffeln, Möhren, Pflaumen, Zucchini, Tomaten, Kohlrabi – frische Gaben der Natur für die Verwaltungsspitzen. Der PCB-belastete Grünkohl sei noch nicht reif, bedauerte die BI-Delegation. „Wir wollen zeigen, wie sich das anfühlt – vergiftetes Gemüse im Garten zu haben“, erläuterte Sprecherin Wiebke Claussen die Geschenkaktion. Abgesprochen mit der Stadt war sie nicht.

Düsterhaus und Steitz – zwei Behördenvertreter, die der Initiative bei der Bürgerversammlung zum PCB-Skandal sauer aufgestoßen waren. Der Amtsleiterin nahm sie die Bemerkung übel, „dass sich PCB bei Kindern aus dem Körper raus wächst“. Von dem Dezernenten fühlte sie sich „belächelt und nicht ernst genommen“. Die Folge: „Ein tiefgreifender Vertrauensverlust in die Arbeit der Behörden“, so Claussen.

Die Stadt will ihn wettmachen. „Glauben Sie mir: Auch mich packt die Wut“, sagte Düsterhaus und versprach: „Ich beschönige nichts.“ Steitz servierte Kaffee und erläuterte die juristischen Feinheiten bei dem Versuch, Envio das Gewerberecht auf Dortmunder Grund und Boden zu entziehen. Beide Stadtspitzen boten weitere Gespräche an.

Sie wollen das mitgebrachte Obst und Gemüse aus dem Kleingarten auch kosten, zumindest teilweise. „Die großen Blätter werde ich nicht essen, alles andere schon“, sagte Düsterhaus. Steitz schloss sich an – mit einer Ausnahme: „Vor dem Zucchini-Genuss würde ich erst einmal beim Landesumweltamt anrufen...“

Klaus Brandt

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